Alles voller Scherben

Immer immer wieder das gleiche Muster.

Du versuchst mich anzurufen. Ich bin nicht da oder wenn ich da bin, fehlen mir gerade Kraft und Nerven, mit dir zu reden. Du probierst es wieder. Repeat.

Irgendwann wird mein schlechtes Gewissen, weil ich deine Anrufe wochenlang ignoriert habe, so groß, dass ich mich zusammenreisse, dich anrufe. Du gehst ran, sagst 2 Sätze, fragst was und während ich antworte, bist du schon wieder von irgendwas in deinem direkten Umfeld abgelenkt, legst den Hörer beiseite, vergisst als du wieder rankommst deine Frage, meine abgebrochene Antwort, stellst eine neue Frage. Ich setze zur Antwort an, mitten drin unterbrichst du mich, musst auflegen, weil irgendwer gerade etwas von dir will, was wichtiger ist als das erste Gespräch mit mir seit vielen Wochen.

Dann, nach dem Auflegen ist das schlechte Gewissen einem miesen Gefühl gewichen, einem ‚immer das gleiche‘-Gefühl, einem ‚wieso hab ich eigentlich überhaupt angerufen?‘ einem ‚warum begrabe ich die Hoffnung, du könntest dich für mich interessieren, nicht endgültig?‘, einer tiefen Traurigkeit, wie nur du sie in mir auslösen kannst.

Gerade alles voller Scherben.

Scherben aussen, weil ich während des Gesprächs so fahrig war, dass mir ein Glas runtergefallen ist.

Scherben innen. Wie immer nach solchen ‚Gesprächen‘, wie nur du sie zurücklässt.

Katja