Tagebuchbloggen 20.5.20

Ich merke, wie das tägliche Bloggen mich gerade dazu bringt, wieder aufmerksamer dafür durch die Gegend zu stapfen, was mir am Ende des Tages aufschreibenswert erscheint. Das ist gut, weil es insgesamt dazu führt, dass ich fokussierter bin.

Heute ist da zum Beispiel die Sonne auf dem Weg morgens, wie sie durch die Wolken bricht und Transporterstrahlen zur Erde schickt und die Mutter mit ihrer Tochter auf dem Beifahrersitz, die ich an 3 roten Ampeln in der Stadt hinter mir habe und die allem Anschein nach an jeder Ampel einen Wettbewerb im Kaugummiblasenmachen austragen und sich dabei köstlich amüsieren – und zum Glück durch ihre Kaugummis so abgelenkt sind, wie ich durch das Geschehen im Rückspiegel, so dass wir beide verpassen als die Ampel grün wird.

Da ist außerdem die Ratlosigkeit, wie ich mit einer gewissen Situation umgehen soll, wie einem Menschen begegnen, der, sobald man ansetzt, ihm eine Frage zu stellen, nach einem halben Satz dazwischen geht, weil er glaubt zu wissen, welche Frage kommen wird, dann weitschweifig anfängt etwas zu beantworten, was nicht gefragt war und einem keine Chance lässt, nun umgekehrt dazwischen zu gehen, um zu sagen, dass man auf etwas ganz anderes hinauswollte und der dann, wenn er fertig ist mit seiner Antwort auf eine ungestellte Frage und wenn man dann die Frage zu Ende stellt, die man direkt schon stellen wollte, ungehalten reagiert, weil er da jetzt nun nicht auch noch drauf eingehen kann, wo er doch gerade schon so lange erklärt hat und mit einer Frage müsste es ja nun auch mal gut sein, die andere könne man wann anders und an anderer Stelle stellen. Inzwischen zeichnet sich ab, dass das kein einmaliges Erlebnis war, sondern jedes Mal so abläuft. Es. ist. so. unfassbar. anstrengend. Und es bringt mich keinen Millimeter voran, weil ich meine echten Fragen niemals stellen kann und inzwischen glaube ich, es ist auch besser, es gar nicht mehr zu versuchen. Antworten bekomme ich ohnehin keine, dann kann ich mir auch diesen Kraftakt sparen und gleich alleine versuchen, eine Lösung zu finden. Aber eigentlich war das nicht so gedacht.

Und dann hab ich noch zwei Termine ausgemacht, die mich tatsächlich voranbringen werden und einen dritten angeschoben und vielleicht ist mir ein bisschen übel, weil sich Termine ausmachen, auch wenn es eigentlich nichts besonderes ist, worum es geht, so wirklich anfühlt.

Katja