Tag 6/44

Wie hoch ist dein Leben? Kannst du drüber schauen? Ohne Leiter? Oder gar darüber hüpfen? Auf einem Bein? Oder nur mit Anlauf?
Wie groß ist es? Was macht das in Fussballfeldern? Und gemessen am Saarland? Wenn du in der Mitte stehst, kannst du dann den Rand noch sehen? Wartet dort jemand auf dich? Kannst du um dein Leben herum laufen? Wie lange dauert das? Kommst du vorm Sonnenuntergang an und hast du Bier kalt gestellt? Wie ist der Weg beschaffen? Ist er hügelig und geht es oft bergauf? Sind die Abstiege steil? Ist der Weg sehr kurvig und gewunden? Oder geht es die meiste Zeit geradeaus? Und welchen Untergrund hat er? Ist er steinig oder vielleicht weich wie Waldboden oder ist es gar feiner Sand, den du zwischen den Zehen spürst? An welchem Punkt geht die Sonne auf und wo geht sie unter?
Wie tief ist dein Leben? Kannst du den Grund sehen? Wie lange braucht eine Münze bis sie am Boden aufschlägt? Hast du dir etwas gewünscht? Kannst du das Geräusch, wenn sie aufschlägt überhaupt noch hören? Gibt es ein Echo wenn du hineinrufst oder antwortet dir vielleicht sogar jemand?

Und welche Farbe hat dein Leben, wenn du es mit geschlossenen Augen anschaust?

Katja

Ein Kommentar zu “Tag 6/44

  1. Sehr schön, dein Text!

    Ich habe mir mein Leben noch nie als materielles, als mit materiell benennbaren Eigenschaften ausstaffiertes Etwas vorgestellt. Aber ich glaube, es wäre aus Glas und darum sehr zerbrechlich. Farblos oder allfarbig.

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