Noch mehr Amsterdam! / 1 to go

Als wir samstags die Klamotten für Amsterdam packen, sind für Mittwoch 22°C und Regen vorhergesagt, als wir dann Mittwoch nach dem Frühstück aus dem klimatisierten Hotel auf die Straße treten, schlagen uns schon fast 30°C entgegen und es wird der heißeste Tag des Sommers in der Stadt werden.

Das beste, was man bei solchem Wetter in einer Stadt mit viel Wasser machen kann ist, direkt ab auf’s Wasser und so zieht es uns vom Bahnhof aus, direkt zur gegenüberliegenden Anlegestelle, wo die Boote für die Grachtenfahrten liegen. Wir entscheiden uns für das Boot von Holland International Canal Cruises und das ist eine gute Wahl. Dem Captain (mein Captain!) ist es nämlich auch zu warm und er ändert die Route ein wenig und gibt erst mal Gas, um ein bisschen Fahrtwind ins Boot zu bekommen.

Da wo vor 4 Jahren, als wir schonmal eine Grachtenfahrt machten, der Kapitän noch auf Knöpfe gedrückt hat und dann nacheinander in mehreren Sprachen die Beschreibungen der vom Boot aus sichtbaren Sehenswürdigkeiten vom Band kamen, bekommt man heutzutage (zumindest bei dieser Linie, die auch eine eigene App für diese Rundfahrten hat) bei Betreten des Boots ein Headset und dann stöpselt man sich an seinem Platz in die Buchse mit der entsprechenden Landesflagge, um die Erklärungen direkt in der Muttersprache ins Ohr zu bekommen. Das ist superpraktisch, weil so viel mehr Zeit für weitergehende Informationen ist – die Sprachen müssen ja nicht nacheinander abgearbeitet werden – gleichzeitig ist es superunpraktisch, weil man mit dem kurzen Kabel am Tisch angeleint ist und es nicht mehr so einfach ist, mal eben aufzuspringen, um eine bessere Sicht für ein Foto oder zwei zu haben.

Auf jeden Fall weiss ich jetzt schon, dass ich auch beim nächsten Amsterdam-Besuch wieder gerne in irgendeiner Form vom Wasser aus die Stadt erkunden möchte, denn das sind für mich immer ganz besondere Eindrücke.

(Ich snippe mal wegen der unverschämt vielen Bilder im Beitrag auf der Startseite, damit die nur zu laden braucht, wen es interessiert.)

(Klick macht Siewissenschon.)

Zurück am Anleger machen wir uns auf den Weg zur OBA, zur Openbare Bibliotheek Amsterdam. Ich hatte gelesen, dass man von der Terrasse der Cafeteria aus einen grandiosen Blick über die Stadt haben soll und aus meiner Twitter-Timeline hatte mir jemand empfohlen (leider hab ich den Tweet nicht mehr gefunden, wer es war) das Mäusehaus in der Kinderbuchabteilung anzuschauen. Dass es außerdem eine sehr gute Idee ist, das ausgerechnet an diesem Tag zu machen, merken wir direkt, als wir die kühl runterklimatisierte OBA betreten. Muss ich hier wirklich irgendwann wieder raus?

 

Es hilft ja nichts! Also wieder raus in die Hitze und mit der Tram zum Dam (höhö) und von dort aus hinter De Nieuwe Kerk zur Singelgracht, denn dort liegt der Laden von Reypenaer Käse und _eigentlich_ wollen wir ein Käse-Tasting (samt Wein) machen, was dort möglich ist. Wir sind allerdings recht unbedarft reingestolpert, ohne zu ahnen, dass man sich dafür besser vorher anmelden sollte. Am nächsten Tag könnten wir frühestens teilnehmen, aber zu einer Zeit, zu der wir schon wieder auf der Heimreise sein wollen.

„Wenn sie keinen Käse bekommen, sollen sie doch Pfannkuchen essen!“ wie schon eine berühmte französische Königin sagte und so machen wir uns auf den Weg zum nur einige hundert Meter entfernten „The Happy Pig“, zwar nicht gerade dem traditionellsten, aber wenn man den Recherchen des Mitdings glauben darf, besten Pfannkuchenhaus der Stadt.

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Und es gibt hier wahrlich großartige Pfannkuchen!

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Ach nee. Das hier:

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Unfassbar lecker mit frischen Erdbeeren und Karamellsoße, aber man sollte nicht dringend auf den Geldbeutel achten müssen!

Gestärkt machen wir uns auf den Weg zur Nieuwe Kerk, wo wir das einzige Mal Probleme mit der CityCard haben und trotzdem der Eintritt als inkludiert ausgewiesen ist, einen Teil des Preises trotzdem zahlen müssen.

So richtig lohnend ist das nicht, aber ich muss gestehen, dass es Kirchen bei mir auch deutlich schwerer haben, mich zu beeindrucken seit ich vor ein paar Jahren im Dom von Siena und ungefähr einem Dutzend weiterer Kirchen in der Toskana mit atemberaubender Kunst war.

Weiter zum Dam, Bier im Schatten und ein Bummel zur Oude Kerk, die mitten im Rotlichtviertel liegt.

Für’s Rotlicht sind wir allerdings noch deutlich zu früh und so beschließen wir wieder Richtung Bahnhof zu schlendern, wo ich mich dann gekonnt auf die Nase (naja, gerade die nicht, aber auf’s Auge, die Brille, das Handgelenk, das Knie und den Arm lege) lege. Danach sitzen wir noch länger in einem Café und ich halte ein großes Geschirrtuch, in das Massen an Eiswürfeln gewickelt sind, abwechselnd auf’s Auge und die restlichen Blessuren.

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Dann lieber mit der Tram zurück zum Bahnhof Sloterdijk und direkt daneben im Sonnenuntergang essen, auf dem kurzen Weg zum Hotel noch ein Absacker in einer Bar, von der wir uns (leider vergeblich) erhoffen, dass es dort Cocktails gibt (was es in der Hotelbar nämlich auch nicht gibt).

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Müde. Aua. Fertig. Trotzdem ein schöner Tag.

Katja

2 thoughts on “Noch mehr Amsterdam! / 1 to go

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