If you see kay

Seit Tagen immer wieder die Finger auf die Tastatur legen und dann doch keinen einzigen Satz, nicht mal ein Wort rausbringen.

„Vielleicht sollte ich den ganzen Mist einfach mal aufschreiben, ihr einen Brief zum Muttertag schreiben, das endlich alles rauslassen. Ich muss es ja nicht mal abschicken, aber vielleicht ist es an der Zeit, es wenigstens auszusprechen, aufzuschreiben.“, hatte ich so leichtfertig ausgesprochen, weil ich seit Tagen so viele Gedanken, so viele halbe Sätze, so viele Formulierungen im Kopf hatte. „Machen Sie das! Sie haben noch 4 Tage Zeit, damit es noch pünktlich ankommt. (Pause.) Zumindest bei Ihnen.“, sagt der beste Therapeut und noch vieles andere, für das hier aber kein guter Platz ist.

Und jetzt sitze ich seit Tagen immer wieder mit den Fingern auf der Tastatur, suche einen Anfang, suche Worte, suche Formulierungen und je dichter dieser verfluchte Tag heute gerückt ist, desto weniger ging. In mir. In meinem Kopf. In meinem Herzen. Im verkrampften Magen mit dem dicken Knoten darin. Vielleicht geht das jetzt, wenn dieser Termin vorbei ist, dass der Kopf wieder ein bisschen locker lassen kann, dass die Worte sich wieder (ein-)finden.

Was ich mir für den / bis zum nächsten Muttertag, den ich nicht zelebriere und der mich jedes Jahr für 4 Wochen in Schuldgefühlen versinken lässt, weil ich mich nicht bei ihr melde, wünsche, ist endlich eine Haltung zu finden, endlich herauszufinden, was ICH kann und will. Frei von Schuldgefühlen, die seit so vielen Jahren, nein eigentlich fast soweit ich zurückdenken kann, unser Verhältnis mehr prägen als alles andere.

Katja

 

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6 Kommentare zu “If you see kay

  1. Pingback: If you see kay – digitaleweltblog

  2. Liebe Katja,
    vielleicht ist genau das der springende Punkt: wenn jeder Gedanke wohl tausendfach gedacht, jedes Gefühl einen wohl tausendfach geschmerzt oder verletzt hat, jeder Ansatz schon tausendmal vertagt oder niedergemacht wurde… vielleicht gibt es dann einfach nichts mehr zu sagen… vielleicht ist die Leere der Sinn des Ganzen, denn diese Leere kann nun angefüllt werden mit etwas neuem mit etwas ganz anderem. Mir hatte ein Therapeut einmal genau so eine Sache geraten – ich sollte einen Brief an meinen Vater schreiben. Ich quälte mich für viele Tage mit dem Versuch auch nur ein einziges Wort aufs Papier zu bringen. Bei unserem nächsten Termin kam ich mit einem leeren Zettel, denn es gab einfach nichts mehr, was noch zu sagen gewesen wäre. Meine tiefere Erkenntnis dazu war: es würde sich nichts, aber auch absolut nichts ändern – egal, was ich schreiben würde, es würde sich nichts ändern. Denn all meine Wut, all meine Verzweiflung, all meine Hoffnungen und so weiter – all das hatte ich über Jahrzehnte am Leben erhalten, da ich mir so sehr wünschte es würde sich etwas ändern, weil ich mir so sehr wünschte einen Vater zu haben. Der leere Zettel war für mich eine Erlösung, da ich begriff, dass sich einfach nie etwas ändern würde… da ich begriff, dass ich keinen Vater habe…
    Ich wünsche Dir von Herzen Kraft – für Schreiben oder fürs Seinlassen… das muss jeder für sich entscheiden
    Rabea

  3. @elefantenblau: Ja, ist von The Script.

    @aquasdemarco: Nein, funktioniert für mich nicht. Ich bin eine in-die-Tastatur-Denkerin. Das ist mir vertrauter als mit Stift in der Hand.

    @Andrea: :*

    @Rabea: Hab späten, aber sehr herzlichen Dank für deine Gedanken! Ich habe ihr/mir (bisher immer noch) geschrieben. Es ging einfach nicht, weil mich so viel anderes gerade so sehr beschäftigt, dass gar kein Raum dafür war. Ich würde das aber nach wie vor gerne machen –
    wenn der Kopf endlich wieder Kapazität dafür hat.
    Herzliche Grüße!

Und jetzt du! Deine Gedanken, Worte, Punkte, Smilies, Bilder, Gesänge... Danke dafür!

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