Immerzu.

Dann sitzt du da, mit den Fingern auf der Tastatur, versuchst die Gedanken zu entwirren, die den Kopf heute den ganzen Tag so schwer gemacht haben und Worte zu finden, für das, was da gerade in dir passiert, bis dir auffällt, dass es die Gefühle sind, die so durcheinander, so aus allen Fugen geraten sind und dass es mal nicht am Denken hängt. Da hat es nur angefangen, alles zergrübeln, zerdenken, kaputtdenken, dich kaputtdenken, in Frage stellen und wieder von vorne. So lange bis das Fühlen dich kaputt macht, der Schmerz so übermächtig ist, du dich _wieder_ _einmal_ falsch fühlst, wie du bist. Zu. Immer zu. Du bist immer zu irgendwas, zu dings. Meist zu viel von irgendwas. Anders. Falsch. Zu sehr du selbst. Zu viel Katja. Und du bist dir damit ja selber zu viel. Kein Wunder also dass. Kein Wunder. Auch wenn du dir das Wunder so sehr wünscht. In dir ist alles wundgedacht, wundgefühlt und du kannst dich nicht selber trösten. Wie auch? Wo du dich so falsch fühlst. Wie sollst du also diesen falschen Teil von dir annehmen können, wo er doch immer alles so kompliziert macht, du alles so kompliziert machst. Zu viel. Vor allem zu viel denken. Zu viel fühlen. Und dann betäubst du wenigstens den Schmerz. Den innen. Durch äußeren. So lange bewegen bis die Muskeln schmerzen und du wünscht dir so sehr, du könntest stattdessen den Schmerz innen aushalten und irgendwie durch ihn durch und vielleicht auf der anderen Seite stärker herauskommen, aber gerade geht nichts, außer Betäuben. Wenigstens das. Wenigstens für eine kleine Weile.

Morgen wird besser. Muss ja.

Katja