Memo für mich.

Morgen kommt Ralph zu Besuch.

Den Satz kann ich gerade mit entspannter Lässigkeit sagen bzw. tippen und deswegen muss ich das dringend mal hier festhalten. Also nicht die Tatsache, dass Ralph mich (schon zum wiederholten Male) besucht, sondern dass ich dabei mittlerweile so ruhig bleibe, ist das, was ich dringend aufschreiben muss.

Es ist noch kein Jahr her, dass wir uns zum ersten Mal begegnet sind und vorher hat Ralph sicher schon ein Jahr lang versucht, mich zu einem gemeinsamen Kaffee zu überreden und ich war so ein unheimlicher Hasenfuß und wollte so gerne (wie so vieles andere auch) und habe mich doch nicht getraut. Immer die Angst, Menschen könnten mich „in echt“ nicht mögen. Immer die Angst, nicht zu genügen.

Wenn man sich selber verändert, ist einem das oft gar nicht bewusst, wie krass manche Änderungen sind (eine dahingehende Erkenntnis hatte ich heute auch noch in einem ganz anderen Bereich) und man muss erst mal einen Schritt zurücktreten, um nicht zu dicht dran zu sein, um es wirklich zu bemerken.
Der beste Freund ist für mich oft ein Indikator, der mich den Schritt zurücktreten lässt. Häufig kommt es vor, dass ich ihm etwas erzähle und er fängt schallend an zu lachen, weil ihm direkt auffällt, wieviel mutiger ich in den, jetzt schon über 9 Jahren, geworden bin, die wir befreundet sind. Wenn mich dann sein Lachen irritiert, erzählt er mir, wie jene Katja von vor einigen Jahren war – speziell was solche Sozialkontakte und den Mut, den sie mir abverlangen, angeht. Und es ist echt erstaunlich, dass ich manchmal seine Erinnerung und seine Hinweise brauche, um das selber überhaupt wahrzunehmen. Man merkt es manchmal wirklich gar nicht, wie sehr man sich verändert. Das geht ja auch selten von heute auf morgen in dieser ganzen Krassheit.

Dieses Mal brauchte ich sein Lachen gar nicht. Ich muss mich nur in der Wohnung umschauen, die gerade alles andere als tippitoppi besuchsfein ist, sondern eben ganz normal aussieht, wie wir hier so wohnen und ich muss daran denken, in welche panische Hektik ich noch vor einiger Zeit am Vorabend geraten wäre, wenn ich am nächsten Tag Besuch erwarte, weil dieses Aufräumen und Saubermachen bei mir so viel Angst und Nervosität kompensiert hat. Weil ich dachte, wenn hier nur alles ordentlich ist, kann es vielleicht darüber hinwegtäuschen, wie doof und wenig liebenswert ich „in echt“ bin. Und jetzt? *zuckt die Schultern* Jetzt sitze ich lieber hier und denke darüber nach, wie viel leichter es mir mittlerweile schon oft fällt, Menschen zu begegnen und wie lässig ich mich darauf freuen kann. Ganz ohne Panik.

Katja

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