Sowas wie Tagebuchbloggen. 22.7.19

Und dann ertappe ich mich bei dem Gedanken, dass ich hier dringend noch ein paar Sätze festhalten muss, damit ich tatsächlich wieder eine tägliche Routine entwickle und direkt danach bei dem Gedanken, dass ich’s auch einfach bleiben lassen könnte, weil ich nicht immer so verdammt streng mit mir sein sollte oder zumindest nicht mehr will und dann denke ich, dass ich ja, wenn ich jetzt eh schon drüber nachdenke, ob ich heute noch ein paar Sätze bloggen will oder nicht, das auch direkt schreibend tun könnte und immerhin grinsen klappt jetzt ganz gut.

Ansonsten war der Tag nicht so gut. Ich bin irgendwann nachts aus einem schrägen Traum erwacht, in dem ich in einem Zimmer (das ich nicht kannte, das aber im Traumgefühl mein eigenes war) einen Haufen Menschen zur Tür raus schieben musste, weil mir das alles zu viel war mit den Leuten und freiwillig wollten sie nicht gehen. Ich schob also und schob und drückte dann gegen Widerstand die Tür von innen zu und verriegelte sie und im Moment als ich mich erleichtert umdrehe, nehme ich wahr, dass sich in der Seitenwand auf einmal eine Tür öffnet, die vorher gar nicht da gewesen ist und durch die jetzt alle die wieder reinströmen, die ich gerade vor die Tür bugsiert hatte. Und sie umzingeln mich direkt wieder und alle wollen was von mir und ich will doch einfach nur meine Ruhe. Durch diese zweite, neue Tür kann ich sie aber nicht wieder loswerden, die scheint nur in eine Richtung zu funktionieren. Ich öffne also wieder die ursprüngliche Tür und fange wieder an, einen nach dem anderen nach draußen zu schieben und just als ich wieder so weit bin, die Tür zu verriegeln, fängt das Drama mit der bis dahin wieder unsichtbaren Zweittür wieder an. Ich glaube, nach der dritten erfolglosen Runde bin ich aufgewacht und es dauerte lange bis ich wieder einschlafen konnte, weil dieses Gefühl, bedrängt zu werden, so lange nachwirkte.

Dann hab ich mich früh zum Einkaufen aufgerafft, um nachmittags noch Zeit für Sport zu haben und auf dem kurzen Weg dahin, bin ich nur knapp 2 Unfällen entkommen, von denen keiner auf meine Kappe gegangen wäre. Immerhin das mit der Geistesgegenwärtigkeit hat gut funktioniert. Durchatmen musste ich danach dann aber trotzdem.

Und schließlich war ich dann wirklich noch beim Sport, weil heute der einzige Tag der Woche sein sollte, wo es *nur* 30 Grad warm ist, aber das war selbst bei den nur 30 Grad keine so gute Idee. Die Muckibude hätte zwar theoretisch eine Klimaanlage – ich hab aber in 2,5 Jahren noch nie erlebt, dass das Ding wirklich lief. Im Sommer ist es einfach nur unerträglich heiß und wie sehr das (und der Umstand, dass ich gerade so selten zur Ruhe komme) mir tatsächlich auch die körperliche Kraft raubt, ist mir heute deutlich geworden. Als ich wieder zu Hause war, ging’s mir ziemlich mies und vielleicht sollte ich mir einfach merken, dass ich bei mehr als 25°C nicht sinnvoll dort trainieren kann und dann lieber erst gar nicht hingehen. Ich mag ungerne dieses „nach dem Sport geht’s mir schlechter als vorher“-Gefühl festigen. Dann lieber ’ne Woche ganz verzichten, aber wenn ich hingehe, strahlend rausmarschieren.

So. Bett ruft. Morgen um 10 Uhr hab ich den nächsten Termin, vor dem ich schon lange Angst habe und der hat noch dazu das blöde Zusatzfeature, dass es danach ernst wird, weil ich eine Entscheidung treffen muss.

Gute Nacht, große Welt.

Katja

Oh und jetzt hätte ich fast schon auf Veröffentlichen geklickt als mir auffiel, dass ich das tatsächlich Gute des Tages ganz vergessen habe bei dem ich jetzt aber merke, dass ich gar nicht so genau weiß, wie ich es in Kurzform ausdrücken kann. Also es gab was Gutes, es hat mit Bedauern ohne Schuldgefühl zu tun und mit Differenzierung, was ist da gerade meins und was ist deins. Ich weiß, das ist leider arg kryptisch, aber ich bin zu müde für ’ne gescheitere Formulierung.

 

Wirre Träume

Ich stehe im Schlafzimmer vor meinem Kleiderschrank mit einem offenen Koffer. Der Mitdings und ich diskutieren, ob wir jetzt überhaupt noch fahren wollen, weil es schon so spät ist. Irgendein Besuch, der auch noch da ist und uns dauernd im Weg rumsteht, hat unsere Pläne durchkreuzt. Der Besuch bleibt ohne Gestalt, als wäre er ausserhalb der Kameraperspektive im Traum, aber ich weiss genau, dass da noch jemand ist und dass es der Besuch ist, über den wir in seiner Anwesenheit reden. Wir beschließen uns die Reise davon jetzt nicht verderben zu lassen und trotzdem noch loszufahren. Ich werfe wahllos Klamotten in den offenen Koffer und es ist wirklich ein gehetztes Werfen.

Nächste Szene: Wir sind angekommen. Eigentlich wollten wir an den Bodensee fahren, in das Haus meiner Oma, wo ich viele Kindheitsurlaube verbracht habe. Ich glaube, das sind wir auch. Als vage Erinnerung ist da ein Bild des Hauses von aussen. Dann sind wir aber drinnen und da sieht es ganz so aus wie mein Elternhaus, in dem ich viele Jahre eine Etage alleine bewohnt hatte. Das Haus steht leer und die denen es jetzt gehört dürfen auch nicht mitbekommen, dass wir dort sind. Wer die sind, weiss ich nicht genau. Ich habe aber irgendwie diffus Angst vor ihnen. Mein altes Wohnzimmer sieht anfangs noch genauso aus wie früher, nur ganz ohne Möbel. Dann merke ich, dass es halb renoviert ist und an der Wand kleben Streifen von grauem Teppichboden.

Ich gehe rüber in die Küche mit Esszimmer. Die in meiner Kindheit eingezogene dünne Trennwand fehlt, es sieht aber nicht aus, als wäre sie eingerissen worden sondern als wäre das immer so gewesen. Im Traum ist mir auch nicht bewusst, dass da eine Wand fehlt. Erst hinterher wach in der Erinnerung an den Traum merke ich das. Auf dem Fußboden, da wo früher der Esstisch stand, liegt eine nackte Männerleiche. Die restlichen Möbel sind hier allerdings genauso erhalten wie sie früher standen, nur der Tisch fehlt. Ein Teil der Küchenzeile steht mitten im Raum, weil die Trennwand ja weg ist. Ich gehe ein Stück dichter an die Leiche ran. Diese ist gefesselt oder vielleicht auch eher eingeschnürt und hat überall offene Wunden. Es erstaunt mich überhaupt nicht, dass die Leiche dort liegt und ich weiss auf einmal, dass wir kurz vorher schon einmal dort in Urlaub gewesen waren und dass sie da auch schon dort lag. Irgendwie gehört sie an diese Stelle auf dem Boden und ich schaue sie versunken an. Ich erkenne den toten Mann allerdings nicht. Er ist groß und hat kurze dunkle Locken.

Plötzlich blinzelt die Leiche. Ich erschrecke und stoße einen Schrei aus. Ich brülle den Mitdings an, ob er das auch gesehen hat und dass das doch gar nicht sein kann, dass ein Toter blinzelt. Der Tote blinzelt nochmal. Mir klopft das Herz bis zum Hals, ich will am liebsten wegrennen, weiss aber nicht wie das geht. Es ist eindeutig klar, dass der Mann nicht mehr lebt, das steht ausser Frage. Ich werde immer hysterischer. Ich frage den Mitdings, wie das denn sein kann, dass ein Toter blinzelt, bin völlig in Aufruhr.

Dann dreht der tote Mann seinen Kopf in meine Richtung und öffnet den Mund um mir zu antworten.

In dem Moment werde ich wach. Mir ist bewusst, dass das ein Traum war, aber sowohl die Bilder sind noch da als auch die Angst. Die bleibt auch noch ewig und ich habe Angst davor, wieder einzuschlafen.

Katja