Der Fluch des Selbermachens #7, heute: Überbrückungsbrötchen aka Burger Buns

Wenn der erste Versuch, Pulled Pork selber zu machen, ungeplant mal eben 11 Stunden länger braucht als man vorher so dachte, bleibt in der Wartezwischenzeit jede Menge Zeit, die Jeopardymelodie zu summen und wenn einem das auch zu langweilig wird, dann backt man halt mal eben noch die Burger Buns selber. Das doofe ist nur, dass die so dermaßen viel besser als jegliches gekauftes pappiges, zerbröselndes, durchweichendes Burger Brötchen sind, dass man vermutlich ab jetzt und für immer und ewig dazu verdammt ist, die Burger Brötchen selber zu backen.

Für 8 große Brötchen braucht man:

50 g Butter
300 ml (+ 1 Schluck) Milch
1/2 Würfel Hefe
1,5 EL Zucker
500 g Mehl
1 TL Salz
1 Ei
Sesam zum Bestreuen

Und so geht’s:

Die Butter schmelzen, dann die Milch dazu geben und checken, ob das ganze etwa handwarm ist, dann den Zucker dazu geben und die Hefe reinbröseln und mit einem Löffel verrühren damit sie sich ein bisschen löst. Beiseite stellen, bis sich deutliche Blasen bilden.

In der Zwischenzeit das Mehl mit dem Salz vermischen, das Ei aufschlagen, verkleppern und ca 1 EL davon wegnehmen und beiseite stellen. Sobald die Hefemischung Blasen wirft, diese und den Rest des Eis zum Mehl geben und mit der Küchenmaschine oder den Knethaken vom Handmixer ca. 6 min lang durchkneten bis sich ein elastischer Teigklumpen gebildet hat.

(Normalerweise knete ich Hefeteige immer mit der Hand, aber bei diesem funktioniert das tatsächlich nicht, weil er dann so dermaßen klebt und man dazu neigt das mit mehr Mehl auszugleichen und dann funktioniert das Aufgehen nicht. #füreuchgetestet)

Ein sauberes Geschirrhandtuch mit warmem Wasser anfeuchten und die Teigschüssel damit abdecken und für ca. 45 min an einem warmen Ort gehen lassen. In der Zeit sollte sich das Volumen des Teiges etwa verdoppelt haben.

Die Luft aus dem Teig kneten, den Teig in 8 gleichgroße Teile teilen und aus jedem ein rundes Brötchen kneten. Die Teiglinge auf ein mit Backpapier belegten Backblech legen und wieder mit dem feuchten Geschirrtuch abdecken und nochmal ca. 45 min gehen lassen. In der Zeit irgendwann den Backofen auf 190°C Ober-/Unterhitze vorheizen.

Den beiseite gestellten Löffel Ei mit einem großen Schluck Milch vermischen und die Brötchenoberseiten mit einem Backpinsel mit der Mischung bestreichen, Sesam darüber streuen und das Blech für 18 bis 20 min in den Ofen schieben. Nach der Backzeit aus dem Ofen nehmen, die Brötchen auf ein Kuchengitter legen und für 15 min mit einem sauberen Geschirrhandtuch (dieses Mal ein trockenes) abdecken. (Das dient dazu, dass sie weich bleiben.) Dann noch ein bisschen abkühlen lassen, Burger draus basteln und fluchen, weil man nie wieder gekaufte Burger Buns essen möchte.

 

Das selbstgemachte Pulled Pork war übrigens auch so unfuckingfassbar lecker, dass ich leider leider auch das nie wieder als Fertigvariante zum Aufwärmen kaufen kann.

Katja

Against desert desserts, Teil 4

In der Reihe schnell zuzubereitender Nachspeisen heute:

Røde Grøde, die man eigentlich des Klangs wegen med Fløde machen müsste – sagt das mal schnell dreimal hintereinander: Røde Grøde med Fløde, Røde Grøde med Fløde, Røde Grøde med Fløde – wir mögen sie aber lieber mit Vanillesoße, deswegen hier das Rezept für die nicht ganz so schick klingende

Røde Grøde med Vanille Sauce

Für die Grütze braucht man:

1 Glas Sauerkirschen
1 Päckchen Vanillepuddingpulver
ca. 300 – 400 g TK-Beerenmischung oder natürlich im Sommer frische gemischte Beeren (Him, Brom, Erd, Johannis, Heidel oder in beliebiger anderer Zusammensetzung, die man gerne mag)
3 EL Zucker
evtl. etwas Wasser

Und so geht’s:

Die Sauerkirschen über einem Sieb abtropfen lassen und dabei den Saft auffangen. Die Sauerkirschen zusammen mit den Beeren in eine Schüssel geben. Die Beeren kann man, so sie tiefgekühlt waren, direkt aus dem Tiefkühler verwenden und muss sie nicht erst auftauen lassen.

Den Sauerkirschsaft mit Wasser auf einen knappen halben Liter auffüllen. Den Großteil davon in einem kleinen Topf erhitzen. Ein wenig vom Saft mit Zucker und Puddingpulver verrühren und dann in den kochenden Saft einrühren. Den Kirsch-Vanille-Pudding unter Rühren 1, 2 Minuten kochen, dann direkt aus dem Topf über die Früchte in der Schüssel geben und gründlich vermischen.

Wenn die Beeren noch gefroren waren, tauen sie durch den heissen Pudding auf und der Pudding kühlt auch direkt ein bisschen ab, sodass man direkt eine lauwarme Grütze hat, die schnell vollständig abkühlt. Das hat den Vorteil, dass man die Grütze auch ganz spontan zubereiten kann und keine Stunden vorher vorbereiten muss, damit sie nicht mehr zu warm ist.

Für die Vanillesoße braucht man:

3 Eigelb
1 Vanilleschote (das Mark daraus)
2 Vanillezucker
2 EL Zucker
200 ml Milch
200 ml Sahne
1 EL Speisestärke

Und so geht’s:

Alle Zutaten in einem kleinen Topf gründlich mit einem Schneebesen verrühren und dann bei mittlerer Hitze auf dem Herd so lange erhitzen und dabei ohne Pause weiterrühren bis die Masse deutlich eindickt. Auf keinen Fall kochen lassen!

Ich mache das auf dem Herd bei Stufe 5-6 von 9 und es dauert annähernd 10 min bis die Soße eindickt. Meist habe ich dabei mein Kochthermometer griffbereit – das Eindicken passiert ca. bei 80°C, weil das Eigelb dann bindet. Den Topf vom Herd nehmen und die Soße entweder direkt warm oder abgekühlt mit der Grütze servieren.

(Die Soße fällt übrigens auch in die Kategorie „Der Fluch des Selbermachens“. Nachdem ich die einmal selber gemacht hatte, möchte ich die nicht mehr aus Pulver zusammenrühren, weil sie so schnell gemacht ist und so viel besser ist.)

Nyd dit måltid!

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Katja