Was auch immer

„Whatever you are not changing, you’re choosing.“

(Laurie Buchanon)

Und wie ich das lese und denke „Yes, das ist so wahr“ und dann im nächsten Moment denke „Halt, wenn es ja mal so einfach wäre“. Seit Jahren – und nur weil ich meist so überaus positiver Mensch bin, vermeide ich es hier von Jahrzehnten zu reden – arbeite und kämpfe ich mich an mir und meinen immer gleichen Themen ab. Seit Jahren ist da diese Kluft zwischen meinem durchaus klugen Kopf und meinem kleinen, dummen Herzen, das immer noch in den alten Mustern meiner Biographie gefangen hängt. Ich sehe die Fallstricke, ich weiß, warum ich in bestimmten Situationen auf eine bestimmte Weise reagiere, ich kenne die Dinge, die da getriggert werden und erkenne die Trigger und all das Verstehen und Erkennen hilft mir in der jeweiligen Situation gerade mal nullkommanull, denn das Fühlen funktioniert immer noch auf die alte Art und Weise und an manchen Tagen bin ich einfach nur noch müde von dem ewigen Kampf mit mir selber.

Whatever you are not changing, you’re choosing – das mag bei äußeren Umständen gelten. Wenn ich unglücklich im Job/der Beziehung/der Wohnsituation/whatever bin und nichts daran ändere, dann wähle ich durch mein Nichtstun und mein Nichtändern vielleicht genau das. Der Satz mag gut sein, um mir vor Augen zu halten, dass ich bei solchen Dingen immer eine Wahl habe.

Wie er jedoch für die eigenen Fühl-Muster funktionieren könnte, erschließt sich mir gerade nicht.

*

Und doch merke ich auch bei denen, mit der Zeit eine Art „been there, done that“-Effekt. Das Verstehen setzt schneller ein, hilft schneller dabei, ein bisschen Distanz vom eigenen Fühlen zu schaffen, besser wahrzunehmen, was mit mir passiert. Vielleicht werden die Schleifen ja doch kleiner? Schön(er) wär’s, wenn ich sie gar nicht erst drehen müsste.

Puh. Atmen nicht vergessen.

Einatmen.

Ausatmen.

Repeat. (Das mit dem Atmen bitte noch länger, das mit den Mustern bitte nicht mehr.)

Katja

Auftauchen

Wenn sich der ganze Tag anfühlt, wie unter Wasser, aber nicht auf diese gute Art, bei der es warm und weich den Körper umspielt und nicht auf die ruhige, bei der du komplett unter Wasser bist und alles in dir friedlich wird, sondern mit Strudeln, die dich in die Tiefe ziehen und du strampelst und versuchst, dich irgendwo festzuhalten, aber da ist nichts, was dir Halt bieten könnte und so tauchst du immer wieder mit dem Kopf unter, japst nach Luft und verstehst überhaupt nicht, wie du da hineingeraten bist.

Und dann, irgendwann abends kurz vorm Einschlafen, ist da der klare Gedanke, nach dem du fassen, den du (be-)greifen kannst. Da ist auf einmal Klarheit, wo den ganzen Tag nur diffuser Kampf gegen irgendwelche unsichtbaren Wassergeister war.

Einatmen. Ausatmen. Und dir wird wieder einmal bewusst, wie sehr du in deinen ganzen Sein davon abhängig bist, dein Fühlen verstehen zu können, Worte dafür zu finden, was da in dir los ist und dass das dich-selber-nicht-verstehen, die fehlende Klarheit immer wieder das eigentliche Schreckgespenst ist.

Katja

Springtime…

…goes into my heart and to my soul!

Katja

~ still ~

 

Dieses Gefühl das aufs Zuviel an Fühlen folgt, wenn da auf einmal gar nichts mehr ist, außer Taubheit, als sei das Fühlen auf einmal nebelverschleiert, wattig, ohne die scharfkantige Konturen die gerade noch so viel Schmerz verursacht haben. Der Kopf wie unter Wasser, aber nicht auf die unangenehme nach Luft japsende Art und auch nicht mehr das Ertrinken im eigenen Tränenmeer, sondern auf jene Art, bei der man freiwillig untertaucht, die Augen schließt und das, was über der Oberfläche tobt, hinter sich lassen kann.
Wenigstens
für
einen
Moment
nichts
als
Stille.

Katja