Nah am Wasser.

In mir ist derzeit viel in Bewegung und manchen Groschen kann ich förmlich beim Fallen zusehen. Bei einem davon geht es um Tränen und vielleicht ist das eine der unerwartetsten und erstaunlichsten Erkenntnisse – unter so vielen – der letzten Zeit.

Vor ein paar Tagen war ich mit einem Freund unterwegs in einer Kneipe und irgendwie kamen wir auf schwierige Themen und ich merkte, was so oft passiert: mir kommen die Tränen und ich kann sie nicht unterdrücken und zurückhalten. Mitten. In. Der. Kneipe. Ich hasse es, wenn das passiert und würde mich dann am liebsten in Luft auflösen oder im Boden versinken. Oft merke ich herannahende Tränen nicht mal, sondern erst, wenn sie mir schon die Wangen runterlaufen und ich kann sie absolut nicht verhindern. Und auch oft genug erst mal nicht wieder damit aufhören. Dann drehe ich mich, wenn es geht, verlegen, von den (fremden) Menschen, die mich umgeben weg und schniefe verstohlen ins Taschentuch.

Dass ich überhaupt so oft und viel weinen muss, ist eine meiner Eigenschaften, die mir immer wieder zusetzen, wofür ich mich immer wieder selber hasse. Ich will keine blöde Heulsuse sein und oft kann ich genau deswegen nicht wieder aufhören, weil ich mich in dem Moment, wo ich losheulen muss, dann auch noch frage, wieso zur Hölle ich so ’ne Memme bin und mich dafür selber fertig mache. Keine gute Voraussetzung dafür, dass Tränen wieder versiegen…

Vor dem Freund zu weinen war irgendwie nicht so schlimm, auch wenn mir selbst das unangenehm war, aber dass mir mitten in der Kneipe die Tränen über’s Gesicht liefen, war mir enorm peinlich. Als ich am nächsten Tag mit eben jenem Freund darüber redete und erzählte, wie unangenehm mir das war, fragte er ganz schlicht „Wieso?“ und während ich noch nach Worten und Formulierungen suchte, über eine Gesellschaft, in der Tränen nunmal etwas sehr Privates sind und außer Kindern doch irgendwie niemand in der Öffentlichkeit wein[t/en darf], fragt er noch hinterher „Was glaubst du, was die Leute denken, wenn sie dich weinen sehen?“ (DANKE! ❤ ) und in dem Moment trifft mich die Erkenntnis wie ein Schlag.

Selbst das, was ich bis zu diesem Moment angenommen hatte – dass Tränen von Kindern in der Öffentlichkeit ganz ok sind – galt ja für mich überhaupt nicht. Ich durfte schon als Kind nicht in der Öffentlichkeit weinen, denn „Was sollen denn die Leute denken?“ und zu Hause durfte ich auch nicht wirklich weinen (worüber ich hier schonmal geschützt gebloggt habe [bitte verzeiht, wenn alle anderen gerade ausgesperrt sind, im Zweifel schreibt mir wegen des Passworts]) und ich kam gar nicht mehr mit bei all den Gedanken, die in dem Moment gleichzeitig in meinem Kopf aufploppten. Was werden die Leute wohl tatsächlich denken? Was denke ich, wenn ich jemanden in der Öffentlichkeit weinen sehe? Meist ein ‚oh, die Frau/der Mann ist traurig‘ oder ich frage mich, was passiert ist oder ich bedaure, dass man Fremde nunmal nicht unbedingt anspricht und schon gar nicht bei etwas so Privatem, wie Tränen, denn mir ist es ja auch unangenehm, wenn ich dabei erwischt werde, das will ich auch niemandem anderen antun. Es ist ja so schon peinlich genug. Und dann wird mir klar, dass es eigentlich gar nicht so furchtbar peinlich ist und dass dieses „Was sollen denn die Leute denken?“, die vorwurfsvolle Frage, für die ich noch nie überhaupt eine Antwort gesucht habe, gar nicht meine Frage ist, sondern die meiner Mutter. Und ich hab im Sinn, was der beste Freund mir vor einer Weile über Introjekte erzählte und ich mir in Folge angelesen habe und der gefallene Groschen tanzt immer wilder und ich versuche, all meiner bisherigen Scham des Wassollendenndieleutedenkens ein Istwahrscheinlichgarnixschlimmesundfallsdochvölligegal entgegenzustellen und da ist gerade viel Ufff in mir und Puh und ein bisschen bin ich fast schon gespannt darauf, ob überhaupt und wie sich mein Empfinden in einer solchen Situation verändert haben wird.

Das ist alles gerade ziemlich spannend und gut, was passiert. Zumindest vieles davon. Und ich bin so dankbar über so viel wertvollen Input von diversen Seiten und über Menschen in meinem Leben, die mir im richtigen Moment die richtigen Fragen stellen.

Katja

 

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Momentaufnahme/Bestandsaufnahme (Irgendwas mit Selbstakzeptanz)

Bis vor ein paar Tagen hatte ich für eine ziemlich lange Zeit die beiden Sätze

Denkt (zu) viel. Fühlt (zu) viel.

als Charakterisierung in meiner Twitter-Kurzbeschreibung stehen. Für eine noch viel, viel, viel […] längere Zeit waren genau das zwei meiner Grundgedanken/-gefühle und über das Gefühl stets irgendetwas ZU zu sein, habe ich hier mindestens schon einmal gebloggt. Immerzu immer zu. Immer falsch und verkehrt und das war oft der Einstieg in eine Spirale aus Selbstzweifeln und Selbsthass.

Seit ein paar Tagen und Wochen oder vielleicht auch schon Monaten merke ich, wie sich mein Denken und Fühlen dahingehend ändert. Ich glaube, ins Rollen kam dieser Stein durch viele geduldige Gespräche mit einer Freundin, die mich zum ersten Mal fest in die Richtung geschubst hat, meine von mir als Makel empfundenen Eigenschaften als meine Stärken zu sehen. Das bin ich.

Vor ein paar Tagen, als sich andere Dinge, die mir das Herz schwer gemacht haben, ein bisschen gelichtet haben, ist mir klar geworden, wieviel weiter ich auf diesem Weg in der letzten Zeit tatsächlich gekommen bin, wie oft ich – wenn ich merke, dass ich mich wieder mal am Anfang der ‚ich bin falsch, wie ich bin‘-Gedankenspirale befinde – selber wieder korrigieren kann. Ich denke viel. Ja. Aber so bin ich und das ist ok. Ich fühle viel. Ja. Aber auch das bin ich und das ist ok wie es ist. Gedanken abbiegen lassen, ganz bewusst den schädlichen Einhalt gebieten. Gerade gelingt es mir besser als möglicherweise je zuvor, denn wenn dieser folgende Selbsthass und das Verkehrtfühlen erst gar nicht richtig durchstarten, sondern ich die Stellen, an denen das passiert, rechtzeitig bemerke und/oder von einem der großartigen Menschen in meinem Leben, zeitig ausgebremst werde, erst gar nicht in Gang kommen, ist der Weg hinaus deutlich kürzer.

Ich habe die lange getragenen Klammern – und nicht nur jene um den Text – endlich aus meinem Profil und hoffentlich auch aus meinem Kopf entfernt.

Denkt viel. Fühlt viel.

Und weil Heiko mich auf den wunderbaren Gedanken brachte, dass die Klammern ja jetzt eigentlich übrig sind, mag ich sie nutzen, um all jene mal fest virtuell in die Arme zu schließen, die einen ordentlichen Anteil an der Entwicklung haben – dadurch, dass ich bei ihnen so sein darf, wie ich bin und dadurch, dass sie mir das Gefühl geben, so wie ich bin, richtig und ein liebenswerter Mensch zu sein. Es ist viel leichter, das im eigenen Kopf zu implementieren, wenn man das als Feedback und Input von außen bekommt (und ich weiß nicht mal, ob das so verwerflich ist, nicht ganz alleine an den Punkt zu gelangen sondern von dieser Bestätigung von außen zu zehren). Meine lieben Freunde – und wer sich hier gerade angesprochen fühlt – ist vermutlich gar nicht so falsch in der Annahme auch gemeint zu sein. Danke! Schmag euch. Sehr! ❤

(( ))

Katja

 

Don’t wait up for that moment to arrive

Und dann diese Tage, an denen die Welt wieder besser aussieht, du nicht mehr weinst, sondern umarmst, lachst, Pizza und Käsekuchen isst, läufst, redest, Kaffee trinkst, umarmst, Sterne guckst, lebst – froh und dankbar über die Menschen in deinem Leben bist, die du Freunde nennen darfst, bei denen du sicher bist, deinen Akku aufladen kannst. ❤

Heute war ein guter Tag. Dass der heutige Tag auf jeden Fall nur besser als gestern werden konnte, war mir gestern schon klar, aber dass es wirklich ein _guter_ Tag werden konnte, geworden ist, hat mich ein wenig überrascht und macht mich froh und dankbar. (Looking at you Ralph!)

Jetzt: müde, erschöpft, aber anders als gestern und zuversichtlicher. Läuft wieder besser, hoffentlich.

We’re gonna leave them all behind, We’re gonna leave them all behind
We’re gonna catch that train, the words they say couldn’t stop us if they tried
(Billy Talent – Leave them all behind)

 

Katja

Depression ist ein Arschloch.

Diese drecksverfickte Achterbahn, in der ich mich gerade emotional befinde, macht mich fertig und ich habe keine Ahnung, wie ich da hineingeraten bin und noch viel weniger, wo sich der Ausstieg befindet. Himmelhochjauchzend mit Hachz und Awww im einen Moment und nur kurze Zeit später sacke ich zusammen und bin nur noch ein heulendes Häufchen Elend. Und das geht so seit Tagen (oder vielleicht sogar schon Wochen? Die Zeit breit vor sich hin…) und immer wieder auf und ab und auf und ab und es laugt mich aus, macht mich fertig, raubt mir die Kraft. Im einen Moment will ich Bäume ausreißen und alle liegengebliebenen Dinge auf einmal erledigen, im nächsten fehlt mir die Kraft, mir auch nur einen frischen Kaffee zu machen. Mein Innenleben fühlt sich so unlogisch und surreal an wie mit 13 und ich hatte lange keinen so krassen Depressionsschub wie im Augenblick. Aber dann im nächsten Moment ist wieder alles ganz klar und ich merke, wie ich doch gerade voran komme, auf dem Weg herauszufinden, wer ich überhaupt unter all der vielen Angst und Traurigkeit bin und nicht nur herauszufinden, sondern auch wie ich anfange, mich mit all meiner Eigenheiten endlich und wenigstens ein Stück weit anzunehmen. Nicht mehr alles direkt als Makel zu empfinden, sondern auch zu sehen, dass auch gerade das, was ich oft als so fehlerhaft und gestört an mir empfinde, mich ausmacht und dass ich das genauso, also natürlich mit ein bisschen mehr Mühe, als Stärke empfinden könnte. Kann.

Aber dann, mit der nächsten Windung der Achterbahn kann ich mich wieder überhaupt nicht leiden, kann mich und meine Gedanken selber kaum aushalten, empfinde mich als Zumutung und will mich auf keinen Fall damit anderen zumuten. Das kenne ich von mir. Rückzug als das Mittel meiner Wahl, wenn es mir schlecht geht. Nur für mich bleiben, niemanden da mit reinziehen, niemandem auf die Nerven gehen. Und dann tu ich’s doch, schreibe all diesen Stimmungswust auf Twitter und möchte im nächsten Moment den Account löschen, um’s einfach bleiben zu lassen, damit niemand merkt, wie tief ich im Sitz der Achterbahn sitze, wie verworren ich schwanke. Wie verloren ich schwanke. Wie verloren. Ich. Bin.

Dabei weiß ich, dass Rückzug genau der falsche Weg ist, der der alles schlimmer und schlechter macht, dafür sorgt, dass die Tiefs unendlicher werden oder zumindest scheinen. Und bei diesen Überlegungen über Menschen und Nähe, die ich mir so sehr wünsche, gerate ich immer wieder an den Punkt, an dem mir aufgeht, wie einsam ich bin. Trotz all der freundlichen und mitfühlenden Menschen in meinem sozialen Netz, das für mich wirklich oft genau das ist – ein Netz, das mich auffängt.

Aber das, was mir so sehr fehlt, ist nur ein einziger Mensch, bei dem ich mich trauen würde, zu sein, wer und wie ich bin. Irgendwer als Adressat für ein „Hast du Zeit? Ich brauch dich gerade.“, bei dem ich mich das dann auch wirklich trauen würde. Mein halbes Leben lang war da E. und seitdem sie nicht mehr da ist, ist da eine Lücke. Klar, ich habe einen wunderwunderbaren besten Freund, aber der wohnt fast 300 km entfernt und hat mittlerweile eine Frau und drei Kinder und wir sind froh, wenn wir es überhaupt noch schaffen, einigermaßen regelmäßig zu telefonieren und am Leben des anderen teilzuhaben. Ich hab meine Schwester, die mir sehr nahe (vermutlich viel näher als ich ihr) ist und auch sie hat ein Aber. Wie eigentlich alle. Und diese Abers sind es, die mich in solchen Situationen zurückschrecken lassen, mich dazu bringen, mich nicht zu melden. Alle diese Menschen haben auch so schon genug um die Ohren und ich hab ja nicht mal echte Probleme, die ich teilen könnte, sondern nur diese Helligkeit, Licht, Wärme und Freude verschlingenden Dementorenmonstergedanken in mir. Und ich will ja nicht mal unbedingt über die reden. Ich will nur nicht mit ihnen alleine sein, sehne mich nach Gesellschaft, nach Ablenkung, nach jemandem, in dessen Gegenwart ich ins Weinglas heulen oder mich vor Lachen am Kaffee verschlucken kann.

Dass ich mich gestern von einem Menschen verabschiedet habe, bei dem genau das ging und der – für eine Weile – meine Geister vertreiben konnte, wie kaum jemand anderes, tut so weh, auch wenn es (nur) in der virtuellen Welt stattfand. Auch, weil es mir so schmerzlich bewusst macht, dass ich keine Ahnung habe, wo diese Galaxien zwischen uns hergekommen sind…

Ich will so gerne an meine eigene Liebenswürdigkeit glauben, das will ich wirklich wirklich (endlich). Aber ich weiß nicht, wie das geht, wo fast alles, was ich in den letzten Jahren versucht habe, an Freundschaften zu knüpfen, nicht funktioniert. Und ich weiß, dass es vermutlich deswegen so schwierig ist, weil ich es mir so sehr wünsche. Aber wie soll ich denn nur anders? Ich versuche die ganze Zeit, die Stimme in meinem Kopf zu unterdrücken, die mir einredet, dass ich immer alles vermassele, aber das ist so schwierig. Denn am Ende stehe ich immer bis zu den Knöcheln in Scherben.

Und dann, mit der nächsten Gedankenwelle, fühle ich mich so verflucht undankbar. Ich kenne so dermaßen großartige Menschen, mit denen ich täglich kommuniziere und für die ich wirklich dankbar bin. Und trotzdem. Vielleicht liegt es auch ausschließlich an mir, dass mir dieser eine Adressat für ein „Hast du ein bisschen Zeit für mich?“ fehlt, weil ich ohnehin zu feige bin, solche Fragen zu stellen.

Katja

Wenn’s dunkel wird… (m)eine Bitte an euch: guckt hin, fragt nach!

(Alle Jahre wieder.)

Ich weiss. Ich wiederhole mich. Denn ich hab hier schon die letzten beiden Jahre zu dieser Jahreszeit ähnliche Texte verfasst und jetzt komme ich schon wieder damit an…

Das mache ich zum einen deswegen, weil mir sehr am Herzen liegt, dass wir lernen und uns trauen, offener mit psychischen Erkrankungen umzugehen, zum anderen speziell immer wieder zu diesem Zeitpunkt, weil es von Depressionen Betroffenen dann häufig noch schlechter geht. Wenn draussen alles grau und dunkel ist, rutscht man viel leichter auch innen in tiefe dunkle Löcher, aus denen es oft schwer ist, wieder rauszukommen.

Manchmal wird es aber doch besser und ein wenig heller, wenn man merkt, dass man nicht ganz alleine mit der hundsgemeinen Krankheit ist. Wenn man merkt, dass es Menschen gibt, denen an einem liegt. Wenn man merkt, dass da Freunde sind, die auch dann da bleiben und versuchen, Kontakt zu halten, wenn man selber es gerade nicht gut auf die Reihe bekommt, Kontakte zu pflegen und wenig Eigeninitiative zeigt.

Meine Bitte an euch:

Achtet bitte besonders in den dunklen Wochen, die vor uns liegen – und die noch dazu Feiertage mitbringen, an denen Einsamkeit noch deutlicher bewusst wird -, auf die Menschen in eurem Umfeld. Bitte fragt mal nach, wenn ihr merkt, dass sich jemand abschottet. Fragt eure Freunden, Bekannten, Nachbarn, Kollegen, Lieben wie’s ihnen geht und falls ihr euch Sorgen um sie macht, fragt auch noch ein zweites Mal nach, falls sie auf höfliche Floskeln ausweichen. Interessiert euch, geht nicht weg, bietet an zu reden / zuzuhören, aber bedrängt nicht. Seid auch einfach schweigend da und leistet Gesellschaft. Nehmt mal in den Arm. Gebt keine gutgemeinten Ratschläge, stellt keine ‚aber warum machst du denn nicht einfach…?‘-Fragen.

Wenn man Depressionen hat, kann man sich in schlimmen Phasen oft selber nicht leiden und zieht sich zurück, um anderen nicht mit der komischen Stimmung auf die Nerven zu gehen. Bitte seid da, bleibt da und gebt das Gefühl, dass auch diese Phasen ok sind. Seid _echte_ Freunde für Menschen, die dringend das Gefühl brauchen, so jemanden zu haben.

Wenn ihr selber betroffen seid und merkt, dass ihr in ein Loch fallt, dass eine akute Krise ansteht: Bitte holt euch Hilfe! Auch wenn alles ganz schwarz aussieht, gebt euch selber Zeit und die Chance, dass es wieder besser werden kann. (Das wird es! Irgendwann. Irgendwie. Auch wenn es gerade nicht so zu sein scheint. Bitte glaubt mir!)

Wenn Sie sich in einer akuten Krise befinden, wenden Sie sich bitte an Ihren behandelnden Arzt oder Psychotherapeuten, die Ambulanz der nächstgelegenen Psychiatrischen Klinik oder die Telefonseelsorge (in Deutschland 0800 111 0 111 / 0800 111 0 222; in Österreich 142; in der Schweiz 143). Wenn diese nicht erreichbar sind, rufen Sie den Notarzt (in Deutschland 112, in Österreich und der Schweiz 144).

(Quelle: http://www.deutsche-depressionshilfe.de/ – Dort gibt es auch viele Informationen.)

Bitte passt gut auf euch und aufeinander auf! Und bitte sagt das weiter!

Ich mache das nur einmal im Jahr, dass ich euch aktiv darum bitte, einen Link weiterzugeben, einen Beitrag zu teilen, eine Nachricht weiterzusagen und das ist immer in diesem Fall, wo es mir um die Aufmerksamkeit für das Thema geht!

Vielen Dank für’s Lesen und die Aufmerksamkeit! Danke für’s Weitersagen!

Katja

*Edit am 02.11.2015:

@nelladarren wies mich darauf hin, dass ich hier einseitig appeliere und nur jene berücksichtige, die mit ihrer Depression nicht alleine sein wollen. Das ist mit meinem ‚bietet an, aber bedrängt nicht‘ tatsächlich zu knapp gefasst, denn manchmal ist schon das zu viel. Versucht also bitte so gut wie möglich darauf zu achten und zu respektieren, was euer Gegenüber möchte / will / braucht und akzeptiert vor allem auch den Wunsch, alleine gelassen zu werden.

Ich verlinke hier mal den ersten Tweet zu dem Thema, darüber (über das Datum unten im Tweetkästchen) lässt sich der Rest unserer Unterhaltung auf Twitter aufrufen.

Direkt nochmal ein wirrer Traum

Keine Ahnung, was da gerade los ist und weswegen ich so umfassend träume und mich noch dazu nach dem Aufwachen so gut erinnern kann. Teilweise weiss ich sogar im Traum schon, dass ich träume, komme aber auch dann nicht aus der Geschichte raus. Vor einiger Zeit habe ich überhaupt nur mitbekommen, dass ich träume, wenn ich aus Albträumen erwacht bin. Ich deute das also gerade eher positiv, mich auch mal an andere Träume erinnern zu können – auch wenn die sehr wirr sind.

*

Im Traum letzte Nacht ging ich wieder zur Schule. Das Gebäude war von aussen eine Mischung meiner alten Sekundarstufenschule und der 30 Kilometer entfernten Berufsschule, innen war die Raumanordnung und die Korridore aber so wie am Kolleg, wo ich viel später mein Abi im zweiten Bildungsweg gemacht habe.

Ich musste eine Matheprüfung bei meinem alten Mathelehrer aus der Sekundarstufe schreiben. Das war ein furchtbar strenger Typ, der immer ‚ganz knau‘ sagte, wenn man eine gute Antwort gegeben hat. Wir hatten alle ziemlichen Respekt vor ihm und auch im Traum war mir ungeheuer wichtig, mit der Prüfung einen guten Eindruck bei ihm zu machen. Ich weiss aber nicht mehr, weswegen das überhaupt so wichtig war, aber es gab dafür einen Grund. Die Prüfung war total langwierig, ging von Dienstag (oder Donnerstag, das wusste ich im Traum schon nicht genau, nur dass es ein Tag mit D. war) über das Wochenende hinweg bis zum darauffolgenden Freitag. Ich musste täglich hin und die Aufgaben bearbeiten und weiss noch, dass ich mich furchtbar geärgert habe, weil ich auch samstags und sonntags für jeweils 8 Stunden von 8 bis 16 Uhr und ganz ohne Pause hin musste, um Matheaufgaben zu lösen. An die Aufgaben selber kann ich mich nicht erinnern und auch nicht daran, ob sie mir schwer fielen.

An dem Freitag als die Prüfung zu Ende war, war ich pünktlich fertig und hinterher total erleichtert. Dann ging ich in den 1. Stock des Gebäudes hoch (von innen glich das ja dem Hessenkolleg) und in den Gang, wo sich ein Teil des Wohnheims befindet. Da klopfte ich an S. Tür (mit der zusammen ich Abi gemacht habe) und wir saßen im Gemeinschaftsraum des Wohnheims und tranken zusammen Tee und ich zeigte ihr meine bearbeiteten Aufgaben. Das war insgesamt nur ein einziges Din-A4-Blatt, trotz der langen Prüfungsdauer, was S. total komisch fand, mir aber nicht ungewöhnlich vorkam. Sie sagte das direkt mehrfach und fragte, ob ich auch wirklich alle Aufgaben gelöst hätte, auch die, die nur an der Rückwand des Raumes an der Wand gestanden hätten. An meine Antwort kann ich mich nicht erinnern, nur dass ich auf einmal ein ganz flaues Gefühl hatte. Dann fragte S. noch, wieso ich denn eigentlich am kommenden Sonntag schon wieder um 8 Uhr da sein müsste und ob es jetzt nicht langsam mal gut wäre mit der Schikane durch Z. Jetzt wo doch die Prüfung eigentlich schon fertig wäre. Ich wusste bis dahin gar nicht, dass ich am Sonntag wieder da sein musste und regte mich furchtbar darüber auf, weil ich doch so müde und erschöpft war.

Plötzlicher Szenenwechsel und ich saß mit meiner Freundin aus Kindertagen in deren Auto auf dem Beifahrersitz und wir wollten in die nahegelegene Stadt fahren. Wir hatten dort auch etwas bestimmtes vor, das weiss ich noch, aber nicht mehr, was es war. Auf dem Rücksitz saß ihr 2 Jahre jüngerer Bruder, wir waren alle etwa Anfang 20. Mir fiel auf einmal siedend heiss ein, dass ich immer noch meinen Zettel mit den Testaufgaben in der Tasche hatte und vergessen hatte, den abzugeben. Ich versuchte E. zu überreden, dass sie mich erst bei der Schule, die sogar fast auf dem Weg lag, vorbeifuhr, damit ich den noch abgeben könnte, aber sie meinte, der Z. (der Mathelehrer) würde den ja eh nicht mehr annehmen, jetzt wo ich den schon so lange mit mir rumgeschleppt und die Lösungen längst hätte googeln können. Sie fuhr also einfach weiter in die geplante Richtung und ich musste losheulen und war panisch. Ihr Bruder überredete sie dann, doch kurz an der Schule anzuhalten.

Dann war ich im Schulgebäude und lief einen langen grauen Korridor entlang (der gehörte zu keiner der echten Schulen, die im Traum vorkamen und ich wusste in dem Moment auch, dass ich den eigentlich gar nicht kannte). Währenddessen spielte ich gedanklich mögliche Dialoge durch, wie ich Z. überreden könnte, meine Aufgaben doch noch anzunehmen und wie ich ihm versichern könnte, dass ich die Lösungen natürlich nicht nachgeschlagen hätte. Der Korridor zog sich und zog sich und ich sah ganz am Ende einen Lichtschein, von einem großen Fenster, aber so angestrengt ich auch in die Richtung weiterging, später dann schnell lief, ich kam und kam nicht dort an und meine Panik über die nichtabgegebene Aufgabe und was deswegen passieren könnte, wurde immer größer.

Just als ein Schatten im Korridor vor dem Licht auftauchte und ich die Silhouette von Z. darin erkannte, der jetzt seinerseits in meine Richtung auf mich zukam, wachte ich auf.

Katja

Heute dann

Eigentlich war ich gerade schon auf dem Weg ins Bett mit einem frischen Buch, aber dann fiel mir noch ein, dass ich hier unbedingt noch ein paar Sätze festhalten sollte. In der letzten Zeit geht es hier wieder so häufig um Trübsinniges und heute war ein ausnahmsweise wirklich guter Tag. Es wäre ungerecht ihm gegenüber, ihm hier die Aufmerksamkeit zu verweigern!

*Seit heute Morgen sitzt mir ein wirklich sehr willkommener Ohrwurm im Kopf. Derm Zeilentiger ist schuld sei Dank! I said, hey babe, take a walk on the wild side. (Der Text hinterm Link ist übrigens alleine schon (aber nicht nur) wegen dieses Satzes „Diese Tage, wenn man weggeben will, um mehr zu haben.“ wunderbar und lesenswert!)

*Dann vorm Einkaufen in den Feldweg reingefahren und ein Stückchen gelaufen und mich über den unfassbar kitschblauen Himmel mit den unfassbar kitschtuffigen Wattewölkchen gefreut. Wenn das nicht Frühling ist!

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*Kurz darauf mitten im Laden schallend lachen müssen. Es ist gut, Menschen zu kennen, die in Wolken Pinguine sehen, die an Delfinhintern schnuppern! Haste in den unerwartetsten Situationen was zu Lachen und wirst doof angeguckt! 😀

*Auf dem Heimweg die erste Fahrt mit runtergekurbeltem Fenster in diesem Jahr! Wenn das nicht Frühling ist!1elf

Insgesamt ist das wieder mal typisch: gebt mir Frühling und Sonne und irgendwie wird dann doch alles wieder gut! Dann muss es ja auch wirklich!

Jetzt: Bett’n’Buch. Der wahre Rock’n’Roll des Freitagabends. (Naja, ab einem gewissen Alter zumindest. :mrgreen: )

Katja