mitohne

Vor ein paar Monaten waren wir zum Essen eingeladen und es gab dort ein unheimlich leckeres Gericht mit Hühnchen und natürlich musste ich den Gastgebern hinterher das Rezept abschwatzen. Das musste ich einfach nachmachen!

Beim ersten Mal hatte ich mich genau ans Rezept gehalten, heute gab es das wieder und ich habe nach Gutdünken ein bisschen abgewandelt und das war so gut, dass ich die Abwandlung jetzt hier festhalten muss, damit ich sie nicht wieder vergesse.

Das Rezept ist für Chicken Tagine und eigentlich für die Zubereitung in einem solchen Gefäß (Klick für Wikipedia) gedacht, aber sowas habe ich natürlich nicht. Die Freunde hatten es aber auch in einer ganz normalen Pfanne zubereitet und das schmeckt auch wunderbar. Man sollte allerdings einen Deckel für die Pfanne haben, es köchelt sehr lange und sonst verkocht die ganze Soße.

Hühnchen mit Feigen mitohne Tagine

Man braucht dafür:

Hühnerfleisch, am besten Hähnchenschenkel ohne Haut und Knochen, pro Person 1 Schenkel oder etwa 2 Oberschenkel
1 mittelgroße Zwiebel
2 Knoblauchzehen
1 daumengroßes Stück Ingwer
1 TL Salz
1 TL gemahlenen Kümmel
1 TL gemahlenen Kreuzkümmel
1 TL Chilipulver
1 TL Garam Masala
1 TL Zimt
400 ml Geflügelfond (wer keinen hat, kann auch Brühe nehmen, aber mit Fond wird’s besser!)
1 EL Honig
3 EL Zitronensaft
250 g getrocknete Softfeigen (vielleicht ein paar weniger)
optional 1 Handvoll Rosinen (ich hatte beim letzten Mal drin, dieses Mal nicht und sie fehlten mir nicht)
optional 1 Handvoll Cashewkerne (die hatte ich noch nie drin, könnte sie mir aber gut darin vorstellen und notiere sie deswegen hier schon mit, damit ich daran denke)
Salz, Pfeffer
2 EL Mehl
Olivenöl und Butter zum Braten

Und so geht’s:

Das Hühnerfleisch sollte entbeint und gehäutet sein, falls es das noch nicht ist, muss man das zuerst machen. Die Oberschenkelfilets bleiben dann einfach im Ganzen. (Falls man Hühnerbrust nimmt, was auch geht, aber vermutlich nicht so zart wird, sollte man sie in gröbere Würfel schneiden.) Das Mehl in einen Teller oder eine kleine Schale geben und kräftig pfeffern uns salzen und das Hühnerfleisch darin wenden, sodass es rundum leicht mehliert ist.

Zwiebel, Ingwer und Knoblauch schälen und fein würfeln. Das Olivenöl und die Butter in einer Pfanne (für die man einen Deckel hat) erwärmen und bei mittlerer Hitze Zwiebel, Ingwer und Knoblauch darin anschwitzen. (Will man Cashewkerne mit reingeben, kommen die auch an dieser Stelle rein) Währenddessen die Gewürze vom Salz bis zum Zimt abmessen und bereitstellen. Wenn die Zwiebeln glasig sind, die Gewürze dazugeben und für 2 Minuten unter Rühren mitbraten. Dann das Hühnerfleisch dazu geben, mit dem Zwiebel-Gewürzbrei vermengen und für ein paar Minuten von allen Seiten anbraten. Es sollte aber nur ganz leicht Farbe bekommen, gegart wird es erst im anschließenden Kochvorgang.

Den Geflügelfond zum Fleisch geben und ebenso Honig und Zitronensaft. Den Deckel auf die Pfanne und das ganze für 1 Stunde köcheln lassen (bei mir auf Stufe 4 von 9 des Kochfeldes). Dabei das Fleisch mehrfach wenden, wenn es nicht komplett von Soße bedeckt ist.

Will man Rosinen dazu geben, so werden die jetzt für eine halbe Stunde eingeweicht. Die Feigen kann man auch einweichen, muss man aber nicht. Nach der Hälfte der Kochzeit die Feigen (und optional Rosinen) mit in die Soße geben. Ist die Soße am Ende noch zu flüssig, noch ein paar Minuten ohne Deckel und mit etwas größerer Flamme weiterkochen bis sie die gewünschte Konsistenz hat. Ich brauchte das heute nicht und musste auch nichts mehr nachwürzen.

Bei uns gibt es Reis dazu, das passt sehr gut.

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Neulich _auf_ Zollverein

Ich bin ja eigentlich bekennendes Bienchen-, Blümchen- und Bäumchenkind, aber ich gestehe, einen gewissen Charme üben diese Industriebauten doch auch auf mich aus. Besonders die Geometrie reizt mich, die sich vor allem im Blick nach oben immer wieder zeigt. Ich habe nur geguckt und fotografiert, das Auge gefüttert; mich mal nicht um Fakten oder Infos geschert und nichts gelesen. Dafür war der Kopf zu voll mit anderem Kram. Deswegen hier nur ein paar Bilder.

(Klick macht groß)

Katja

Lunch for two

„Oh. Ich möchte auch mal von jemandem bekocht werden.“ sagte sie vor einer Weile mal.

Na bitte, das kann man ja machen. Man lädt sich ja eh viel zu selten mal jemanden zum Mittagessen ein.

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🙂

Katja

Nochmal neulich in meiner Küche

Eigentlich wollte ich ja auch die zweite Rezeptesammlung vom zweiten Freundebekochen im November noch pünktlich vor Weihnachten bloggen, falls vielleicht noch dem einen oder der anderen eine Idee für’s Feiertagsessen fehlt, aber dann begab es sich, dass ich selber Weihnachten gar nicht großartig kochen durfte bzw. konnte, weil wir uns bei meiner Mutter trafen statt dass die Familie hierher zu Besuch kam und dann war ich erst mal ein bisschen frustriert, weil ich ja ohnehin nicht sooo viele Gelegenheiten zum hübsch kochen habe und nun eine davon wegfiel und damit fiel auch irgendwie meine Laune, lange an Menürezeptbeiträgen rumzutippen.

Aber trotzdem mag ich’s jetzt doch noch hier festhalten. Ostern steht ja fast schon wieder vor der Tür ( 😀 ), mein neuer Herd und Ofen hoffentlich auch bald, also kocht doch mal für eure Lieben! 🙂

Weil einer meiner Gäste laktoseintolerant ist, habe ich möglichst auf Milchprodukte verzichtet (was sich zB beim Nachtisch zeigt) und da, wo ich Milchprodukte verwendet habe, war es immer die laktosefreie Version.

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Zucchinimus mit Parmesancreme

Das Rezept dafür hatte ich schon vor längerem bei Theofel entdeckt und wollte das immer mal ausprobieren.

Man braucht dafür:

2 Zucchini
1 Zweig frischen bzw. 1 EL getrockneter (und dann unbedingt fein gemahlener!) Rosmarin
1 kleine Zwiebel
1 Knoblauchzehe
Salz und schwarzer Pfeffer aus der Mühle
1 Prise Zucker
gemahlenen Kreuzkümmel
Olivenöl
und für die Creme:
200 g Sahne (ich nahm laktosefreie)
100 g frisch geriebener Parmesan (der ist von Haus aus laktosefrei)
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
Parmesanspäne zum Bestreuen

Und so geht’s:

Die Zucchini waschen, die Enden abschneiden und in sehr dünne Scheiben schneiden (die Zucchini, nicht die Enden). Zwiebel und Knoblauch schälen und fein würfeln. Das Olivenöl in einer Pfanne erhitzen, die Zwiebel bei mittlerer Hitze glasig anschwitzen, den Knoblauch dazu geben und aufpassen, dass er nicht bräunt. Die Zucchini in einem kleinen Topf mit Wasser aufsetzen und ca. 3 min köcheln lassen. Sie dann abtropfen lassen und zusammen mit dem Rosmarin und den Gewürzen mit in die Pfanne geben. Alles für ein paar Minuten zusammen durchziehen lassen, dann den Rosmarinzweig wieder entfernen und die Masse mit einer Gabel fein zerdrücken. (Bei einer beschichteten Pfanne natürlich nicht in der Pfanne, sondern dann erst in eine Schüssel oder einen Teller umfüllen.)

Das Zucchinimus in Gläser füllen, mit einem Löffelrücken andrücken, damit sich keine Blasen bilden und kalt stellen.

Den Parmesan in kleine Stücke schneiden und in der Sahne in einem kleinen Topf unter Rühren erhitzen bis der Käse geschmolzen ist. Mit ein bisschen schwarzem Pfeffer würzen. (Salz braucht man keines, weil der Parmesan schon salzig schmeckt.)

Die Creme ein bisschen abkühlen lassen und dann über das Zucchinimus in die Gläser füllen. Am besten über Nacht, mindestens aber für einige Stunden kalt stellen. Die Sahne wird dann fest. Vorm Servieren kann man (muss aber nicht) noch ein paar frisch gehobelte Parmesanspäne drüberstreuen.

Lässt sich super vorbereiten, wenig Aufwand und eine sehr feine kleine Vorspeise! Die Masse oben reicht für 4 – 6 kleine Gläser. Falls ihr das nachmachen möchtet, lasst bitte auf keinen Fall den Kreuzkümmel weg! Der gibt dem ganzen Gericht den letzten Pfiff und ich glaube ja seitdem, man sollte Zucchini ruhig häufiger mit Kreuzkümmel kombinieren.

Dazu eine Schale mit frischem Baguette auf den Tisch. Die kann da auch gerne bis nach dem Hauptgericht stehen bleiben, weil es überall dazu passt.

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Salat mit würzig gebratenen Kichererbsen

Dieses Rezept wiederum hatte ich irgendwann mal bei Anke Gröner entdeckt, die es aus einem Ottolenghi Kochbuch hat und das gibt es hier häufiger und ich freue mich jedesmal über die tollen Aromen.

Man braucht dafür:

Salat.
Den mische ich immer nach Belieben, was ich gerade da habe oder frisch ergattern konnte. Hier war das:

Lollo Rosso
Gurke
Tomaten
rote Paprika
Radieschen
Mais
Frühlingszwiebeln
viel frische glatte Petersilie

für das Dressing:
abgeriebene Schale einer Bio-Zitrone
2 EL Zitronensaft
1 EL Sherryessig (wer keinen hat: Balsamico geht auch)
1 TL Zucker
Pfeffer und Salz, möglichst frisch gemahlen
ca. 50 ml Olivenöl

nach Belieben Naturjoghurt, ich nahm laktosefreien

für die Kichererbsen:
1 kleine Dose Kichererbsen
1 TL gemahlenen Kardamon
1 TL gemahlener Kreuzkümmel
1,5 TL gemahlenes Piment
1/4 TL Salz
Olivenöl

Die Salatzutaten waschen, putzen und in mundgerechte Größe schneiden und zupfen, die Petersilie hacken. Die Zutaten für die Salatsoße miteinander vermischen – dabei gibt man zuerst die Gewürze und die Säure (also Zitronensaft und Essig) in ein Schüsselchen und gießt dann langsam unter Rühren mit einem Schneebesen das Öl dazu. Dann wird’s eine fluffige Vinaigrette. (Auf keinen Fall zuerst das Öl rein und die Säure später, das verbindet sich nicht zur Emulsion.)

Die Kichererbsen über einem Sieb abtropfen lassen. Die Gewürze in einem tiefen Teller vermischen und die Kichererbsen dazu geben und wälzen bis sie rundum von Gewürzen überzogen sind. In einer Pfanne das Öl erhitzen und bei mittlerer Hitze die Kichererbsen für ein paar Minuten braten.

In der Zwischenzeit den Salat auf Teller drappieren, das Dressing darüber geben, mit Petersilie bestreuen. Dann die Kichererbsen dazugeben und entweder direkt einen Klecks Joghurt mit auf die Teller geben oder in einem Schälchen Joghurt zur Selbstbedienung mit auf den Tisch stellen.

Vorbereiten lässt sich davon das Salat putzen und das Gewürze bereitstellen. Aber auch alles andere erfordert dann nur ein paar wenige Handgriffe und geht schnell während die Kichererbsen braten.

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(Ich kann übrigens viel besser kochen als Essen fotografieren. 🙄 )

Danach gab es, schon mehrfach bewährtes, Boeuf Bourguignon, das ich zum einen gerne für Gäste koche, weil es sich toll vorbereiten lässt, zum anderen aber auch, weil mir diese Passage aus Julie & Julia so gut gefällt, die ich beim Rezept (Link) schon zitiert hatte – oh und lecker ist es natürlich auch! Irgendwie fühlt es sich für mich richtig an, für Gäste, speziell, wenn sie zum ersten Mal zum Essen hier sind, Boeuf Bourgignon zu kochen. 🙂

Zum Eintopf gab es dieses Mal Salzkartoffeln und dafür hatte ich ganz kleine Kartoffeln (Drillinge) besorgt und sie dann im Ganzen (natürlich geschält) gekocht. Wenn der Mitesser nicht vorher schon angeboten hätte, dass er sich ums Kartoffelschälen kümmert, hätte ich aber wohl eine weniger arbeitsaufwändige Beilage gewählt. Die Kartoffeln habe ich aufgesetzt kurz bevor ich den Salat angerichtet habe und habe sie dann in eine Schüssel gefüllt, in der sie gut warm bleiben. Das ging so zeitlich ganz entspannt für eine gemütliche Pause zwischen den einzelnen Gängen. Nudelwasser würde ich wohl (beim bisherigen Ceranherd, das wird wohl bald anders mit einem Induktionskochfeld) einschalten, wenn der Salat fertig zum Servieren ist.

 

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Zum Dessert gab es Orangensorbet mit Schokoladen-Minimuffins und Orangenscheiben in Orangensirup

Für das Sorbet braucht man:

200 ml frisch gepresster Orangensaft oder Orangendirektsaft
1 Eiweiss
1 Messerspitze gemahlenen Kardamon
150 ml Läuterzucker*

Und so geht’s:

Die Zutaten müssen alle gut gekühlt sein. Das Eiweiss sehr steif schlagen. Saft und Läuterzucker vermischen und das Eiweiss mit einem Schneebesen vorsichtig unterrühren, Kardamon dazugeben. Für etwa 1 Stunde in die Eismaschine füllen und danach noch etwa 2 Stunden in den Gefrierschrank, damit es fest genug ist, dass man Kugeln daraus formen kann.

(*Läuterzucker kann man ganz einfach selber herstellen, indem man Zucker und Wasser im Verhältnis 1:1 vermischt, aufkocht und ca. 3 min sprudelnd kochen lässt. Das lässt sich in Gläsern oder Flaschen gut aufheben.)

Dazu gab es frische Orangen in Orangensirup:

Dafür einfach die Orangen mit einem scharfen Messer inclusive der weissen Haut abschälen und in dünne Scheiben schneiden. Einen Esslöffel Zucker in einem Topf leicht karamellisieren lassen und mit ca. 50-70 ml Orangensaft ablöschen und so lange köcheln lassen bis sich das Karamell gelöst hat. Mit gemahlenem Kardamon parfümieren und die Orangenscheiben darin für mind. 2 Stunden ziehen lassen.

Und ausserdem Schokoladen-Minimuffins.

Für die braucht man:

200 g Butter
150 g Zartbitterschokolade in Stücken
200 g Mehl
2 TL Backpulver
100 g Zucker
1 Vanillezucker
1 TL Vanilleessenz
4 Eier
75 g gehackte Pistazien
Puderzucker zum Bestäuben

Und so geht’s:

Den Backofen auf 180°C vorheizen. Butter und Schokolade im Wasserbad schmelzen und anschließend ein bisschen abkühlen lassen. Mehl und Backpulver in eine Schüssel sieben. Zucker, Vanillezucker dazugeben. Die Eier in eine weitere Schüssel schlagen und verquirlen, die Vanilleessenz dazugeben. Die abgekühlte Butter-Schokoladen-Mischung dazugeben, verrühren und anschließend alles zu der Mehl-Zucker-Mischung geben und unterrühren. Pistazien unterrühren und den Teig gleichmäßig auf Minimuffinförmchen verteilen.

Zur Backzeit kann ich leider keine sinnvolle Aussage machen, so lange ich das nicht irgendwann nochmal mit dem dann neuen Backofen probiert habe. Meiner funktionierte da schon nicht mehr richtig, weswegen es auch kleine Muffins statt Brownies (wie ursprünglich geplant) wurden, weil die leichter durchbacken. Bei funktionierendem Backofen und Minimuffins sollte die Backzeit bei ca. 10 – 12 min liegen.

Auch das lässt sich super am Vortag vorbereiten, sodass man dann nur noch alle Bestandteile zusammen auf einen Teller zu drappieren braucht.

*

Das war schon alles! 🙂

Und auch dieses Mal lassen sich die meisten Bestandteile sehr gut vorbereiten und man kann den Aufwand, wenn es dann soweit ist und die Gäste am Tisch sitzen, gut bewältigen.

Noch ein Tipp: Falls ihr noch nie ein mehrgängiges Menü gekocht habt, denkt daran euch bei der Auswahl der Gerichte schon Gedanken um das Geschirr zu machen. Ich habe früher manchmal noch Gänge umwerfen müssen, als ich noch nicht ausreichend viele Teller hatte. Es gibt kaum einen größeren Stressfaktor als wenn man mitten im Kochgewirr, wenn es in den meisten Küchen ohnehin schon recht eng zugeht, noch Teller spülen muss.

Katja

Rezeptbeiträge mit kompletten Menüideen gab es übrigens auch schon hier, hier und hier. 🙂

Neulich in meiner Küche

Wird Zeit, dass ich mal damit anfange, ein paar der Rezepte der letzten beiden Sonntage zu notieren. Weihnachten steht ja quasi schon in den Startlöchern, kocht doch mal für eure Lieben! 🙂

Los geht’s mit dem Menü vom 17. November, von dem es hier zumindest schon mal die Bilder gab:

Crostini mit Ziegenkäse

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Sehr simpel und gut tauglich als erstes Häppchen zum Aperitif.

Man braucht dafür:

Baguette, pro Nase 1 oder 2 Scheibchen
Ziegenweichkäse von der Rolle (ich habe immer Sainte Maure, aber natürlich tut’s auch jeder andere Ziegenkäse oder auch Camembert, wem Ziege zu streng ist)
Walnüsse
Pflaumenchutney (Klick für’s Rezept), aber es gehen sicherlich auch Preisselbeeren
gutes Olivenöl

Und so geht’s:

Backofen auf 180-200°C vorheizen. Baguette in Scheiben schneiden, auf ein Backblech legen und die Oberseite dünn mit Olivenöl einpinseln. Für ein paar Minuten in den Ofen schieben bis die Oberseite leicht bräunt.
Dann jede Baguettescheibe mit einer Scheibe Ziegenkäse belegen und wieder in den Ofen schieben bis der Käse schmilzt. Einen Klecks Chutney drauf, eine Walnusshälfte reindrücken und direkt servieren.

Wenig Aufwand, gute Wirkung.

Und weil’s gerade passt:

Mein aktueller Lieblingsaperitif, den es bei uns dazu gab, ist der 4.4.2

4 cl Grand Marnier
4 cl sprudelndes Mineralwasser
2 cl Zitronensaft

mit ’nem Scheibchen Zitrone und 1, 2 Eiswürfeln.

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Süffiges Zeug das!

(No-Butter-no-Chicken-) Kürbiscappuccino mit Parmesankeks

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Bei der Suche nach einem Suppenrezept für mein Menü war ich auf ein Rezept für Kürbiscappuccino gestoßen, der mit Milchschaum serviert wird und das fand ich des Effekts wegen ganz schick.
Beim Testkochen stellte sich dann raus, dass die Suppe (mit Orangensaft und Kokosmilch) zwar ganz nett schmeckte, aber auch nicht darüber hinauskam. Und dann fing mein großes Problem an, denn es gibt so viele Kürbissuppenrezepte wie Bärchenpärchen in meinem Regal – vielleicht sogar noch ein paar mehr.

Weil es aber ein paar Tage vorher bei uns wieder mal Tanyas Keine-Butter-Huhn gegeben hatte – eines der Rezepte, die ich wahnsinnig gerne und immer wieder koche, weil ich die Duft- und Geschmacksexplosion der Gewürzmischung so unheimlich mag – kam mir die Idee, die Gewürze in Kombination mit Kürbis zu probieren und das fand ich so grandios, dass ich sehr versucht bin, Kürbissuppe jetzt immer so zuzubereiten.

Man braucht dafür:

1 kleinen Hokaidokürbis
1 rote Zwiebel (weiss tut’s aber auch)
2 Knobizehen
Ingwer, ungefähr ein daumengroßes Stück
2 EL Tomatenmark
1 EL brauner Zucker
1 EL Cumin (ganz)
1 EL Garam Masala
1 TL Curcuma
1 TL rote Chiliflocken, gemahlen
1 TL Salz
2 EL Joghurt (oder Schmand, den hatte ich gerade offen)
ca. 1/2 Liter Gemüsebrühe
Olivenöl

Und so geht’s:

Den Kürbis halbieren, die Kerne und den sehr weichen Innenteil des Fruchtfleischs mit einem Löffel auskratzen und den Kürbis mitsamt der Schale, die man beim Hokaido mitessen kann, in ca. 1,5 – 2 cm große Würfel schneiden.
Die Zwiebel schälen und fein würfeln, ebenso Knobi und Ingwer. Die Gewürze schonmal zusammensammeln und in ein Schälchen abmessen. Das habe ich von Tanya übernommen, das ist praktischer als später über dem Topf rumzuhantieren.

Olivenöl in einem ausreichend großen Topf für alle Zutaten erhitzen und die Zwiebel, den Knobi und den Ingwer ein paar Minuten bei mittlerer Hitze glasig dünsten. Dann sämtliche Gewürze dazugeben und unter Rühren anbraten. Dabei nicht vergessen, sich über den wahnsinnig intensiven Duft zu freuen, der aus dem Topf in die Nase steigt! Das Tomatenmark dazugeben und mit den Gewürzen und Zwiebel und Co. zu einer Art Paste im Topf verrühren, dann die Kürbiswürfel dazugeben und unter rühren ein bisschen anbraten bis der Kürbis rundum von der Paste überzogen ist. Joghurt dazu, ebenso die Gemüsebrühe und bei mittlerer Hitze mit aufgelegtem Topfdeckel für ca. 20 min vor sich hinköcheln lassen und immer mal umrühren.

Das kann man bis hierhin prima am Vortag vorbereiten – auch wenn dann natürlich den Gästen bei der Ankunft leider nicht mehr der krasse Duft der gerösteten Gewürze im Flur schon in die Nase steigt.

Wenn der Kürbis weich ist, die Suppe mit dem Pürierstab pürieren. Falls man das am nächsten Tag macht, sollte man den Kram unbedingt vorher (!) erhitzen und erst danach pürieren. Es ist sehr viel einfacher, weil wenn die Suppe schon püriert ist und dann kocht, blubbert das heisse Kürbismus vulkanähnlich durch die halbe Küche. Falls die Suppe zu dickflüssig ist, nochmal einen Schluck Brühe oder auch einfach Wasser dazugeben.

Das kann man einfach so in tiefen Tellern oder Suppenschalen servieren, aber wenn man einen Kürbiscappuccino daraus machen möchte, muss man jetzt mit einem Milchschaumerzeugungsgerät seines Vertrauens Milchschaum erstellen. (Bei mir macht das ein Gerät, das mit Induktionsenergie arbeitet und falls ihr Kaffee mit Milchschaum liebt, kann ich das ohnehin uneingeschränkt empfehlen. Dolles Teil, superstabiler Schaum und alle Teile sind spülmaschinentauglich. *der hier Klick*). Dann die Suppe in ein Glas füllen, den Schaum drüber und nach Belieben oben noch Dekogewürz drauf streuen – bei mir sind das ein paar Chilifäden.

Dazu gab’s Parmesankekse. Die hatte ich schon vor längerem beim Sammelhamster entdeckt und hab’s in der Tat noch mit den Resten des im Juli aus Italien mitgebrachten Parmesan zu backen. Rezept hab ich ein bisschen variiert.

Für meine Variante braucht man:

70 g weiche Butter
50 g Kürbiskerne
80 g Mehl
1/2 TL Backpulver
1/2 TL Salz
30-40 g Parmesan
1 Ei

Und so geht’s:

Backofen auf 180°C vorheizen. Kürbiskerne trocken in einer Pfanne anrösten, anschließend ein bisschen abkühlen lassen und auf einem Brett mit einem Messer ein bisschen kleinhacken. Den Parmesan fein reiben.

Butter, Mehl, Backpulver, Salz und Ei mit den Fingern zu einem Teig verkneten. Die Kürbiskerne drunter kneten und ca. walnussgroße Kugeln aus dem Teig formen. Die Kugeln ein bisschen flach zu Keksen drücken und auf einem mit Backpapier belegten Blech ca. 20 – 25 min backen bis sie leicht bräunen.

Schweinefilet gefüllt mit Backpflaumen in Rumsoße mit Kartoffelplätzchen und Rotkraut

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Wie praktisch! Die Rezepte hatte ich alle schonmal verbloggt. Ich verlinke also an dieser Stelle nur. Vom Rotkraut hatte ich zum Glück noch ein Glas selber eingekochtes im Keller stehen und habe an der Stelle viel Zubereitungszeit und -arbeit gespart. (Und dabei fällt mir ein, wofür ich mir in den nächsten Wochen auch direkt dringend wieder mal Zeit nehmen sollte.)

Schweinefilet-Klick

Kartoffelplätzchen-Klick (Die müsste man sowieso viel häufiger machen! Wie montags angebratene Restklöße vom Sonntagsessen. Nur, dass man sich den Umweg über die Sonntagsklöße spart, gebraten schmecken sie eh nochmal so gut!)

Rotkraut-Klick

Vorbereiten lässt sich davon das Rotkraut – wenn man es einfriert oder in Gläsern einkocht mit ordentlich Vorlaufzeit – und die Kartoffeln kann man am Vortag schon kochen und pellen. Pressen oder reiben sollte man sie aber erst am Morgen des Essens und dann kann man sie auch direkt in Plätzchen verwandeln und dann später nur in die Pfanne werfen. Das Schweinefilet lässt sich auch schon morgens bis zu dem Punkt, wo’s in die Pfanne kommt, gut vorbereiten und im Kühlschrank lagern.

Wenn man das Menü in dieser Zusammensetzung und Reihenfolge kocht, ist es gut, direkt nach den Crostini den Backofen ein bisschen offen stehen zu lassen, damit er auf ca. 80°C runterkühlen kann bis man an der Stelle ankommt, an der das Filet warm gehalten werden muss, damit man die Soße in der Pfanne reduzieren kann. Da lassen sich auch die Kartoffelplätzchen auf Küchenkrepp warm halten, falls man nicht alle auf einmal in die Pfanne bekommt.

Und dann noch:

Orangen Crème Brûlée

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Für 4 solcher ofenfester Förmchen braucht man:

200 ml Sahne
200 ml Vollmilch
das Mark aus 1 Vanilleschote
6 Eigelb
50 Gramm Zucker
1-2 EL Grand Marnier
1 TL fein geriebene Orangenschale (weil es so schwierig ist, Orangen zu bekommen, deren Schale unbehandelt ist, weiche ich da meist auf jene aus, die es bei den Backzutaten zu kaufen gibt)
1 Prise gemahlener Kardamom (jetzt zuschlagen! Zumindest hier in der kleinen Stadt ist es fast unmöglich, das Zeug ausserhalb der Weihnachtsbäckereizutatenverkaufssaison zu bekommen.)
2-3 EL brauner Zucker zum Karamellisieren

Und so geht’s:

Die Vanilleschote auskratzen. Das Vanillemark zusammen mit der ausgekratzen Schote, der Sahne, der Milch, der Hälfte des Zuckers und dem Grand Marnier in einem kleinen Topf zum kochen bringen. Dann vom Herd nehmen und wieder auf etwa Handwärme abkühlen lassen.

Den Backofen auf 150°C vorheizen.

Dann die leere Vanilleschote rausfischen. Die Eigelb verrühren, einen kleinen Schluck der Milchmischung dazugeben und mit einem Schneebesen mit der zweiten Zuckerhälfte verrühren. Der Zucker sollte sich möglichst auflösen, aber das Eigelb nicht schaumig werden. Langsam den Rest der lauwarmen Milch-Sahne-Mischung zufügen und alles miteinander verrühren und auch Orangenschale und Kardamom mit einrühren.

(Die meisten Crème Brûlée Rezepte, die ich gesehen habe, verlangen, dass man direkt Eigelb und Zucker verrühren soll. Macht das nicht! Das gibt kleine Zucker-Eigelb-Klümpchen, die sich nie wieder auflösen. Mit einem Schluck Milchmischung geht es hingegen wunderbar.)

Die Mischung in die ofenfesten Förmchen füllen. Die Förmchen in eine große flache Auflaufform, in die alle reinpassen ohne sich zu berühren oder in die Fettpfanne des Ofens stellen und die Form bzw. Fettpfanne mit Wasser auffüllen, sodass das Wasser bis 1-2 cm unter dem Rand der Creme-Förmchen steht.

In den Backofen damit und nach 35-40 min anfangen, immer mal danach zu schauen und an den Förmchen zu wackeln, um festzustellen, ob die Masse schon gestockt ist. Man merkt das eigentlich relativ leicht. Die Oberfläche sieht zwar schon recht schnell fest aus, aber wenn man an den Förmchen wackelt, bilden sich da große Wellen. Wenn die Masse fest genug ist, bewegt sich die Oberfläche beim Förmchenwackeln nicht mehr.

Meine letzte Crème Brûlée brauchte ca. 50 min. Mein Backofen hat aber eine Macke und dieses Mal hatte ich die Form doppelt so lange im Ofen und habe am Ende die Temperatur auch noch ein bisschen erhöht. So lange man aufpasst, dass die Oberfläche nicht zu dunkel wird, kann innendrin kaum was passieren, wenn man die Creme etwas länger im Ofen hat.

Für mindestens 4 Stunden, aber besser ist über Nacht in den Kühlschrank stellen. Lässt sich also auch super vorbereiten.

Direkt vorm Servieren dann mit braunem Zucker bestreuen und den Zucker mit einem Gasbrenner karamellisieren. (Das kann man wohl auch im Backofen machen, sofern der über einen Grill verfügt, aber ich habe das noch nicht ausprobiert und weiss auch nicht, ob das schnell genug geht, damit die Creme nicht wieder warm wird. Das Schöne an der fertigen Creme ist ja nämlich eigentlich, die noch etwas warme, knackige Karamellkruste über der gut gekühlten Creme.)

Und das war’s schon. 🙂

Alles viel weniger Aufwand als es vielleicht erst mal aussieht, das Kochen ging ja fast schneller als das Aufschreiben. 😀

Demnächst dann noch die Rezepte vom Freunde bekochen gestern!

Katja

Übrigens gab es hier und hier auch schonmal Rezeptsammlungen von vollständigen Menüs.

Little Confessions #30

Was ich beim Kochen, Backen, Anrichten mühevoll in eine Mixtur verschiedener Zutaten verwandle, zerlege ich gelgentlich beim Essen wieder in seine einzelnen Bestandteile – will heissen: ich bin eine das-Beste-zuletzt-Esserin (sofern nicht irgendwelche völlig überbewerteten Tischmanieren mich in Gegenwart von weniger gut bekannten Menschen daran hindern).

Ein paar Beispiele: bei Erdbeerkuchen muss ich natürlich zuerst den Guss runteressen, dann den Boden und zuletzt die Erdbären. Natürlich könnte man das Kuchenerlebnis trotzdem keineswegs durch pure Erdbeeren ersetzen, der selbstgebackene Boden ist ja schon auch toll. Nur die Erdbeeren sind eben noch ein bisschen toller. Bei Salaten, Gemüsepfannen oder Obstsalaten picke ich speziell beim Rest immer nach Sorten getrennt, die Reihenfolge umgekehrt zu meinen Vorlieben, die Bestandteile aus dem Schälchen, die ich vorher bei der Zubereitung gründlich vermischt habe. Und Spargelstangen kann ich nur von hinten nach vorne essen, sämtliche Spitzen kommen erst nach den Stangen dran. Allerdings muss dann, wenn es die klassische Variante mit Kartoffeln und Schinken gibt, für den letzten Bissen auch noch exakt ein kleines bisschen Kartoffel und ein wenig Schinken als Gesellschaft für die letzte Spargelspitze übrig sein.

Katja

Sonntags im Mai

Nicht am letzten Sonntag, sondern schon eine Woche vorher waren wir unterwegs auf einem Teil der Deutschen Alleenstraße und zwar jenem, der durch die Gegend, in der ich aufgewachsen bin, führt.

Unser Weg führte uns von Ilbenstadt, wo wir uns die Basilika angeschaut haben durch die Wetterau und den Vogelsberg – speziell auf einen Spaziergang durch Schlitz, wo ich früher häufig, aber schon seit sicher 15 Jahren gar nicht mehr war –  bis nach Fulda.

Das Bemerkenswerteste des Tages war aber unser Abendessenstopp in einem Gasthaus in einem der Dörfer im Fuldaer Umland. Wir hatten im Vorbeifahren gesehen, dass man draussen sitzen kann und dass dort wirklich viel los war, was bei so Dorfgasthäusern sonntags zur besten Abendessenzeit ja oft ein Zeichen dafür ist, dass man dort gut essen kann. Das Essen war eher gehtso als gut, die Bedienung sichtlich überlastet und schon überfordert davon, dass jemand nach einer Karte fragte und nicht einfach eines der 4 Gerichte vom Tischaufsteller bestellte, aber das echte Erlebnis war, dass der örtliche Fußballclub just an diesem Tag, und mit nur noch einem weiteren zu bestreitenden Spiel, die Tabellenspitze erklommen hatte. Sagenwamalso: hätten der Dorfclub die WM gewonnen, hätten die nicht ausgelassener feiern können. 😀
(Wuhu, gerade mal nachgeguckt: Vor 2 Tagen haben sie ihr letztes Spiel mit 8:0 gewonnen und sind Meister geworden. Bestimmt müssen die jetzt die Kneipe renovieren!)
Sehr süß der wirklich kleine Opi mit dem langärmeligen Trikot und der Rückennummer 85 (vermutlich sein Alter), permanent mit glimmender Zigarre oder Zigarette im Mundwinkel, den sie irgendwann auf ein großes, als Stehtisch dienendes, Bierfaß hochhoben, wo er, für sein Alter erstaunlich beweglich, die Hüften zum allgemeinen Fangesang kreisen ließ. Was die Knuffigkeit anging kaum zu überbieten (wer braucht schon keksebackende russische Omis in Trachten?) – wäre da nicht die stinkende Zigarre gewesen.
Eher unsympathisch die Frau, die fast neben mir saß und sich – egal ob mit dem Nebenmann oder jemandem am anderen Ende des Biergartens – in der stets gleichen, brüllenden Lautstärke unterhielt. Aufgedreht, dass man sich fragte, ob’s an zu viel Sonne lag oder ob sie ihr was ins Essen gemischt hatten (Beruhigungsmittel sicherlich nicht!).

Ein paar Eindrücke des Tages im Bild gebannt. (Beim Essen war ich zu feige, obwohl das echt sehenswert, und nochmehr hörenswert, gewesen wäre. :D)

Katja