Echt ausmessen

Es ist ja schon ein bisschen tragisch. Da hat man über Monate hinweg so viel Gedöns mit Vermietern und Handwerkern und vor allen Dingen ausbleibenden Handwerkern am Hals und das ist in der Gesamtheit so viel und so absurd, dass ich gar nicht mehr alles zusammenbekomme, um es hier mal gebündelt zur allgemeinen Belustigung aufzuzeichnen.

Eine der ganz frischen Episoden geht so, dass mich irgendwann Ende September einer der Fassadenbauer ansprach, die hier seit ungefähr Mitte September auf einem Gerüst ums Haus herumturnen, um das Haus zu dämpfen [sic!], ob ich am nächsten Tag da bin, dann käme er mal vorbei, um die zwei Fensterbänke in der Wohnung auszumessen, die er direkt mit austauschen bzw. überhaupt anbringen – denn in der Küche habe ich nach wie vor keine, obwohl die im März schon eingebaut werden sollte – will / soll, wenn außen die Fensterbänke neu gemacht werden. Dort, also außen, müssen auf jeden Fall neue angebracht werden, denn durch die Dämmung sind die alten ja viel zu klein.

Ich blieb also am nächsten Tag geduldig zu Hause und wartete bis Enzo schwer wichtig mit dem Zollstock rumfuchtelnd vorbeikam und hätte ja eigentlich schon skeptisch werden können, weil er außer dem Zollstock nichts weiter dabei hatte, wo er sich zB die Maße hätte notieren können. Er maß also aus, plauderte, um mir dann nach 10 oder 15 Minuten, nachdem ich ihm erzählt hatte, dass wir dann erst mal für 3 Wochen verreist seien, zu sagen, dass er dann nach unserer Rückkehr nochmal vorbeikäme um echt auszumessen. Das müsse er dann ja nochmal machen.

Aha?

Gestern dann: „Ey, sind sie morgen zu Hause? Dann komme ich nochmal vorbei um jetzt echt auszumessen für die Fensterbänke!“

Ich blieb also brav abwartend zu Hause und heute Nachmittag kam dann irgendwann nicht Enzo, der übrigens ein Cousin unseres Wohnungsverwalters, der wiederum übrigens ein Cousin der Mutter des Hauseigentümers, der wiederum übrigens Fußballprofi ist und das Haus nur kaufen musste, „damit der Bub sein Geld nicht komplett für Autos ausgibt“, sondern, wie sich im späteren Verlauf des Gesprächs rausstellte, Enzos Onkel. Ob der jetzt gleichzeitig auch der Onkel von all den anderen ist und ob die überhaupt irgendwie miteinander verwandt sind? Man weiss nix genaues.

Enzos Onkel kam also mitsamt Pudelmütze, Zollstock, mit dem er schwer wichtig rumfuchtelte (it’s running in the family…), einer 2 Meter langen Wasserwaage, die er aber im weiteren Verlauf gar nicht nutzte, sondern möglicherweise nur dabei hatte, um mich angemessen zu beeindrucken und *tadaaah!* einem echten Notizbuch zum Notieren von echt ausgemessenen Fensterbankmaßen vorbei. Dann murmelte er und maß und erklärte und überlegte und notierte sich gewissenhaft die Maße („Ey, hatte ich vorhin 15 gesagt? Wissen Sie noch? Ach, ich glaube, das wird schon passen!“), dann überlegte er weiter, murmelte weiter, erklärte weiter und sagte so nach insgesamt 10, 15 Minuten: „Ach wissen Sie was? Da muss ich dann mal vorbeikommen, wenn ich das von außen gemacht habe und dann nochmal echt ausmessen und dann kann ich erst bestellen.“

Die waren jetzt zwei Mal da, um wichtig mit Zollstöcken rumzufuchteln, ich bin so gespannt, was erst passiert, wenn sie dann ECHT ausmessen. Gnaaah.

Katja

 

4 thoughts on “Echt ausmessen

  1. @Jane: Das unterschreib‘ ich nach den letzten Monaten hier sofort!😀

    @Silencer: Extra deinetwegen so häufig eingebaut. Man tut, was man kann, zur Erhaltung der einzig wahren Bezeichnung!🙂

    @Anette: Kommste mich mal besuchen, dann darfst du selber probieren.🙂😀

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