Immerzu.

Dann sitzt du da, mit den Fingern auf der Tastatur, versuchst die Gedanken zu entwirren, die den Kopf heute den ganzen Tag so schwer gemacht haben und Worte zu finden, für das, was da gerade in dir passiert, bis dir auffällt, dass es die Gefühle sind, die so durcheinander, so aus allen Fugen geraten sind und dass es mal nicht am Denken hängt. Da hat es nur angefangen, alles zergrübeln, zerdenken, kaputtdenken, dich kaputtdenken, in Frage stellen und wieder von vorne. So lange bis das Fühlen dich kaputt macht, der Schmerz so übermächtig ist, du dich _wieder_ _einmal_ falsch fühlst, wie du bist. Zu. Immer zu. Du bist immer zu irgendwas, zu dings. Meist zu viel von irgendwas. Anders. Falsch. Zu sehr du selbst. Zu viel Katja. Und du bist dir damit ja selber zu viel. Kein Wunder also dass. Kein Wunder. Auch wenn du dir das Wunder so sehr wünscht. In dir ist alles wundgedacht, wundgefühlt und du kannst dich nicht selber trösten. Wie auch? Wo du dich so falsch fühlst. Wie sollst du also diesen falschen Teil von dir annehmen können, wo er doch immer alles so kompliziert macht, du alles so kompliziert machst. Zu viel. Vor allem zu viel denken. Zu viel fühlen. Und dann betäubst du wenigstens den Schmerz. Den innen. Durch äußeren. So lange bewegen bis die Muskeln schmerzen und du wünscht dir so sehr, du könntest stattdessen den Schmerz innen aushalten und irgendwie durch ihn durch und vielleicht auf der anderen Seite stärker herauskommen, aber gerade geht nichts, außer Betäuben. Wenigstens das. Wenigstens für eine kleine Weile.

Morgen wird besser. Muss ja.

Katja

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6 Kommentare zu “Immerzu.

    • @finbarsgift: Danke. Sie haben sich zum Glück von viel Action im Außen, der ich nicht entgehen konnte bzw. wollte, wieder unter die Oberfläche drängen lassen. Das ist nicht immer die beste Lösung mit dem Verdrängen, aber wenn es so schmerzhaft ist, bin ich froh über die gewonnene Atempause.

  1. „In dir ist alles wundgedacht, wundgefühlt und du kannst dich nicht selber trösten. Wie auch? Wo du dich so falsch fühlst.“

    Liebe Katja ❤

    Weißt du, was mir hilft, wenn ich mich durch und durch verachte? Wenn ich mir Kinderbilder von mir ansehe. Und ich stelle mir vor, dieses Kind ist einfach irgendein Kind und ich gebe ihr sie Geschichte meines eigenen Lebens mit all meinen Traumata und damaligen Ängsten – und werde irgendwann weich und mitfühlend. Nehme es in den Arm. Weine um es, streichele es in meinen Gedanken. Und dann lasse ich es zu, die Erkenntnis, dass dieses kleine Mädchen ja ich selbst war und es noch immer in mir ist. Versuch es doch auf diesem Weg, vielleicht hilft es. Sei die gute Fee für die kleine Katja. Und dann, irgendwann, kannst du dich vielleicht selbst umarmen.

    Ich drück dich 😦

    • Liebe Sherry,
      ich danke dir von Herzen! Das ist ein wunderbarer Rat und ich werde am Wochenende mal in einem alten Fotoalbum kramen und mir ein Kinderbild von mir aussuchen und spätestens bei der nächsten schlimmen Welle (die sind gerade leider zahlreich. Ich bin gerade sehr oft 3 Jahre alt…) werde ich versuchen, nach deinem Rat zu handeln und über das Foto einen Zugang zum Trösten zu finden. (Gerade will ich es nicht aktiv versuchen, weil ich seit 2 Tagen wieder stabiler bin und dankbar für die Verschnaufpause bin.)
      Ich drück dich dankbar zurück! ❤

  2. Pingback: Das bin ich! – Gedankensprünge

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