Tag 12/44

Spaziergangsscherbengedanken.

Wie faszinierend sich das Sonnenlicht in Glasscherben bricht und alles zum Glitzernd und Funkeln bringt und manchmal frage ich mich, ob es bei Menschen nicht genauso ist – wenigstens von außen betrachtet – ob manche nicht gerade deswegen so leuchtend und glitzernd und funkelnd wirken, weil sie eigentlich irgendwie zerbrochen sind und da keine glatte Oberfläche ist, die das Licht gar nicht so schön brechen könnte. Irgendwie ist der Gedanke gerade tröstlich, weil er immerhin die Möglichkeit beinhaltet, selber irgendwie glitzern oder funkeln zu können mit all der eigenen Kaputtheit und Zerbrochenheit.

Freundlichkeitsüberwältigungsgedanken.

Ansonsten fühle ich mich gerade von einer unglaublichen Welle an Freundlichkeit und Großzügigkeit und Wertschätzung überrollt, die mich ein bisschen den Boden unter den Füßen verlieren und erst mal hilflos mit den Armen paddeln lässt. Das ist zugleich großartig und ein wenig beängstigend, weil es mich, nach einem spontanen Gedanken, ziemlich unerwartet in dieser Wucht getroffen hat und ich muss wieder mal daran denken, wie viel leichter es mir doch fällt, Negatives anzunehmen und zu glauben als so überaus Positives. Bei Komplimenten übe ich das immerhin seit einiger Zeit, sie nicht sofort zurückzuweisen oder zu relativieren sondern mich dafür zu bedanken – auch wenn sich das immer noch falsch anfühlt und ein Teil von mir nur darauf wartet, dass das Gegenüber doch noch merkt, dass es ein Irrtum war. Das jetzt ist nochmal eine andere Hausnummer und wird mich noch ein bisschen beschäftigen. Ufff.

Kartoffelsuppenvorfreudegedanken.

Auf dem Herd steht ein großer Topf Soulfood und jedes Mal, wenn ich die Suppe koche – was diesen Winter über recht häufig war – muss ich grinsend an meine Freundin Svü denken, der ich vor etlichen Jahren den Rezeptlink hier im Blog gab und bei der die Suppe nur das Grinsen am Topfboden heisst. Deswegen übrigens https://wawuschel.wordpress.com/2013/02/26/als-ich-einmal-an-einem-dienstag-ein-breites-grinsen-am-boden-eines-grosen-topfes-fand/
und vielleicht sollte ich doch wieder anfangen, meinen Rezepteinträgen hier merkwürdige Titel zu geben, die zwar nichts mit dem eigentlichen Rezept zu tun haben, dafür aber dafür sorgen, dass das Essen bei euch dann auf ewig lustige Namen hat. 😀

Katja