Tagebuchbloggen 25.5.20

Ich hab gerade zum ersten Mal seit langem wieder täglich eine todo-Liste am Start und bin noch nicht sicher, ob das jetzt gut ist und sich nach „juhu, was geschafft“ anfühlt oder ob es doch wieder eher das Gegenteil bewirkt, weil ich dazu neige, dann alles zu notieren, damit ich nur ja nichts vergesse und dann wächst die Liste sehr viel schneller als ich’s abarbeiten kann und es fühlt sich ewig nach Druck und viel „müsste jetzt dringend“ an. Hmm. Hmm. Mal beobachten. Diese Woche geht’s nicht ohne. Zu viele Termine, zu viel was damit zusammenhängt, woran ich denken muss.
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Sagte ich schon „Ufff!“? Nach so langer terminarmer, wenn nicht sogar terminloser Zeit schafft es mich gerade tatsächlich sehr, viele oder überhaupt wieder Termine zu haben. Aber das kenne ich schon von mir, dass ich immer eine Weile brauche, mich damit zu akklimatisieren, wenn ich viel Zeit nur zu Hause verbracht habe.
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Heute ist mir zum ersten Mal richtig bewusst geworden, dass ich die erste schlimme depressive Episode gar nicht 2001 als mein kompletter Zusammenbruch war, hatte, sondern schon 3 Jahre vorher in der Zeit zwischen Abi und Studienbeginn. Meine Erinnerung an die Zeit ist vage (ach, das kenne ich doch irgendwo her) und ich hab immer nur gedacht, ich sei damals in ein Loch gefallen, weil ich nach dem großen Stress, den ich mir des Abis wegen gemacht hatte, erst mal nichts mit mir anzufangen wusste. Heute ist mir wie Schuppen von den Augen gefallen, dass ich damals schon mal diese Einigelungsnummer gebracht habe und fast schlagartig nach der Abiprüfung den Kontakt zu fast allen, mit denen ich Abi gemacht habe, abgebrochen habe. Mir war das gar nicht bewusst, wie sehr der Rückzug immer von mir ausging, ich hab mich stattdessen oft außen vor und nicht dazugehörend gefühlt. Das hat mich ganz schön erschüttert und ich muss wohl auch das auf die tothinkabout-Liste setzen. Diese Zeit und wie es mir da ging war mir völlig durch die Lappen gegangen.
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Rausgehen und unter Menschen ist gerade noch anstrengender als ich es ohnehin schon finde. Punkt.
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Mit Freuden festgestellt, dass immer noch gilt, dass ich von manchen Autoren wirklich jedes Buch innerhalb weniger Seiten liebe. Nick Hornby ist so einer und ich habe gerade „Juliet, naked“ angefangen.
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Jetzt: müde, aber zugleich unruhig, weil die Woche so viel Programm hat. Morgen ist der erste Präsenztag der Woche und der Wecker klingelt früh, ich sollte also mal zusehen, ins Bett zu kommen. Oh und vorher noch Klamotten raussuchen – das klappt morgens so früh und so müde nur semigut und ich brauche ewig, um mich zu entscheiden. Und die Bildschirmbrille einpacken, sobald ich sie gleich von der Nase nehme. Und an den USB-Stick denken.
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Und ihr so?
Katja