Ja huch?!

…und dann wird mir auf einmal bewusst, wie ultrahammeroberkrass diese Veränderung und Entwicklung ist, die ich da in der letzten Zeit gemacht habe. Dieses berufliche Thema, das so lange Zeit so dermaßen furchteinflößend war, dass ich schon alleine beim Drandenken, dass ich mal drüber nachdenken müsste, eine Panikattacke bekommen habe, wie ich es nur aus Zeiten kannte, als ich noch rauchte, was inzwischen auch schon wieder über 10 Jahre her ist und dass ich damals™ immer in Panik verfallen bin und dringend erst mal eine rauchen musste, wenn ich nur darüber nachdachte, dass ich mal über’s Aufhören nachdenken müsste, so in etwa war das jahrelang für mich.

Und jetzt? Ich stelle mich. Ich mache diese Reha, in der es darum geht. Ich beschäftige mich damit. Ich frage großartige Menschen um Rat und bekomme noch viel großartigere und allesamt wohldurchdachte Ideen, denke über diese Ideen nach, versuche mich reinzudenken, reinzuspüren, reinzuhören. Das alles vorsichtig optimistisch, neugierig, offen, gespannt. Und mir wird erst in einem ruhigen Moment überhaupt klar, WIE groß diese Veränderung ist und ich muss es dringend hier aufschreiben, um es bewusster festhalten zu können. Da tut sich was in mir, viel sogar und immer noch ein bisschen wehmütig vermisse ich den besten Therapeuten und mir wird – beim Gedanken, dass er gerade vermutlich stolz auf mich wäre – wieder mal bewusst, wie nah er mir in all den Jahren war und dass genau diese, möglicherweise nicht zu hundert Prozent professionelle, dafür aber immer enorm fürsorglich wohlwollende Nähe es war, was mir in all den Jahren so gut getan hat, weil das eines der Dinge ist, die mir in meiner Kindheit am allermeisten gefehlt haben. Aber vielleicht kann ich mir auch jetzt einfach mal erlauben, selber stolz auf mich zu sein. So! Nämlich!

Katja

 

Momentaufnahme/Bestandsaufnahme (Irgendwas mit Selbstakzeptanz)

Bis vor ein paar Tagen hatte ich für eine ziemlich lange Zeit die beiden Sätze

Denkt (zu) viel. Fühlt (zu) viel.

als Charakterisierung in meiner Twitter-Kurzbeschreibung stehen. Für eine noch viel, viel, viel […] längere Zeit waren genau das zwei meiner Grundgedanken/-gefühle und über das Gefühl stets irgendetwas ZU zu sein, habe ich hier mindestens schon einmal gebloggt. Immerzu immer zu. Immer falsch und verkehrt und das war oft der Einstieg in eine Spirale aus Selbstzweifeln und Selbsthass.

Seit ein paar Tagen und Wochen oder vielleicht auch schon Monaten merke ich, wie sich mein Denken und Fühlen dahingehend ändert. Ich glaube, ins Rollen kam dieser Stein durch viele geduldige Gespräche mit einer Freundin, die mich zum ersten Mal fest in die Richtung geschubst hat, meine von mir als Makel empfundenen Eigenschaften als meine Stärken zu sehen. Das bin ich.

Vor ein paar Tagen, als sich andere Dinge, die mir das Herz schwer gemacht haben, ein bisschen gelichtet haben, ist mir klar geworden, wieviel weiter ich auf diesem Weg in der letzten Zeit tatsächlich gekommen bin, wie oft ich – wenn ich merke, dass ich mich wieder mal am Anfang der ‚ich bin falsch, wie ich bin‘-Gedankenspirale befinde – selber wieder korrigieren kann. Ich denke viel. Ja. Aber so bin ich und das ist ok. Ich fühle viel. Ja. Aber auch das bin ich und das ist ok wie es ist. Gedanken abbiegen lassen, ganz bewusst den schädlichen Einhalt gebieten. Gerade gelingt es mir besser als möglicherweise je zuvor, denn wenn dieser folgende Selbsthass und das Verkehrtfühlen erst gar nicht richtig durchstarten, sondern ich die Stellen, an denen das passiert, rechtzeitig bemerke und/oder von einem der großartigen Menschen in meinem Leben, zeitig ausgebremst werde, erst gar nicht in Gang kommen, ist der Weg hinaus deutlich kürzer.

Ich habe die lange getragenen Klammern – und nicht nur jene um den Text – endlich aus meinem Profil und hoffentlich auch aus meinem Kopf entfernt.

Denkt viel. Fühlt viel.

Und weil Heiko mich auf den wunderbaren Gedanken brachte, dass die Klammern ja jetzt eigentlich übrig sind, mag ich sie nutzen, um all jene mal fest virtuell in die Arme zu schließen, die einen ordentlichen Anteil an der Entwicklung haben – dadurch, dass ich bei ihnen so sein darf, wie ich bin und dadurch, dass sie mir das Gefühl geben, so wie ich bin, richtig und ein liebenswerter Mensch zu sein. Es ist viel leichter, das im eigenen Kopf zu implementieren, wenn man das als Feedback und Input von außen bekommt (und ich weiß nicht mal, ob das so verwerflich ist, nicht ganz alleine an den Punkt zu gelangen sondern von dieser Bestätigung von außen zu zehren). Meine lieben Freunde – und wer sich hier gerade angesprochen fühlt – ist vermutlich gar nicht so falsch in der Annahme auch gemeint zu sein. Danke! Schmag euch. Sehr! ❤

(( ))

Katja