141144

Es gibt überhaupt kein Jahr mehr, in dem ich nicht am 14.11. schreibe, dass in den letzten 12 Monaten so so viel passiert ist. Oft meine ich damit gar nicht mal das Außen, obwohl in den letzten 12 Monaten auch in diesem Außen verdammt viel passiert ist, sondern was sich in mir drin so tut. Und dann fällt mir auf, dass ich mich in all den Jahren immer wieder an den gleichen Themen abarbeite, dass ich zwar irgendwie vorankomme, aber dieser Grundknacks, den ich habe, der bleibt wohl immer der gleiche. Und doch finde ich immer wieder einzelne Puzzlestücke, die nach so vielen Jahren an ihrem Platz einrasten – das neueste liegt quasi noch frisch vor mir. Zusammenhänge. Warum ich so ticke wie ich ticke und wieviel davon mit dir zu tun hat. Wie viel davon damit zu tun hat, dass der verschissene Dreckskrebs mir dich just dann weggenommen hat, als ich mich, wahrscheinlich zum ersten Mal in meinem Leben überhaupt, geliebt gefühlt habe. Für die, die ich bin, nicht für irgendwas was ich tue. Aber vielleicht war ich da schon zu alt als dass es sich noch tiefer hätte einprägen können. Stattdessen geblieben ist die Angst, dass die Menschen, die ins Herz geschlossen habe, wieder aus meinem Leben verschwinden, so wie du es getan hast. Und jedes Mal, wenn sowas passiert, wirft es mich zu Boden und es hat lange gedauert, diesen Zusammenhang zu verstehen, warum der Aufprall immer so hart ist und wie viel davon alter Schmerz ist und jetzt bin ich wieder mal wütend auf dich, weil du vor fast 31 Jahren einfach gestorben bist, obwohl ich dich doch noch so dringend gebraucht hätte. Aber vielleicht ist es gut, dass ich diese Wut endlich spüren und auch zulassen kann, um vielleicht irgendwann einen Umgang mit dem Gefühlsdurcheinander zu finden, das du damals in mir hinterlassen hast.

Happy Birthday, Dad. Herrje, du fehlst mir immer noch. Nach all den Jahren.

Katja