Spaziergang: Wortbeute – Bildbeute

Und dann raus, den Gedanken entfliehen, es zumindest versuchen, so tun als ginge das besser, wenn du dem Drinnen entfliehst, buchstäblich, dem eigenen Drinnen und dem zu Hause Drinnen, die Füße auf den Boden setzen, Bodenhaftung suchen, Schritt für Schritt für Schritt, so lange und schnell bis du nicht mehr merkst, dass du eigentlich zu dünn für das Wetter angezogen bist. Schritt. Bodenhaftung, der Gedanke geht dir seit Tagen durch den Kopf als er dir am Strand kam, wo du nicht nur auf dem Boden, sondern sogar ein deutliches Stück in den Boden eingesackt, standest, Bodenhaftung und dass sie dir vor einer Weile abhanden gekommen ist, zwischen all dem Tun und Machen und Unterwegssein. Schritt. Zu wenig Zeit mit deinem Kopf und Bauch, wobei das nicht stimmt und du verkneifst dir das eigentlich, weil es tatsächlich und nicht nur eigentlich nicht stimmt, zu wenig Zeit, in der du mit dir gut zurecht kommst, grundsätzlich mangelt es gar nicht so sehr an Zeit, aber du bist dauernd auf der Flucht vor dir selber. Schritt. Das, was dich beschäftigt, glitscht dir durch die Finger oder meinetwegen auch die Hirnwindungen, auf jeden Fall glitscht es und lässt sich nicht (be-)greifen, nicht fassen, nicht festhalten, aufdröseln, genauer betrachten, es flutscht und glitscht und rollt sich in einer Ecke zusammen und du bekommst immer nur wieder die gleiche Seite zu sehen, von der du genau weißt, dass sie nur ein Trugbild ist. Schritt. In Teilen ist es so wie es immer war, du ringst um Verstehen und Begreifen, um Worte, die das beschreiben können, was in dir los ist. Schritt. Neu ist, dass du nicht mal genau verstehst, was da in dir los ist, also ausnahmsweise nicht nur, wo es herkommt, sondern auch noch, was es überhaupt mit dir macht. Schritt. Und warum. Schritt. „Bleiben Sie bei sich“, dröhnt es in deinem Kopf und du fragst dich, wo du gerade überhaupt bist und wie du bei dir bleiben kannst, wenn du nicht mal weißt, wo du bist. Schritt. Also erst mal festen Boden suchen, dich auf das besinnen, was das für dich ausmachen kann, gucken, wo du stehst. Und dann weiter. Schritt für Schritt für Schritt. (Klick macht groß)

Katja

Advertisements

2 Kommentare zu “Spaziergang: Wortbeute – Bildbeute

  1. Busch-Windröschen! Wie hübsch!…bei-sich-bleiben, jemanden-abholen-wo-er-steht…das sind gern verwendete Worthülsen heutzutage.
    Ich bin immer bei mir, aber ich finde mich manchmal schwer auszuhalten…

    • @Carola: Der ganze Wald auf der kleinen Rhein-Insel ist voll davon. Bärlauch und Buschwindröschen. So schön dort gerade.

      Nja, Worthülsen, mag sein. Für mich ist es hilfreich, mich darauf zu besinnen. Es ist der Satz, den ich am häufigsten von meinem Therapeuten höre. Ich lande gedanklich so oft im Außen, suche nach Erklärungen, warum Mensch sich so oder so verhält, versuche zu verstehen und habe mich damit mein Leben lang davon abgelenkt, was bestimmte Dinge mit mir / in mir machen, vor allem, was ich dabei fühle und war – zumindest von einem Teil meiner Gefühle – immer abgeschnitten (noch dazu, ohne dass ich es merkte). Daher ist das für mich gerade gut, den Satz dauernd im Kopf zu haben, damit sich mein Fokus nicht wieder verschiebt. Erst mal mein Innen richtig kennenlernen. Insofern ist es für mich keine pure Hülse.

      Beim ’schwer auszuhalten‘ bin ich wieder ganz bei dir (haha). Das kann ich nachvollziehen, momentan versuche ich dauernd, vor mir zu flüchten…

Und jetzt du! Deine Gedanken, Worte, Punkte, Smilies, Bilder, Gesänge... Danke dafür!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s