Tag 8/44

Und dann ist da auf einmal wieder dieses Band, das die Brust so einschnürt, dass jeder Atemzug schwer fällt und der Kloß im Hals, der sich auf-Teufel-komm-raus nicht runterschlucken lässt, sondern mit jedem Versuch noch anzuwachsen scheint und du merkst, wie die Schultern immer schwerer werden, das Sichtfeld enger und wie dich die Woge aus Traurigkeit und Verzweiflung von den Füßen reißt und über deinem Kopf zusammenschlägt. Während du das Gefühl hast, immer tiefer zu sinken, wird es wenigstens still um dich herum, verstummt auch endlich für einen kurzen Moment die Frage nach dem Warum, die ansonsten inzwischen dauerpräsent in deinem Kopf ist und von der du weißt, dass du niemals eine Antwort darauf erhalten wirst.

Und dann merkst du, wie deine Füße den Grund erreichen, zaghaft tasten, du atmest ein, du atmest aus, was, obwohl du dich wie unter Wasser fühlst, endlich wieder schmerzfrei geht und dann ein kleiner Tipp mit den Fußspitzen. Du stößt dich ab, steigst wieder auf, durchbrichst die Oberfläche, atmest tief durch. Und noch einmal.

Und machst weiter. Bis zum nächsten Mal.

Katja