Tag 43/44

Aufgestanden, Brot gebacken, gefrühstückt, Küche aufgeräumt, jede Menge digitalen Papierkram erledigt, einen Kaffee in der Sonne getrunken, das Abendessen vorbereitet, die heute angekommene Palette ausprobiert und gemalt, zum Komposthof gefahren und einen dreiviertel Kubikmeter Kompost für’s Hochbeet geholt, geduscht, gekocht, gegessen und jetzt lümmele ich auf dem Sofa und hab keine Lust mehr, mich nochmal zum Bloggen an den PC zu setzen (oder die Küche wieder aufzuräumen 🙈) . Ihr müsst also heute mit dem Kurzabriss meines Tages vorlieb nehmen.

Katja

Tag 42/44

Über meinen Garten könnte ich bloggen, beantwortet die Lieblingshexe meine Frage auf Twitter über was ich denn heute bloggen soll, aber im Garten gibt es gerade ehrlich gesagt nicht viel zu sehen und folglich auch nicht so viel zu erzählen. Das Hochbeet ist noch nicht fertig, der Kirschbaum blüht noch nicht und spannend ist eigentlich nur mein Weltherrschaftssalbei und die Geschichte, wie er den mit ihm zusammen im Pflanzstein angepflanzten Rosmarin innerhalb eines Jahres fast komplett weggemobbt hat und jetzt auch noch über den Nachbarstein mit dem Zitronenthymian rankt, der also seit etwa 2 Jahren ein buchstäbliches Schattendasein führt. Aber so spannend ist die Geschichte nun auch wieder nicht, denn sie ist schon fertig erzählt. 😀
Just als ich also antworten will, dass es in meinem Garten gerade nichts Spannendes zu sehen gibt, fällt mein Blick aus dem Küchenfenster in den *Vor*garten und was soll ich sagen: wenn das nicht die Sensation des Tages (und leider wirklich nur für ein paar Tage, dann ist die Pracht ja schon wieder vorbei) ist, dann weiß ich’s auch nicht.

Klick macht big!

Ich liebe diese Magnolie innig.

Katja

Tag 41/44

Gerade suchte ich etwas in meinen Mails und stieß dabei auf eine Mail einer Bank und musste – mittlerweile lachend – an die Geschichte denken, wie ich vor etwa 2 Jahren versuchte, mein dortiges Tagesgeldkonto zu kündigen. Das stammte noch aus der Zeit als es mal Zinsen auf’s Tagesgeld gab, aber es war – soweit ich das wusste – inzwischen kein Guthaben mehr drauf. Ich hatte das Konto fast schon wieder vergessen bis dann irgendwann eine Mail der Bank über die Änderung der AGB kam und ich dachte, das sei jetzt eine gute Gelegenheit, das Konto einfach ganz zu kündigen und so fing das Verhängnis an.

Um das Konto zu kündigen benötigte ich natürlich zuerst einmal die Kontodaten, sprich: mindestens die IBAN. Da es ein reines Online-Konto war, hatte ich hier keinerlei Unterlagen in Papierform und auch das Durchsuchen der Mails brauchte mich nicht weiter. Ich versuchte also, mich als erstes in den Online-Zugang des Kontos einzuloggen, um die IBAN in Erfahrung zu bringen und auch um nachzusehen, ob es dort eine einfache Funktion gäbe, das Konto aufzulösen oder ob ich das mit einem Zweizeiler per Post erledigen müsste.

Beim Versuch mich einzuloggen, scheiterte ich schon an der ersten Hürde: Blöderweise hatte ich nämlich meine Zugangsdaten – allem voran sogar meinen dortigen Benutzernamen vergessen. Ich nutzte also das Kontaktformular auf der dortigen Webseite und bat den Support darum, mir meinen Benutzernamen mitzuteilen. Schon 2 Tage später teilte mir die Bank diesen per eMail mit.

Ich versuchte, mich mit dem Benutzernamen einzuloggen, was nicht funktionierte. Stattdessen erhielt ich eine Nachricht, dass das Entsperren des Kontozugangs nicht möglich sei und ich solle mich doch an den Kunden-Support wenden. Ich schrieb also wieder an den Support. Von dort erhielt ich am nächsten Tag die Antwort, dass ich eine Entsperrung nur auf dem Postweg beantragen könne, weil man dafür meine Originalunterschrift benötige. Das dafür notwendige Formular hängte man mir freundlicherweise direkt im pdf-Format an. Ich schaute mir das Formular an und schrieb eulenwendend direkt wieder an den Support: für das Entsperrformular brauchte man nämlich die IBAN. Geneigte Leser, die bis hierhin durchgehalten haben, erinnern sich möglicherweise an den Anfang? Genau die hatte ich nicht und genau um die rauszufinden hatte ich überhaupt erst versucht, mich ins Online-Banking einzuloggen.

Eine Woche später erhielt ich eine Mail des Supports, dass man mir auf dem Mailweg die IBAN nicht mitteilen könne, ich solle das Feld einfach frei lassen und nur den Rest ausfüllen – den Rest würde die Bank dann für mich erledigen.

Ich füllte das Formular aus, unterschrieb es und sendete es per Post an die Bank. Von dort bekam ich einige Wochen später per Post die Mitteilung, eine Entsperrung meines Kontos sei nicht möglich, da meine Unterschrift auf dem Formular zur Entsperrung nicht mit meiner bei der Kontoeröffnung hinterlegten Unterschrift übereinstimmen würde.

Und an dieser Stelle schließt sich dann ein ganz anderer Kreis – langjährige Leser meines Blogs werden sich möglicherweise erinnern, dass ich mit dem Postidentverfahren in der Postfiliale der Kleinen Stadt bei der Eröffnung eines Kontos mal ziemlich auf Kriegsfuß stand. Nachzulesen und zum Lachen und Kopfschütteln gibt es das ganze hier: So nicht! 😀

Man schickte mir außerdem ein Formular für’s Postident-Verfahren plus ein weiteres Formular zum Entsperren des Online-Kontozugangs.

Der Rest ist schnell erzählt: ich übte ungefähr 3 Wochen lang täglich 8 Stunden meine Unterschrift, damit sie genau so aussehen würde, wie auf dem Ausweis, fuhr zur Post, brachte mit einem strahlenden Lächeln den Postident-Kram auf den Weg, füllte das Formular zum Entsperren aus, unterschrieb mit meiner lange geübten Unterschrift, schickte das Formular an die Bank, erhielt eine Nachricht, dass mein Online-Zugang entsperrt sei, loggte mich ein, suchte meine IBAN, kündigte das Konto und schwuppdiwupp – kaum 3 Monate nach jener Mail, die mich an das Konto erinnerte, hatte ich es auch schon gekündigt.

Hapuh! 😀

Ich bin übrigens trotz alledem ein riesiger Fan von Online-Banking und auch meine Hausbank ist eine reine Online-Bank, die gar keine Filialen unterhält. Lag ja tatsächlich alles hauptsächlich an meiner Dussligkeit und nur ein bisschen an deren Bürokratie und da das Konto eh leer war und ich nicht dringend rankommen musste, war ich eher amüsiert als genervt. Einzig, dass man bei der Post immer noch keinen Lolly bekommt, wenn man es geschafft hat, dass die Unterschrift genau wie im Ausweis aussieht, ist ein bisschen ärgerlich und verbesserungsfähig!

Katja

 

 

 

Tag 40/44

Oder: wie ich einmal 10 min mit den Fingern auf den Tasten reglos da saß, weil ich mich nicht entscheiden konnte, mit welchem Songtextschnippsel ich meinen Blogeintrag beginnen sollte und dann kurzerhand beschloss, dass es meistens wirklich nur funktioniert, einfach drauf los zu schreiben. Auch nach all den Jahren des Bloggens hemmt es mich immer noch oft und hält mich vom Schreiben ab, wenn ich vorher anfange, darüber nachzudenken, wie ich anfangen könnte. Außer bei den Texten, die eh im Kopf sind. Die sich von selber aufdrängen und nur darauf warten, rauszuplatzen. Drängend und ungeduldig. Denen es gar nicht schnell genug gehen kann bis der Rechner endlich hochgefahren ist, weil sie unbedingt aufgeschrieben werden wollen. Aber so einer ist das heute nicht. Heute, das ist ein immer noch zaghaftes: da bin ich wieder. Ich hoffe, der Rücken lässt mich die letzten verbleibenden Tage noch durchhalten. Ich hoffe, der Kopf hat es nicht schon wieder völlig vergessen, dass da ja noch was war und ich ja doch jeden Tag ein paar Sätze aufschreiben wollte.

Katja

Tag 35/44

Die letzten Tage haben mich wieder mal Demut und Dankbarkeit dafür gelehrt, dass mein Körper meistens ziemlich gut und weitestgehend schmerzfrei funktioniert.

Ich hab’s mit Hochbeetbau, Gartenarbeit und Sport geschafft, meine Rückenmuskulatur so zu überlasten und der Muskel ist so verspannt, dass ich Samstag einen Ausflug mit dem RTW in die Notaufnahme gewonnen habe, weil ich mich vor Schmerzen nicht mehr bewegen konnte und es auch keine Ruheposition mehr gab, die so weit schmerzfrei war, dass ich es mit größeren Mengen IBU hätte aussitzen können.

Heute geht es mir den ersten Tag spürbar besser und ich kann so Dinge wie am Kopf kratzen oder Kaffeetasse hochheben wieder machen, ohne dass ich das Gefühl habe, mir rammt gerade jemand ein Messer in den Rücken. Und damit es voran geht und ich den Fortschritt nicht sofort wieder verdaddele, halte ich hier wohl besser noch ein paar Tage Ruhe. Sitzen und Tippen gehört nämlich noch nicht zu den Dingen, die auch nur halbwegs schmerzfrei funktionieren würden.

Derweil passt gut auf euch auf!

Katja

Tag 31/44

Sich langsam aus einer depressiven Episode rauszukämpfen ist ein bisschen vergleichbar mit dem erwachenden Frühling. Man sieht langsam wieder Sonnenstrahlen, fühlt die Wärme und das Licht. Die Welt um einen herum (und auch in einem drin) wird langsam wieder bunter, das Grau in Grau des Himmels bekommt immer häufiger Wolkenlücken, durch die der blaue Himmel durchscheint. An manchen Tagen ist er ganz klar und knalleblau oder hat nur ein paar einzelne Wölkchen. Überall sprießen kleine Triebe und die ersten Blümchen blühen. Morgens nach dem Aufstehen, wird der Nebel jeden Tag ein bisschen lichter und weniger dicht. Die ersten Vögel kommen wieder aus dem Süden zurück und zwitschern am Morgen.

Und dann gibt es diese Rückschläge. Aus heiterem Himmel (sogar im Wortsinne) ziehen sich dicke graue Wolken zusammen. Es schüttet in Strömen, manchmal schlägt einem sogar wieder ungemütlicher Schneeregen ins Gesicht. Aber das hält nicht so lange an. Ein paar Stunden, höchstens ein paar Tage, dann ist der Spuk wieder vorbei. Der Himmel ist wieder blau, die Sonne wärmt das Gesicht.

Und dann frage ich mich, ob es Zufall ist, dass es mir jedes Jahr im Frühling wieder deutlich besser geht. Ob nicht nur die Welt da draußen diesen Jahreszeiten unterliegt, sondern die auch in mir drinnen irgendwie stattfinden. Dann bin ich eindeutig ein Frühlingsmädchen, ein Sommerkind – und froh, das beides gerade noch vor mir liegt.

Katja

Tag 30/44

Wie ich mich manchmal beim Anblick von Wassertropfen frage, ob es wohl möglich ist, dass ich genau dem gleichen Tropfen – oder kleiner gedacht: einem der enthaltenen Wassermoleküle – schon mal an anderem Orte begegnet bin. Vielleicht war das dritte Molekül von oben rechts im zweiten Tropfen von links eines, das mir im letzten Sommer beim Platzregen, in den ich geraten bin, auf die Nase geregnet ist. Oder – was noch schöner wäre – wir sind uns vor Jahren in Spanien am Strand begegnet und es war damals Teil einer Atlantikwelle (natürlich der schönsten!), die meine Füße beim Strandspaziergang umspült hat.

Und vielleicht bist du ihm ja auch schon mal begegnet. Ich wette, es hat deine Zehen durchgeweicht als du zum letzten Mal versehentlich in eine große Pfütze getreten bist, das sieht man ihm doch an, dem kleinen Schlingel. 🤭

Katja