Tag 2/44

Jetzt hätte ich fast am zweiten Tag schon geschwänzt. Zu anstrengend war der Vormittag, das hätte lässig für drei Tage gereicht, zu tief hing ich gerade schon mit Buch und Tee auf der Couch. Letzterer war zum Glück dann doch irgendwann leer und wenn ich etwas gut kann, dann ja doch diszipliniert sein und streng mit mir selber, was oft ganz praktisch, aber nicht immer so gesund ist, zumindest nicht unbedingt gut für die mentale Gesundheit. Auf jeden Fall verdanke ich es jetzt dieser Selbstdisziplin, dass ich den PC angeschaltet habe und hier versuche, ein paar Sätze zu Papi… auf den Monitor zu bringen, während das Teewasser längst kocht – auch wenn mir heute nicht recht was einfallen will. Der Vormittag hängt mir nach und beschäftigt mich noch großflächig und ich hab mir eine ziemlich große Tapferkeitsmedaille verdient, aber weil ich darüber nichts erzählen möchte, fällt es mir schwer, überhaupt einen Gedanken zu fassen, um ihn hier zu notieren. Aber herrje, vielleicht ist das auch gar nicht immer nötig, irgendwas Sinnvolles oder Gehaltvolles in Worte zu fassen und vielleicht ist gerade das meine heutige Übung hier: ich darf den Anspruch an mich selber auch mal klein halten und mich vielleicht einfach drüber freuen, dass ich nicht auf dem Sofa geblieben bin und gekniffen habe. So. Nämlich. Schönen Abend. Ich bin dann mal wieder auf der Couch. Und in Rom. Da hält sich nämlich gerade der Protagonist meines Romans auf.

Katja