Wieder mal Gäste bekochen, heute: orientalisch

Die Zeit rennt so und es ist schon ein paar Wochen her, dass ich wieder einmal Gelegenheit hatte, für Gäste zu kochen. Und weil ich die Rezepte versprochen habe (und die vom Mal davor schuldig geblieben bin, weil ich nicht zum Aufschreiben kam *soifz*), schreibe ich sie auch gleich auf’s Blog, wenn ich sie ohnehin aufschreibe.

Es gab orientalisches Essen, weil ich das schon länger mal als Menü kochen wollte und jene Gäste sind immer erfreulich probierfreudig. 🙂

Los geht’s mit Arabic Sun!

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Der Aperitif hat den großen Vorteil, dass man ihn auch als alkoholfreie Variante für die kleinen Gäste am Tisch zubereiten kann und er sieht trotzdem genauso wie der Erwachsenendrink aus!
Für den alkoholischen mischt man 43 (den spanischen Likör) und Orangensaft im Verhältnis 1:3 zusammen mit einer kleinen Prise Kardamom, gibt das auf Eiswürfel in hohe Gläser, lässt vorsichtig über einen Löffel ca. 1 TL Grenadine reinlaufen und streut eine Prise Zimt auf die Oberfläche. Beim alkoholfreien lässt man einfach den 43 weg.

Danach gab es dünnes Fladenbrot, Hummus, Tomaten-Granatapfel-Salat und Kichererbsen-Spinat-Salat:

 

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Für das Fladenbrot braucht man:

400 g Mehl (ich nahm 300 g ganz schnödes und 100 g Dinkelmehl)
200 ml lauwarmes Wasser
1 Würfel Hefe
1 TL Salz
2 TL Zucker
2 EL Olivenöl

Und so geht’s:

Aus den Zutaten einen geschmeidigen Hefeteig kneten, warm stellen und gehen lassen, bis sich das Volumen etwa verdoppelt hat. Dann in 6 Portionen aufteilen und aus jeder Portion mit einem Nudelholz einen halbwegs runden Fladen mit ca. 20 cm Durchmesser ausrollen. Eine beschichtete Pfanne dünn einölen (wenn die Beschichtung tippitoppi ist, geht es auch ohne), die Platte so auf 3/4 Hitze (bei mir 7 von 9) stellen. Die Fladen mit einer Gabel einpieksen und einen nach dem anderen in der Pfanne braten bzw. backen. Wenn die Oberseite Blasen wirft, umdrehen und noch kurz die andere Seite braten. Die Fladen bleiben relativ hell und weich haben nur ein paar dunkle Stellen.

Das kann man soweit vorbereiten und in einer Dose (vermutlich geht auch ein Gefrierbeutel) über Nacht aufbewahren und dann am nächsten Tag für’s Essen kurz (nur etwa 2 min) in den Backofen bei 200°C geben. Die Reste (die noch nicht im Backofen waren!) schmecken auch noch einen Tag später, wenn man sie so behandelt wie gerade beschrieben.

Die Fladen eignen sich dadurch, dass sie so weich sind, sicher auch toll, um Dinge einzurollen. Das werde ich demnächst mal testen.

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Für das Hummus braucht man:

1 kleine oder 1 halbe große Dose Kichererbsen
Tahini nach Geschmack – bei mir darf es gerne viel davon sein, also 3-4 große EL voll
2 Knoblauchzehen, grob gehackt
2 EL Olivenöl
1 Spritzer Zitronensaft
gemahlener Kreuzkümmel (reichlich)
Salz
evtl. eiskaltes Wasser

2 EL Butter
2 TL Paprikapulver (ich mag’s am liebsten mit geräuchertem)

Und so geht’s:

Die Kichererbsen in ein Sieb abgießen und unter fließendem Wasser gründlich abspülen. Wer sich ein Fleisssternchen verdienen will, flitscht anschließend alle Kichererbsen aus dem dünnen Häutchen, in dem sie locker sitzen. Das macht zugegebenermaßen viel Arbeit und wenig Spaß, aber es lohnt sich. Das Hummus wird unvergleichlich viel cremiger! (Was man sich allerdings getrost sparen kann ist getrocknete Kichererbsen selber zu kochen statt Dosen zu nehmen. Das ist nur langwierig und verursacht Arbeit und ich habe noch keinen Vorteil entdecken können, den es bringt.)

Hat man die Geduldsübung hinter sich (oder will darauf verzichten) werden alle Zutaten, bis runter zum Salz, fein püriert. Je nach Festigkeit gibt man dann noch in kleinen Portionen möglichst kaltes Wasser dazu, bis das Hummus so cremig ist, wie man es gerne hätte.

Das lässt sich soweit gut vorbereiten und zieht dankbar über Nacht im Kühlschrank durch.

Am nächsten Tag dann noch 2 EL Butter in einem kleinen Pfännchen (oder Topf) erwärmen, mit dem Paprika vermischen und am besten gibt man es in eine Mulde im Hummus und verrührt es erst beim Servieren.

IMG_20160221_124308Das ist meine Lieblingsvariante und das Rezept hat mir Tanya mal gegeben, nachdem ich nach gemeinsamem Grillen von ihrem Hummus so begeistert war. Die rote Butter macht’s! 🙂

Wenn man in einer Kleinen Stadt wohnt, ist es nicht immer so leicht an alle Zutaten zu kommen und weil ich hier wieder mal kein Tahini bekommen habe und keine Zeit hatte, dafür extra anderswo (respektive in Darmstadt) einkaufen zu gehen, habe ich auch zum ersten Mal Tahini selber gemacht.

Dafür braucht man:

250 g Sesam
einen großen Schluck Sesamöl (neutrales Öl geht auch)

Und so geht’s:

Sesamsaaten in einer Pfanne ohne Fett leicht bräunen, abkühlen lassen und in einem hohen Gefäß zusammen mit dem Öl zu einer feinen Paste pürieren. (Das ist leider kein Rezept für schwachbrüstige Pürierstäbe, hier braucht’s schon ein bisschen Schmackes, damit eine Paste daraus wird und ich musste auch alle Nase lang die Messer des Stabes von festem Sesamklump befreien, aber mit ein bisschen Geduld ging es doch.) In einem Schraubglas im Kühlschrank aufbewahren.

Auch wenn das eine recht große Menge wird, empfiehlt es sich nicht, die Menge zu reduzieren, sofern man das mit dem Pürierstab mixt, weil der bei zu wenig Püriermasse einfach nicht vernünftig arbeitet.

Für den Tomaten-Granatapfel-Salat braucht man:

ca. 500 g Tomaten (ich nahm verschiedene Sorten, alle unterschiedlich geschnitten, das mag ich immer ganz gerne in Tomatensalat)
3-4 EL Granatapfelkerne
1-2 Schalotten (eine kleine Zwiebel geht vermutlich auch)
1 Zehe Knoblauch
2-3 EL Zitronensaft
2-3 EL Olivenöl
1 TL Honig
Salz und Pfeffer, am besten frisch gemahlen
ein paar gewaschene und klein geschnittene Blättchen Minze zum Bestreuen

Und so geht’s:

Die Tomaten recht klein schneiden, Schalotten und Knoblauch fein würfeln. Tomaten, Granatapfelkerne, Schalotten und Knoblauch vermischen. Aus den restlichen Zutaten ein Dressing aufschlagen und mit dem Salat vermischen, Minze drüber, fertig.

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Für den Kichererbsen-Spinat-Salat braucht man:

1 kleine oder den Rest aus der großen Dose Kichererbsen
ca. 400 g TK-Blattspinat
2 Zehen Knoblauch
1 daumengroßes Stück Ingwer
1 unbehandelte Zitrone, davon die abgeriebene Schale und 2 EL Saft
Pfeffer, Salz frisch gemahlen
Garam Masala und Cumin, beides gemahlen
100 g Schafskäse
1/2 – 1 Bund Petersilie
evtl. 1 Schluck Olivenöl

Und so geht’s:

Den tiefgekühlten Spinat in einer großen Pfanne bei mittlerer Hitze auftauen. Währenddessen Knoblauch und Ingwer sehr fein schneiden und dann direkt zum getauten Spinat geben. Ebenso die Kichererbsen und die Gewürze mit in die Pfanne geben und ein paar Minuten unter Rühren mitbraten. Zitronenschale und Saft zum Salat geben und den Salat dann abkühlen lassen. Den Schafskäse zwischen den Fingern zerbröseln und unterrühren. Petersilie waschen, fein hacken und ebenso untermischen. Evtl. einen Schluck Olivenöl unterrühren, je nach Konsistenz und Geschmeidigkeit.

Lässt sich (bis zur Stelle, an der der Schafskäse dazukommt) gut am Vortag zubereiten und kann über Nacht im Kühlschrank durchziehen.

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Danach gab’s Hühnchen Tajine mit Feigen und Couscous:

IMG_20160221_132832Für das Hühnchen braucht man: (eigentlich eine Tajine, wie der Name vermuten lässt. Man kann aber auch schummeln und das einfach in einer Pfanne mit Deckel zubereiten)
Welche Zutaten man braucht und wie’s geht, hatte ich hier schonmal aufgeschrieben. Das mache ich noch fast genauso. Nur, dass ich mittlerweile die Rosinen immer rauslasse (die Feigen bringen genügend Süße) und die Cashewkerne immer reingebe.

Den Couscous einfach nach Packungsaufdruck zubereiten, der braucht nur wenige Minuten und macht keine Arbeit. Ich ersetzte einen Teil des Wassers durch einen Rest Geflügelfond.

Und dann gab’s noch Joghurt mit Orangen, Walnüssen und Honig:

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Dafür braucht man:

400 – 500 g Joghurt (am besten griechischen)
2 Orangen
2 Handvoll Walnüsse
5-6 EL flüssiger Honig
Zimt, Kardamom
ein paar Granatapfelkerne

Und so geht’s:

Die Orangen mit einem scharfen Messer schälen, sodass die weisse Haut ab ist, in der Hälfte durchschneiden und dann in dünne Scheiben schneiden. Den Orangensaft dabei auffangen und die Orangenscheiben dann erst mal über einem Sieb noch ein bisschen abtropfen lassen, sonst wird’s am Ende zu flüssig. Die Walnüsse in einer kleinen Pfanne ohne Fett anrösten, ein bisschen abkühlen lassen und auf einem Brett grob zerhacken. 2 EL vom Orangensaft mit 1 EL Honig und einem Hauch Kardamom vermischen und dann mit dem Joghurt verrühren.

Die Nüsse auf eine entsprechende Anzahl Gläser (bei mir waren das 5 Portionen) verteilen, ebenso die Orangenscheiben und mit je ca. 1 EL Honig vermischen. Den Joghurt darüber geben und mit Zimt und ein paar Granatapfelkernen bestreuen.

Und dann: zurücklehnen und über zufriedene Gäste freuen und später irgendwann noch einen Käsekuchen mit Blaubeeren aus dem Hut ziehen.

Katja

Kochbuchkochen 34/36

Tadaaa! Man beachte bitte die beachtlich hohe Nummer! Vier Wochen bleiben mir noch, um noch weitere 2 Kochbuchrezepte zu kochen und dann habe ich mein zu Jahresbeginn vorgenommenes Ziel tatsächlich erreicht. 🙂

Nummer 34 stammt aus ‚Lust auf Landhausküche – Ofengerichte‘ aus dem Lingenverlag und es gab Gefüllte Zucchini.

Eigentlich sollten die mit Gemüse und Quinoa gefüllt werden, nur dass sich leider in der kleinen Stadt kein Quinoa auftreiben ließ. Das Rezept war aber so gut, dass ich beim nächsten Metroeinkauf mal danach gucken werde. Dort bekomme ich oft die Dinge, die es hier nicht gibt.

Neben dem Rezept ist angemerkt, dass man grundsätzlich Quinoa gut anstelle von Reis verwenden könne (umgekehrt müsste also auch gehen), mir stand der Sinn aber mehr nach Couscous und der passte gut dazu.

Man braucht dafür:

5 Zucchini
2 Möhren
30 g Rosinen (Ich hatte dooferweise nicht nachgeschaut und dann doch keine mehr zu Hause und hab durch getrocknete Aprikosen ersetzt. Die hatte ich aber vermutlich zu klein geschnitten, man nahm sie nämlich kaum im fertigen Essen wahr. Beim nächsten Mal würde ich da tatsächlich Rosinen reingeben.)
120 g Couscous (nach Rezept 180 g Quinoa, das kam mir für Couscous zu viel vor)
Salz und Pfeffer aus der Mühle
2 EL gehackter Basilikum (eigentlich Petersilie – ich hab dieses Mal tatsächlich viel ausgetauscht)
geriebener Käse
Olivenöl

Und so geht’s:

Couscous oder Quinoa nach Packungsanweisung zubereiten.

Die Zucchini waschen und die Enden abschneiden. Vier der Zucchini längs halbieren und mit einem Teelöffel aushöhlen. Die ausgehöhlten Zucchini in einem großen Topf mit kochendem Wasser ca. 3 Min blanchieren, mit kaltem Wasser abschrecken und nebeneinander auf ein Backblech oder in eine große Auflaufform legen.

Die Karotten waschen, putzen und in kleine Würfel schneiden. Die letzte Zucchini ebenso klein würfeln. Die Rosinen in Wasser einweichen.

Das Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und die Gemüsewürfel darin ca. 5 Min braten und dabei salzen und pfeffern. Dann Couscous (Quinoa), Basilikum und die Rosinen dazugeben und ordentlich durchmischen. Die Masse in die ausgehöhlten Zucchini füllen und mit dem Käse bestreuen. Ich hatte einen recht kräftigen Käse, der fertig gerieben als Spätzlekäse verkauft wurde – eine Mischung aus Emmentaler und Bergkäse – und der passte sehr gut dazu.

Die Füllung passte jedoch nicht komplett in die Zucchini, deswegen wanderte der Rest in eine kleine Paprikaschote. Kann man gut machen, fand ich mindestens genauso gut wie in den Zucchini.

Bei 180°C ca. 25 Min backen.

Ziemlich fix und einfach zubereitet und mir fallen spontan jede Menge Möglichkeiten ein, das zu variieren. Das gibt’s bald mal wieder!

Katja