Bis dass der TÜV uns scheidet

Ein Golf war ein Golf, war ein Golf, war mein Golfi.

 

Und das war heute schon eine traurige Angelegenheit, als mir auf der Heimfahrt von der Zulassungsstelle, wo ich ihn abgemeldet habe, bewusst geworden ist, dass das unsere allerletzte gemeinsame Fahrt nach 8 Jahren ist und so richtig kann mich auch noch nicht die Tatsache trösten, dass ich morgen mein neues Auto, das nur 4 anstatt der 23 Jahre alt ist, bekomme. Erwähnte ich schon, dass ich nicht so gut im Loslassen bin? Das gilt auch – und erst recht – für meine bisher verflossenen Autos, die noch dazu allesamt Golfs waren. Jetzt kommt der erste Nichtgolf. Ich bin gespannt.

Farewell mein Guter.

Katja

 

*macht Lebensaufräumgeräusche*

Dann, irgendwann, Monate später, bekommt der Text doch noch seine Widmung und seinen Adressaten und die immer wieder aufreißende Wunde in mir, vielleicht endlich die Ruhe, die sie zum Heilen braucht.

Aus Gründen des Selbst/-schutzes und/oder des auf-mich-selber-Achtgebens an einigen Stellen Grenzen zu ziehen, an anderen Hürden einzurennen, ist noch neu und ich bin noch nicht so sicher, was da gerade in mir und mit mir passiert. Bei aller Verwirrung und Überforderung, ist da auch eine ganz neue Klarheit und furchtbar viel Energie und Mut, die mich andauernd selber überraschen und von denen ich gar nicht weiß, wo zur Hölle die gerade herkommen. Same same but very different. Und so wie mein Draußen auf einmal in viel mehr Bewegung ist, scheint es auch in mir zu sein. Ein bisschen ist das wie beim Aufräumen, wo mir auch äußeres Wohnungaufräumen so oft hilft, in meinem Kopf mehr Klarheit zu finden.

„Bleiben Sie bei sich selber“ hallt die Stimme des Therapeuten immer wieder in meinem Kopf und ersetzt oder übertönt zumindest so manches Mal jene Stimme, die mir einredet, wertlos zu sein.

Bleiben Sie bei sich. Und vielleicht ist es genau das, woher auf einmal der Mut und die Energie kommen. Vielleicht mache ich genau das gerade zum ersten Mal im Leben wirklich.

Es bleibt spannend! Bleiben Sie dran!

Katja

(Danke an die, die mir gerade dauernd stellvertretend für mich selber auf der Schulter rumhaut, weil ich das (noch) nicht kann. ❤ )

Achtung am Gleis

Bahnhofsabschiede sind irgendwie eine merkwürdige Sache. So ganz anders als Abschiede zu Hause. Man verlässt die Wohnung und kommt eine Weile später alleine wieder zurück. Und es fühlt sich an, als ‚wisse‘ die Wohnung, dass etwas anders ist. Dass da einer nicht mehr mit dabei ist, nicht mehr zurückgekommen ist, der gerade noch rausgegangen war.

Und das Ankommen in der leeren Wohnung ist anders, schwieriger. Als müsse man nicht nur Jacke und Schuhe ausziehen und den Schlüssel an seinen Platz legen sondern irgendwie erst mal wieder im ’normalen‘ Leben ankommen, sich da erst mal wieder orientieren in den eigentlich vertrauten Abläufen.

Katja