Zeitparadoxon.

Es ist ja gerade dann gut, mir die Zeit zu nehmen und ein paar Gedanken festzuhalten, wenn mich die Hektik und das Gefühl, überhaupt keine Zeit zu haben, am heftigsten im Griff haben. Ich bin immer noch nicht dahinter gekommen, weswegen das so ist und weswegen das Gefühl, keine Zeit zu haben, bei mir am ehesten dann weicht, wenn ich mir ganz bewusst welche nehme, um sie quasi zu vertrödeln, aber zum Glück muss ich das nicht so dringend herausfinden, wie ich am liebsten viele andere Dinge herausfinden würde.

Da ist immer noch die Frage, die mich seit Wochen beschäftigt, was das überhaupt gerade ist, was da so tief in mir in Aufruhr geraten ist und auch weswegen das gerade so ist. Immer wieder kehrt die zurück, wenn ich es schaffe, dem Strudel und dem Mittendrin des Aufruhrs für eine Weile zu entrinnen, denn irgendwie glaube ich, dass ich die Auf-Lösung des Aufruhrs nur finden – im Sinne von drauf kommen, was hilft – kann, wenn ich in diesen ruhigeren Momenten von außen gucke und überhaupt erst mal verstehe, was das für eine tiefsitzende und vermutlich sehr alte Not ist, in der ein Teil meinerselbst gerade festhängt.

Und dann, beim Drübernachdenken muss ich aufpassen, dass ich nicht zu sehr abrutsche ins Hadern mit der eigenen Verkorkstheit und der Tatsache, dass ich da nach all den Jahren immer noch nicht weiter bin.

„Für das, was Sie erlebt haben, sind Sie erstaunlich gesund geblieben.“, klingt ein Satz meines Therapeuten, den er mir schon ein paar Mal gesagt hat, dann mittlerweile zum Glück immer mal wieder in meinem Kopf nach und ich weiss nicht, ob ich darüber lachen oder weinen soll.

Katja