Blog like nobody’s reading

Irgendwie hab ich gerade die Toten Hosen im Kopf… Und die Jahre ziehen ins Land und wir bloggen immer noch ohne Verstand. *summt*

Happy Blogsday, mein Kleines! 10 Jahre haben du und ich jetzt schon gemeinsam auf dem Buckel und ich hätte mir bei den ersten zaghaften Einträgen, die ich noch verfasst habe, ohne dass sie überhaupt irgendjemand gelesen hätte, nie im Leben träumen lassen, dass bloggen mal ein so wichtiger Bestandteil meines Lebens werden würde, dass das Schreiben mal so wichtig werden könnte und gerade in Phasen wie der aktuellen Lebenskrise, in der ich bis zur Oberkante der Unterlippe seit einiger Zeit stecke, auch wieder so wichtiger Ort zum Gedanken sortieren, zum Festhalten von Erkenntnissen, als wichtiger Teil meiner Therapie, denn was ich in Worte fassen kann, kann ich besser (be-)greifen und besser verarbeiten.

Dass ich jetzt nicht mehr immer nur vor mich hinblogge, sondern dass es mittlerweile eine ganze Reihe von Menschen gibt, die hier mehr oder weniger regelmäßig mitlesen, dass ich hier Menschen gefunden habe, die ähnlich ticken wie ich, ähnliche Monster unterm Bett und Dämonen im Keller haben, welche die ähnlich gerne kochen oder ähnlichen Unsinn wie ich mögen und auch wirklich echte Freunde, die teilweise schon lange über das Virtuelle auch im Realen Fuß gefasst haben – ist eine großartige Ergänzung und Begleiterscheinung!

Habt vielen Dank, ihr die ihr hier schon seit Jahren an meiner Seite seid und meine Entwicklung und meine Gedankensprünge mitverfolgt und ein Stückchen weit an meinem Leben teilhabt und auch ihr, die ihr vielleicht gerade zum ersten Mal hier reinschaut und lest! Schön, dass ihr da seid. Schön, dass ihr mitlest. Schön, dass ihr immer mal wieder Kommentare hier lasst. Danke für so vieles! ❤

And now: Partyhüte raus! Wir haben einen runden Blogsday zu feiern! 🙂

Katja

(Und weil es gerade so Überhand nimmt, dass ich ein Schloss an die Beiträge hänge, hier wieder mal der Hinweis: Klick.)

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Ich blogge, also bin ich! \o/

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Und jetzt hier und heute also die 8. Heute vor 8 Jahren ist mein Blog geschlüpft, nachdem ich vorher schon sicherlich 2 Jahre lang mit mir gerungen darüber gebrütet hatte, ob ich denn nicht vielleicht doch, aber ach nee, mehr als ein oder zwei Beiträge werden es dann eh nicht und dann habe ich nur noch was mehr, wo ich das Gefühl habe, gescheitert zu sein…
Stattdessen habe ich vor ein paar Tagen den 2000. Blogeintrag geschrieben und das sind nicht nur eine Menge Buchstaben, die ihren Weg in die WordPress-Eingabemaske gefunden haben, sondern gleichzeitig auch der Beweis, wie falsch man sich manchmal einschätzt, wenn man Dinge zu sehr im Voraus zergrübelt und sich mit all den Ängsten selber im Weg steht, statt einfach mal zu machen. Das Einfach-mal-machen und die ganzen vorauseilenden Befürchtungen auszublenden, ist eines der Dinge, die ich in den letzten Jahren immer besser gelernt habe.

Seit dem letzten Blogsday hat sich viel getan. Ich bin umgezogen, was viel Stress und Ärger mitgebracht hat, ich hab mir wieder einen Therapeuten gesucht, ich habe irgendwo in einer hinteren Ecke in mir drin, ein kleines Selbstbewusstseins-Pflänzchen entdeckt und dessen Pflege nimmt mich sehr in Anspruch, kostet Zeit und Energie. Zwischendrin ist mir das Bloggen tatsächlich ein bisschen fremd geworden. Für viele Dinge, die gerade in meinem Kopf passieren, fehlen mir nach wie vor die Worte, manche sind zu persönlich als dass ich sie hier öffentlich erzählen könnte / wollte. Trotzdem bin ich froh, dass ich mir das Blog im letzten Monat durch meinen selbst auferlegten Zwang bis heute täglich zu bloggen, wieder vertraut gemacht habe, dass es sich wieder richtig und gut und normal anfühlt, wieder ein Teil von mir ist.

Mission accomplished!

Euch Lieben – denen, die mir hier in den letzten 8 Jahren zu Freunden, die ich teilweise mittlerweile auch schon _in echt_ getroffen habe (mit wachsendem Mut die Anzahl weiter zu erhöhen!) und auch denen, die ich bisher kaum kenne, nur flüchtig vom ein oder anderen Kommentar:

Habt vielen Dank für’s Lesen, für’s Kommentieren, für’s Hier- sein, für eure Zeit und eure Aufmerksamkeit für mein kleines thematisch völlig chaotisches Feld-Wald-und-Wiesenblog*, meine Gedankensprünge!

Katja

 

[*Ich bekomme hier gerade Beschwerden einer plüschigen Mitbewohnerin rein, dass es doch bitte Feld-Wald-und-Wieselblog heissen sollte und dass das so ja wohl mal nur ein Tippfehler sein kann.]

 

Nicht verzagen, August fragen!

Als ich noch sehr klein war, dachte ich, mein Opa könne zaubern oder aber mindestens mal hellsehen.

In der Küche meiner Großeltern gab es eine Eckbank, im typischen 60-er Jahre Stil aus hellem schnörkellosem Holz, bezogen mit rotem Kunstleder, dem man die Künstlichkeit schon von weitem ansah und eine meiner Lieblingsbeschäftigungen so mit 2 oder 3 Jahren – oder zumindest eine der Schlechtwetter-Beschäftigungen, an die ich mich heute noch erinnern kann – war, auf dieser Eckbank hin- und herzuflitzen. Und immer wieder hin und her bis kurz vorm Ende, dann abrupt abbremsen, denn es gab ja keine seitliche Lehne, die mich gestoppt hätte, umdrehen und wieder zurück. Damit konnte ich mich bei Regenwetter, wenn es zu ungemütlich war, um draussen zu spielen, lange lange Zeit beschäftigen.

Wenn mein Opa von draussen reinkam, er hatte eigentlich immer irgendwas draussen zu tun, wovon er dann irgendwann reinkam, sagte er stets „Pass auf, gleich fällst du!“ und genau so kam es. Konnte ich vorher auch stundenlang (vielleicht waren es in echt auch keine Stunden und es kommt mir nur in meiner Erinnerung so vor) gefahrlos und unfallfrei auf der Bank herumrennen, so war der Spaß immer vorbei, wenn mein Opa die magische Warnung aussprach, denn kurz danach schaffte ich es tatsächlich nicht mehr rechtzeitig abzubremsen und fiel mit Karacho auf den Küchenfußboden. Damals war für mich klar, dass er mindestens hellsehen konnte, wenn er nicht gar selber mit seiner Magie dafür verantwortlich war, dass ich runterfiel.

Natürlich durfte ich dann immer auf seinen Schoß und er hat mich getröstet, wenn ich mir weh getan hatte. Aber ganz geheuer war er mir damals nicht.

Später dann, irgendwann in der Pubertät merkte ich, dass mein Opa derjenige war, der für jedes praktische Problem eine Lösung fand. Mit schulischen Dingen brauchte ich ihn nicht zu behelligen, er war nur zur Volksschule, wie man das damals nannte, gegangen, aber für jedes ‚geht nicht mehr‘ oder ‚hält nicht mehr‘ oder dergleichen fand mein Opa eine ebenso simple wie gute Lösung.

„Nicht verzagen, August fragen!“ war einer der Sätze, die ich vermutlich am häufigsten von meinem Opa gehört habe. Er konnte mit Holz ebenso gut umgehen wie mit Metall, er fräste und drehte, hobelte und schraubte und manchmal wickelte er auch ganz einfach eine Schnur um die Dinge, die nicht mehr hielten, aber stets konnte man sich darauf verlassen, dass er eine passende und haltbare Reparaturmethode auf Lager hatte.

Und wenn die erste Lösung einmal nicht funktionierte, dann machte er einfach so lange weiter bis er die passende Methode fand.
Als mein erstes Auto dauernd nächtliche Besuche eines Marders bekam, der die Zündkabel durchnagte, klapperte mein Opa sämtliche Nachbarn mit Hunden ab, um sich Hundehaare zu besorgen und stopfte die in den abgeschnittenen Fuß einer Perlonstrumpfhose von meiner Oma, weil das seiner Erfahrung nach am ehesten half. Da wo Hunde waren, hielten sich Marder fern.
Als das nichts half und ich zum wiederholten Male ein neues Zündkabel brauchte, verteilte mein Opa mehrere dieser Duftsteine, wie man sie zur Erfrischung von Toiletten benutzt, unter der Motorhaube meines alten Golfs. Mein Auto wirkte mit den Strümpfen voll mit Hundehaaren und mit den WC-Duftsteinen ein bisschen wie ein Voodoo-Schrein, zumindest kam es mir damals so vor, aber vor dem Marder hatte ich eine ganze Weile Ruhe.
Als er irgendwann zurückkehrte, oder vielleicht war es bis dahin auch ein ganz anderer, zimmerte mein Opa mir schließlich einen Holzrahmen, den er mit diesem feinmaschigen Draht bespannte, wie man ihn üblicherweise für Hasenställe verwendet. Den musste ich abends unter die Motorhaube schieben und danach brauchte ich nie wieder neue Zündkabel. Natürlich war es auch mein Opa, der oft genug, wenn ich es vergaß, den Draht für mich unter das Auto schob. Bei seiner allabendlichen Runde, bei der er kontrollierte, ob alle Türen verschlossen waren, vergaß er nie, auch nach meinem Auto zu schauen. Und das erstreckte sich auch darauf, dass ich mich damals nie um solche Dinge wie Scheibenwischwasser oder den Ölstand oder im Winter Frostschutz im Kühler kümmern musste. Noch bevor ich überhaupt an diese Dinge gedacht hätte, hatte mein Opa sich schon gekümmert.

Ich kann mich an ein einziges Mal erinnern, wo ich sauer auf meinen Opa war und das war, als er hinter meinem Rücken den Nachbarn darum gebeten hatte, „Friedolin“ zu fällen. Da war mein Opa schon zu alt, als dass er das gefahrlos selber und alleine hätte machen können. Friedolin war der alte Kirschbaum in unserem Garten, dem ich als Kind diesen Namen gegeben hatte und unter dem ich auch später, als ich älter wurde, noch häufig mit einem Buch auf den Knien, den warmen Baumstamm im Rücken, gesessen habe. Der Baum war alt und so verwachsen, dass man selbst mit einer Leiter nicht mehr gefahrlos hochklettern konnte, um die Kirschen zu ernten. Und auch das machte meinen Opa aus – in erster Linie zählte der praktische Nutzwert von Dingen und ein Kirschbaum, dessen Kirschen man nicht mehr ernten konnte, dessen Zeit im Garten war abgelaufen. Als ich an jenem Abend in die Küche meines Opas kam, wusste ich direkt, dass etwas nicht stimmte, denn dass er so herumdruckste, um mir etwas zu erzählen, das kannte ich von meinem Opa, der stets gerade heraus war, nicht.

Mein Opa war der treueste Mensch der Welt. Als meine Oma nach fast 50 gemeinsamen Jahren plötzlich ins Krankenhaus musste, weil ihre eine Herzklappe nicht mehr richtig arbeitete, da fuhr mein Opa jeden Morgen in aller Herrgottsfrühe die 25 km und als sie nach 3 Wochen in ein anderes Krankenhaus verlegt wurde dann über 40 km und blieb von morgens bis nach dem Abendessen im Krankenhaus an der Seite meiner Oma. Er fütterte sie, er wusch sie, er kämmte ihr Haar und hielt ihre Hand, wenn die Kanüle wieder einmal verstopft war und die Ärzte einen neuen Versuch unternehmen mussten, noch eine Stelle zu finden, in der sie die Nadeln stechen und einen neuen Zugang legen konnten. Sechs Wochen lang verbrachte er jeden einzelnen Tag von morgens bis abends im Krankenhaus, die meiste Zeit davon mit Kittel und Mundschutz, Haube und Handschuhen versehen auf der Intensivstation und selbst, wenn meine Mutter oder ich hinfuhren, blieb auch er noch dort und ging nicht, bevor er sicher sein konnte, dass er an dem Tag nichts mehr für meine Oma tun konnte.

Als meine Oma starb, sah ich meinen Opa zum ersten und einzigen Mal weinen, wie ein kleines Kind.

Mein Opa war der erste (und vermutlich auch einzige) Mensch, bei dem ich als Kind das Gefühl hatte, mich hundertprozentig auf ihn verlassen zu können und dass seine Liebe zu mir an keine Bedingungen geknüpft ist.

Von ihm lernte ich, dass es besser ist, die Dinge eines nach dem anderen anzugehen – so wie man eben Klöße isst. Natürlich lernte ich das nicht auf Hochdeutsch von ihm, sondern im Dialekt des kleinen hessischen Dorfes, in dem ich aufgewachsen bin. Und von ihm lernte ich auch nach kreativen Workarounds zu suchen, wenn mir nicht auf Anhieb eine elegante Lösung einfiel. Aber ich vermute, dass er mit dieser Beschreibung seiner Art, Probleme anzugehen, gar nichts anfangen könnte, denn er war immer mehr ein Macher als jemand, der lange über die Dinge nachdachte.

Heute wäre der 93. Geburtstag meines Opas. Ich weiss nicht mal, ob er tatsächlich ein gläubiger Mensch gewesen ist, aber ich weiss, dass er immer die Vorstellung von diesem Himmel hatte, in dem man all seine Lieben nach dem Tod wiedertrifft und in dem er gehofft hat, meine Oma wiederzutreffen. Und wenn ich nur ein bisschen von der Zauberkraft meines Opas, an die ich als Kind fest geglaubt habe, geerbt habe, dann wünsche ich ihm von ganzem Herzen, dass er genau dort heute sitzt und seinen Geburtstag feiert!

Katja

Happy Bearsday to youuuu

Nee, noch nicht umdrehen!

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Na gut, jetzt darfst du schonmal gucken.

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Klar sind die alle für dich!

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Happy Bearsday, mein Großer. ♥♥♥

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Augen zu und was wünschen! *puuuust*

Überraschung!

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(Ja, mag sein, dass das ein bisschen übertrieben ist, aber wie oft im Leben wird der beste Bär der Welt schon vollbärig?)

Katja

In echt.

Irgendwann mit 13, 14, 15 habe ich zum ersten Mal bewusst Van Gogh als Maler wahrgenommen, die ersten seiner Bilder (so dass ich wusste, dass es seine sind) gesehen und habe mich direkt in die leuchtenden Sonnenblumen verliebt.

Wenn man sich heute in einen Maler verliebt, ist es ein leichtes den Namen in Google zu tippen und man hat, natürlich den entsprechenden Bekanntheitsgrad des Malers vorausgesetzt, direkt Zugriff auf jede Menge seiner Werke. Wenn man sich Anfang/Mitte der 80 in einem kleinen Nest im Vogelsberg in einen Maler verliebte, dann konnte man nur darauf hoffen, in den nächsten Monaten mal wieder in eine größere Stadt zu kommen, die über eine ausreichend gut sortierte Buchhandlung verfügt, dass man sich weitere Werke anschauen kann und/oder wo man sich am besten, einen Kalender des entsprechenden Künstlers kaufen konnte, um für einen möglichst erschwinglichen Preis an ein Dutzend der Bilder zu kommen, die man dann ausgiebiger betrachten und/oder sogar rahmen und aufhängen konnte.

Irgendwann in dieser Zeit sah ich zum ersten Mal die Caféterasse am Abend, von der ich bis vor einiger Zeit fälschlicherweise annahm, das Bild sei das Nachtcafé, weil ich es mir in den 80ern mit diesem falschen Titel eingeprägt hatte. Wenn man allerdings die Treffer der Bildersuche bei google anschaut, merkt man, dass ich nicht die einzige mit dieser Titelschwäche bin.

Und seit ich dieses Bild zum ersten Mal bewusst wahrgenommen hatte, war es mein absolutes Lieblingsbild. Der Kontrast aus Hell und Dunkel, Gelb und Blau. Die kühle Nacht, das heimelig einladende Licht das Cafés – das rührte etwas in mir an und berührt mich immer noch jedes Mal, wenn ich das Bild betrachte. Vor vielen Jahren bekam ich einen gerahmten Druck davon geschenkt, der in unserem Wohnzimmer an der Wand hängt.

Vor 15 Jahren war ich schon einmal über meinen Geburtstag in Holland, damals auf einem Segeltripp auf dem Ijsselmeer. Genau an meinem Geburtstag legten wir im Hafen von Amsterdam an und für mich war ganz klar, dass ich jetzt unbedingt einige dieser Bilder, die mich schon so lange faszinieren live sehen wollte. Und eine Grachtenfahrt wollte ich machen.
Die Mädels, mit denen ich damals immer zusammen hing, wollten allerdings allesamt zum Shopping in die diversen Boutiquen. Für Shopping konnte ich mich (mal von Buchläden abgesehen) noch nie begeistern, aber irgendwie wollte ich damals auch nicht alleine losziehen, gerade an meinem Geburtstag nicht. Heutzutage würde ich das vermutlich einfach machen, damals bin ich also den anderen mit zusammengebissenen Zähnen hinterhergetrottet und es fühlte sich nach einem eher sehr bescheidenen Geburtstag an und an dem Tag wünschte ich mich sehr nach Hause.

Als wir jetzt vor einiger Zeit Ausschau nach Hotels hielten, von denen aus wir in bequemer Distanz zum Wasser wären, blieben wir relativ schnell an dem Hotel in Almere in Holland hingen, in dem wir jetzt auch waren. Das war nicht weit zur Nordsee, nicht weit nach Amsterdam und auch das Ijsselmeer (bzw. das Markermeer, von dem ich aber immer dachte, es sei ein Teil des Ijsselmeeres) war auch direkt vor der Tür.

Und natürlich lag es wieder auf der Hand, dass ich exakt 15 Jahre später jetzt-aber-wirklich gerne ins Van Gogh Museum gehen wollte. Genau so lange, bis ich mich mal näher informiert hatte und feststellte, dass die Caféterasse am Abend auch in Holland zu sehen ist – im Kröller-Müller-Museum, das praktischerweise fast genau auf unserem Weg von Zuhause ins Hotel lag.

Freitag Mittag gegen 12 waren wir da und ich hatte ein ganz flaues Gefühl im Magen. Schon der erste Van Gogh (insgesamt hängen dort fast 90, was nach dem Van Gogh Museum in Amsterdam die zweitgrößte Sammlung seiner Werke darstellt) vor dem ich stand, machte mir Gänsehaut und als ich dann irgendwann vor meinem Lieblingsbild stand, liefen mir die Tränen über’s Gesicht. Das traf mich völlig unvorbereitet, ich hätte nicht gedacht, dass mich ein Bild so sehr berühren könnte. Aber dieses Gefühl – ein Bild, dessen Farben und deren Anordnung ich so gut kenne – dann so aus der Nähe betrachten und fast berühren zu können, hat mich total  umgehauen. Die Tiefe, die teilweise wahnsinnig dick aufgetragende Farbe, die Pinselstriche – all diese Dinge, die kein Druck und kein Bild im Internet tatsächlich zeigen können… Dieses Bild, wahrscheinlich viele Millionen Mal irgendwo abgebildet und ich stand vor dem einzig echten Originalen, jenem, das Vincent Van Gogh 1888 in Arles gemalt hat. C’est magnifique!

Noch ein paar Van Gogh:

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Da hängen übrigens auch unter anderem Bilder von Picasso, Monet, Cezanne, Mondrian, Manet, Renoir, Gauguin – um nur mal einige der sehr berühmten zu nennen. Die konnten mich allerdings längst nicht so faszinieren. Und um das Museum gibt es einen umfangreichen Skulpturenpark.

Und es ist nicht mal besonders weit und lohnt sicherlich auch einen Tagesausflug – vom grenznahen Arnhem sind’s gerade mal noch 20 km bis Otterlo, wo das Kröller-Müller-Museum mitten im Hoge Veluwe Nationalpark liegt. Man muss übrigens auch Eintritt für den Nationalpark zahlen, wenn man nur ins Museum möchte – beides zusammen für 2 Erwachsene + Auto mit in den Park nehmen kostet knapp 40 €. Das ist jetzt kein echtes Schnäppchen, besonders im Vergleich dazu, dass Frau Kröller-Müller seinerzeit für den ersten Van Gogh, den sie kaufte und den man dort als Teil der Sammlung immer noch sehen kann, 14 Gulden bezahlt hat.

Trotzdem: Lohnend! Sehr! (Und die Grachtenfahrt habe ich auch gemacht – dazu aber vermutlich später mehr.)

Katja

~3~

3 Jahre bloggen haben mich verändert, mein Denken verändert. Das Aufschreiben meiner Gedanken ist in diesen 3 Jahren so Teil von mir, so Teil meines Denkprozesses geworden, dass ich es nur schwerlich missen wollte.

Eigentlich wollte ich zum dritten Blogsday irgendetwas hmm ‚Größeres‘ schreiben, was auszudrücken vermag, was das Blog(gen) für mich bedeutet, aber ausgerechnet heute herrscht in meinem Kopf wieder einmal so ein Chaos, dass es mich (fast) ganz wortlos macht. Man kann sich diese speziellen Stimmungen für rührselige Texte ja leider nicht aussuchen – zumindest mir gelingt das (immer noch) nicht. Ich verlinke daher lieber nur zu dem Eintrag, den ich zum zweiten Geburtstag meines Blogs schrieb – zumindest der Anfang gilt irgendwie noch fast genauso wie er es heute vor einem Jahr tat.

Dankeschön an alle, die immer wieder hierher kommen, lesen und kommentieren.

Ebenfalls Dankeschön an die ’stummen‘ Leser meines Blogs. Ich muss gestehen, dass es mich immer besonders freut, wenn jemand von euch irgendwann dann mal ‚Hallo‘ sagt und möchte mir selber glauben, dass mich das nicht aus Eitelkeit erfreut, sondern einfach, weil es sich hmm ‚echter‘ anfühlt, zu wissen, wer das, was ich schreibe – was ja nunmal recht oft sehr persönliche Gedanken sind –  liest.

Und ein besonderes Dankeschön an all jene, die mir durch’s Bloggen lieb und teuer geworden sind. Ihr macht mein Leben bunter!

Happy Blogsday, mein Kleines! Das mit dem Fürchten-Verlernen, das bekommen wir zwei schon noch hin!

Katja

Cherilyn Sarkisian

Mit diesem Song gelang es ihr im Januar als erster Frau, in 6 verschiedenen Jahrzehnten einen Nummer 1 Hit in den USA zu landen. Heute ist ihr 65. Geburtstag und angesichts dieser Leistung muss man wohl ‚erst‘ sagen.

Ihren ersten Nummer 1 Hit hatte sie 1965, zusammen mit Sonny Bono, mit dem sie damals verheiratet war und mit dem zusammen sie als Sonny und Cher auftrat. Und alleine dieser Song hat nichts von seiner Großartigkeit eingebüßt (und ich wüsste gerne mal, wie häufig er gecovert wurde).

Eine großartige Künstlerin. Danke für die Lieder ♥ und Happy Birthday, Cher!

Katja