dos mil

Es gab Zeiten, da lief auf meinem Desktop immer im Hintergrund der ‚Elch‘, jener Rauchfrei-Counter von SWR3, den ich bei meinem Rauchstopp damals installiert habe. Und es gab Zeiten, vor ungefähr 5 Jahren und 5 Monaten, in denen ich das Programm lange im Vordergrund am Monitor hatte und die Sekunden mitgezählt habe, besonders jene, wenn wieder eine neue nichtgerauchte Zigarette dazugezählt wurde, weil es mich bei jeder einzelnen nichtgerauchten Zigarette unfassbare Willenskraft kostete, die Finger davon zu lassen und sie erst gar nicht zu rauchen.

Das ist lange her und in den meisten Situationen macht es mir nicht mehr zu schaffen, nicht zu rauchen. Ich weiss, dass ich mit Rauchen durch bin. Ich will das nicht mehr. NIE mehr. Auch und vor allem, weil ich so gelitten habe damals, manchmal kurz davor war, die Tapete von den Wänden zu reissen aus lauter Verzweiflung, weil ich mit vielen Gefühlen gar nicht ’normal‘ umgehen konnte nachdem ich sie 22 Jahre lang einfach ‚weggeraucht‘ hatte und weil ich es mir nicht nochmal zutrauen würde, diese Willenskraft aufzubringen.

Heute piekst es immer noch manchmal, aber die Situationen sind selten und meist ist es nach einem ganz kurzen Moment auch wieder vorbei. Das Elchprogramm läuft heutzutage eigentlich nie und ich öffne es nur zu besonderen Gelegenheiten, weil es auch die Werte für Nikotin und Co. sammelt.  Aber auch ohne Programm zähle ich immer noch die Tage – jeden einzelnen seit 20. Dezember 2008.

Das ist jetzt genau 2000 Tage her und es gibt nicht viele Dinge, auf die ich so stolz bin, wie auf dieses Durchhalten – trotzdem es mir so schwer fiel.

 

Katja hat am 20. Dezember 2008 um 17:00 Uhr aufgehört zu rauchen,
ist damit schon 2.000 Tage   7 Sekunden rauchfrei,
hat in dieser Zeit 24.000 Zigaretten nicht geraucht, 2.880,00 Euro gespart
22 Gramm Nikotin und 264 Gramm Teer den Lungen erspart und insgesamt
83 Tage 8 Stunden RauchFrei-Zeit gewonnen.

Mehr SWR3 RauchFrei unter http://www.SWR3.de/rauchfrei

Katja

Was ich gut kann: durchhalten

„Ich hätte echt nie gedacht, dass ich eine Sache so lange am Stück jeden einzelnen Tag durchziehen könnte.“ sagte ich eben am Telefon und wurde darauf hingewiesen, dass es ja noch viel mehr als 1000 Tage sind, die ich jetzt nicht geraucht habe. Aber das ist nicht das selbe, dafür musste ich nur etwas nicht tun. Das ist, nach den anfänglichen Höllenmonaten, sehr einfach gewesen und nichts, was mich noch täglich beschäftigen würde. Aber dieses tägliche Fotografieren seit 1000 Tagen, das ist etwas, was ich wirklich jeden einzelnen dieser Tage aktiv getan habe. Und ich habe nicht nur jeden Tag geknipst, ich habe auch das jeweilige Foto jeden Tag direkt hochgeladen und gebloggt. Von zu Hause, von unterwegs in Deutschland, aus Holland und Belgien und Frankreich und Spanien und Österreich und Italien. Ein einziges Mal war es kurz nach Mitternacht, aber das war nach einem überaus gemütlichen Abend mit Freunden bei Essen und Wein in Karlsruhe und einer lausigen UMTS-Verbindung auf der Heimfahrt, die mir das Hochladen des Bildes von unterwegs verweigert hat.

1000 Tage, 1000 Fotos und das ist gerade eines der wenigen Dinge, wo ich mal ohne gleich ein ‚aber‘ hinterherzusetzen, um das direkt wieder zu relativieren, sagen kann, dass ich stolz auf mich bin. Ich wusste vorher nicht, dass ich so gut darin sein kann bin, eine Sache (komplett frei von äusseren Zwängen, die mich dazu bringen) durchzuziehen, konsequent und kontinuierlich. Das macht an manchen Tagen viel Spaß, an manchen kommt nicht mehr als ein Foto von der Rauhfasertapete im Schlafzimmer dabei heraus. Aber ich bin stolz darauf, dass jetzt an jedem einzelnen dieser 1000 Tage überhaupt ein Foto dabei herausgekommen ist.

Und besonders mag ich das Projekt, weil es mich zum Hingucken bringt, weil ich immer auf der Suche nach einem Motiv viel aufmerksamer durch die Welt gehe und weil es mich zB auch oft dazu bringt, einen Schlenker am Rhein vorbei zu machen. Oder überhaupt an manchen Tagen rauszugehen, an denen ich mich eigentlich lieber drinnen verkriechen würde.

A big shout-out an Corina und Tanya mit denen zusammen das überhaupt erst so richtig Spaß macht! 🙂

A picture a day – so lange es Spaß macht, knipse ich weiter!

Katja

Heute vor zwei Jahren…

machte ich etwas anders: statt nämlich lange weiter zu grübeln, fing ich einfach an und knipste drauflos.

Und weil’s nach 2 Jahren immer noch jede Menge Spaß macht und weil ich ausserdem irre stolz darauf bin, diese eine Sache, dieses eine Foto pro Tag auch an den allerdunkelsten Tagen in diesen zwei Jahren hinbekommen zu haben, mache ich einfach auch jetzt noch weiter damit. So lange das eben so bleibt und so lange ich weiterhin Spaß daran habe.

Vielleicht erwische ich ja auch in irgendeinem Jahr nochmal die eingeschaltete Weihnachtsbeleuchtung über jenem Tor, das ich vor 2 Jahren zum ersten Mal knipste und hinter dem sich, wie ich seit letztem Wochenende endlich weiss, weil ich drinnen war, das hiesige Feuerwehrmuseum befindet.

P1290288-001

16.12.2010

16.12.2011

16.12.2012

Katja

(a picture a day)