Ich vermeide es hier ganz bewusst, dem Blogtext den gleichen Titel zu geben, den ein von mir sehr verhasster Song aus dem Jahr 1985 trägt und der sich trotzdem leider als Ohrwurm aufdrängt

Der Kirschbaum hing in diesem Jahr noch voller als in den letzten Jahren, aber im Gegensatz zu den letzten Jahren, hab ich in diesem Jahr auch endlich wieder mal richtig Motivation, Marmeladen einzukochen. So gab es schon diverse Kombinationen mit Erdbeeren, Aprikosen, Rhabarber und Blaubeeren und jetzt eben mit den Kirschen aus dem eigenen Garten.

Mit (Süß-)Kirschen hab ich es *eigentlich* gar nicht so, die mag ich nur frisch vom Baum richtig gerne – das dachte ich zumindest immer, weil ich gekauften Kirschmarmeladen tatsächlich nichts abgewinnen kann. Aber ich muss gestehen, dass ich jene, die dieses Jahr meinen großen Topf verlassen haben, alle recht gerne mag. Zum Glück hing der Kirschbaum also ziemlich voll. 😀

Rezepte!

Ich spare mir den Teil, in dem die Kirschen gepflückt, gewaschen, die angeranzten aussortiert und die guten entsteint werden. In sämtlichen Rezepten geht es um beste, reife, entsteinte Kirschen in der entsprechenden Menge.

Kirschlikör

Dafür braucht man:

500 g Kirschen
500 ml Wodka (wer mag nimmt Korn oder dergleichen, ich lande eher beim Wodka)
100 g (brauner) Kandiszucker
1 Vanilleschote
(1 Zimtstange)

Und so geht’s:

Die Vanilleschote längst aufschneiden, sämtliche feste Zutaten in ein großes Glas geben, mit dem Wodka übergießen, gut verschließen und mindestens 6-8 Wochen abwarten. Dabei gelegentlich mal das Glas schütteln. Dann absieben und den Likör in eine oder mehrere kleine Flaschen umfüllen. Die Kirschen in einem Behälter im Kühlschrank aufbewahren und alsbald zusammen mit Eis, Pudding, Grießpudding, sonstigem Dessert auffuttern.

Der Zimt steht in Klammern, weil er nach 8 Wochen Ziehzeit recht dominant wird und der Likör dann fast schon winterlich, weihnachtlich angehaucht schmeckt. Ich mag das ganz gerne, hatte aber letztes Jahr schon Zimt drin und probiere in diesem Jahr, was ohne Zimt dabei herauskommt.

 

Marmeladen

Die gehen grundsätzlich alle ähnlich:

Die Kirschen werden mit Gelierzucker und dem entsprechenden Alkohol gründlich vermischt und dürfen etwa eine Stunde darin baden und Saft ziehen. Dann wird zunächst langsam erhitzt, damit sie weich werden. Ich zerdrücke sie dann mit dem Kartoffelstampfer, damit keine kompletten Früchte drin bleiben. Wer mag lässt sie ganz, wer es ganz fein mag, püriert. Wer auch eher fein, aber mit Stückchen mag, nimmt den Stampfer. Wenn sie weich und in der gewünschten Konsistenz sind, erhitzt man – alles unter Rühren – so stark, dass sie kochen, lässt die Marmelade 4 min lang sprudelnd kochen und füllt die Marmelade dann in sterilisierte Gläser, die auf einem feuchten Geschirrtuch stehen. Die Gläser für 5 min kopfüber drehen und auf die Deckel stellen und dann wieder umdrehen.

Das gilt für alle Sorten. Wie man Gläser ganz einfach im Backofen sterilisieren kann, hatte ich hier beschrieben: *klick*

Wichtig: Der Alkohol dient hier wirklich primär der Aromatisierung. Versucht nicht, den erst nach dem Kochen reinzurühren, damit der Alkoholgehalt erhalten bleibt und man quasi eine beschwippste Marmelade rausbekommt. Das verhindert das Gelieren der Marmeladen und man hat dann etwas sehr Suppenartiges im Glas. (Been there, done that, vor Jahren beim Versuch ein Caipirinhagelee zu kochen.)

Kirschmarmelade mit Amaretto

Dafür braucht man:

1,5 kg Kirschen
500 g Gelierzucker 1:3
50 – 100 ml Amaretto

Und so geht’s:

Genau so wie oben beschrieben, mehr ist bei dieser Marmelade nicht zu tun.

 

Kirschmarmelade mit rotem Wermut und Tellycherry-Pfeffer

Dafür braucht man:

1,5 kg Kirschen
500 g Gelierzucker 1:3
50-100 ml roter Wermut (weil ich in letzter Zeit häufig mit Wermut koche, ist mir mein guter spanischer inzwischen zu teuer dafür und ich habe mir einen günstigen Martini rosso zum Kochen gekauft – trinken würde ich das Zeug lieber nicht, es hat mir dafür zu viel von Hustensaft, aber zum Kochen taugt er sehr gut)
1/2 EL Tellycherry-Pfefferkörner (es geht aber auch ein anderer schwarzer Pfeffer)

Und so geht’s:

Wie oben beschrieben. Außerdem werden die Pfefferkörner im Mörser zerstoßen – ersatzweise kann man direkt einen grob geschroteten Pfeffer verwenden (das ist dann allerdings weniger aromatisch). Der Pfeffer kommt rein, kurz bevor die Marmelade fertig gekocht ist und bevor sie in die Gläser gefüllt wird.

 

Kirschmarmelade mit Whisk(e)y und dunkler Schokolade

Dafür braucht man:

1,5 kg Kirschen
500 g Gelierzucker 1:3
50-100 ml Whisk(e)y (ich nehme zum Kochen, Backen etc. immer den non age statement von Bushmills, den kaufe ich auf Vorrat, wenn es die Flasche für 13, 14 Euro rum gibt und dann muss ich nicht weinen, wenn ich mit Whisky kochen will. 😀 Er ist übrigens auch durchaus trinkbar und das Preis-/Leistungsverhältnis quasi unschlagbar.)
100 g dunkle Kouvertüre

Und so geht’s:

Wie oben beschrieben. Außerdem wird die Schokolade grob gehackt und ganz am Ende, kurz bevor man die Marmelade in Gläser füllt, in die heiße Marmelade eingerührt. Eindeutig meine Favoritin von den 3 Sorten! Die Kombination aus Whisky und Schokolade mag ich ohnehin enorm gerne und mit der fruchtigen Komponente der Kirsche ist das wahnsinnig lecker.

 

Kirschkompott

Dafür braucht man:

500 g Kirschen
2 Tütchen Vanillezucker
etwas Wasser
1 Päckchen Bourbon-Vanillepuddingpulver
(evtl. Zucker/Süßstoff nach Geschmack und abhängig von der Süße der Kirschen)

Und so geht’s:

Kirschen in einem kleinen Topf mit etwas Wasser zum Kochen bringen bis sie weich genug sind, um sie mit dem altbewährten Kartoffelstampfer zu zerstoßen. Puddingpulver mit dem Schneebesen in etwas Wasser glatt rühren und zusammen mit dem Vanillezucker in den kochenden Kirschblubber einrühren. Je nach Geschmack noch mit Zucker oder Süßstoff nachsüßen. (War bei meinen inzwischen sehr süßen Kirschen nicht nötig.)

Schmeckt entweder direkt heiß zu Eis oder aber auch warm oder kalt zu Eis, Pudding, sonstigen Desserts.

 

Kirsch-Barbeque-Soße

Dafür braucht man:

500 g Kirschen
1 Zwiebel
2 Zehen Knoblauch
etwas Öl
1 Dose stückige Tomaten
200 ml Coke (Zero)
2 EL brauner Zucker
2 EL Limetten- oder Zitronensaft
100 ml Whisk(e)y
2 EL Worcestershiresauce
1 TL Salz
3 TL geräuchertes, scharfes Paprikapulver
1 TL Chipotle-Chili-Pulver
frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Und so geht’s:

Zwiebel und Knobi schälen und klein schneiden. Beides in etwas Öl anschwitzen. Die Kirschen dazugeben und ebenso die Tomaten, die Coke, den Whisky und die Gewürze. Ein paar Minuten köcheln lassen, dann gründlich pürieren und noch bis zur gewünschten Konsistenz einkochen lassen. Genau wie bei der Marmelade noch heiß in sterilisierte Gläser oder Flaschen füllen, dann kann man sie auch außerhalb des Kühlschranks aufbewahren. (Weil da aber nicht so viel Zucker drin ist, wie bei Marmeladen, würde ich sie allerdings nicht allzu lange stehen lassen. Erfahrungswerte über die Haltbarkeit habe ich da noch keine.)

 

Viel Spaß beim Aus- und Rumprobieren! Erzählt doch bitte mal, ob ihr was davon nachtgemacht habt. 🙂

Katja

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Ein Kommentar zu “Ich vermeide es hier ganz bewusst, dem Blogtext den gleichen Titel zu geben, den ein von mir sehr verhasster Song aus dem Jahr 1985 trägt und der sich trotzdem leider als Ohrwurm aufdrängt

  1. Haha glaubst wirklich das viele das mit dem Alkohol ohne köcheln in der Marmelade probieren, an sich ja kein doofer Grundgedanke aber wie du schreibst, funktioniert nicht. Keine beschwipste Marmelad

Und jetzt du! Deine Gedanken, Worte, Punkte, Smilies, Bilder, Gesänge... Danke dafür!

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