Haftnotiz*

Ich hab heute viel über genügen nachgedacht und noch mehr über nicht_genügen und wie es kommt, dass mein Kopf dafür sorgt, dass aus einem „das genügt mir nicht“, am Ende das Gefühl wird, selber nicht zu genügen. Jedes zarte aufkommende Selbstbewusstsein richte ich irgendwann doch wieder gegen mich selber, weil das Muster so vertraut ist, die Formel „ich genüge nicht“ – und das ganz egal, wie sehr ich mich anstrenge und was ich auch tue – so tief eingebrannt ist, weil sie immer noch besser als gar keine Erklärung war. Und wer bin ich denn, dass ich überhaupt das Recht auf einen Anspruch hätte, das kann ja doch nur ein Fehler sein. Mich klein denken, mich klein fühlen, mich selber klein halten – aber immerhin ist der Boden da doch so vertraut, dann kann er doch nicht so verkehrt sein. Uffff. Doch. Isser. Vielleicht sollte ich mal ein bisschen meines Mutes (dass ich den habe, weiß ich immerhin, vielleicht meine beste und wertvollste Eigenschaft) dafür aufwenden, den Schritt aus dem Schatten, in den ich mich selber immer wieder verbanne, ins Licht zu machen. Es ist ok, wenn man mich da sieht. Ich darf da sein. Ich darf sein. Ich darf. Ich.

Katja

 

(*damit das, was drin steht, vielleicht hoffentlich endlich bei mir haften bleibt und das sollte ich _eigentlich_ wieder viel häufiger tun, Gedanken aufschreiben, um sie zu konservieren)

2 Kommentare zu “Haftnotiz*

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