Kraftgrenze

Manchmal reicht eine wirkliche Kleinigkeit aus, um mir wieder mal deutlich vor Augen zu führen, wie wacklig das alles ist.

Ich war heute aus Gründen nicht in der Kleinen Stadt sondern in einem Nachbarort einkaufen. Im Grunde in den gleichen Läden, in die ich auch hier gehe und doch hab ich zwischendrin irgendwann gedacht, ich müsste dringend aus dem Laden flüchten und nach Hause fahren und mir schnellstmöglich die Decke über den Kopf ziehen.

Das, was mir hier mittlerweile seit vielen Jahren (zumindest meistens) wieder total ’normal‘ erscheint und worüber ich meist nicht viel nachdenken muss, hat mich heute alleine dadurch total geschafft, dass es nicht in der vertrauten Umgebung stattfand. Die Läden, auch wenn sie zu den gleichen Ketten gehören, sind anders eingeräumt, nichts da, wo es hingehört, kein vertrautes Gesicht beim Personal… Wieviel Sicherheit mir diese kleinen Dinge üblicherweise geben und wie sehr die mich vor der Angst schützen und bewahren, ist mir gar nicht mehr bewusst. Man bemerkt Ich bemerke sowas tatsächlich oft erst dann, wenn es fehlt, wenn es anders ist. Wenn ich Sachen suchen muss, statt sicher den Arm an der richtigen Stelle auszustrecken und nach den Dingen zu greifen. Suchen, den Blick schweifen lassen, diese unsicheren äusseren Gesten machen mich auch innen unsicher.

Ich bin nicht rausgelaufen und nicht nach Hause geflüchtet, um mir die Decke über den Kopf zu ziehen. Ich bin sogar hinterher noch hier zum Lieblingsbäcker (juhu, ein vertrautes Gesicht!). Aber kaum, dass ich zu Hause war, fühlte ich mich wie ein Luftballon, dem gerade sämtliche Luft entwichen ist. Umfassend erledigt.

Und stattdass ich mich drüber freuen könnte, dass ich nicht mittendrin aufgegeben habe, ärgere ich mich darüber, dass mich das so fertig gemacht hat. Dass ich da längst nicht so stark und sicher bin, wie ich dachte, zumindest nicht, wenn irgendwelche vertrauten, Halt gebenden Parameter wegfallen. Und ich weiss, dass der Ärger total doof ist und ich lieber von der anderen Seite aus drauf gucken sollte und doch geht das gerade gar nicht und ich sehe nur das, was nicht geht, statt das, was geht.

Ätzend das!

Katja

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4 Kommentare zu “Kraftgrenze

  1. Man kann oder du kannst nicht positiv denken, wenn du dichnicht positiv fühlst. Das sch…ß Gefühll, das du hattest, als du wieder zu Hause warst, soll dir sagen, dass du auf dem richtigen Weg bist, indem du nicht wegläufst, sondern einfach soz. `angreifst´. Am besten gleich wieder los und `den Angriff´ weiter üben. Es gibt sooo viele Situationen, die einem Angst vor Versagen machen, in denen man mal konsequent `eingreifen´ sollte. Das lässt sich soz. `antrainieren´, du musst es nur machen. Darauf kommt es an. Dann wird sich das miese Gefühl danach irgendwann in ein Gefühl der inneren Sicherheit und Stärke verwandeln. Übung macht den Meister und wenn du dich sonst schlecht fühlst, mach irgendwas wie z.B. aufschreiben, rausschreien (die Sau rauslassen), Musik hören, reagier dich ab und sitz nicht rum und ärgere dich… so, jetzt aber Schluss, ich quatsch mal wieder zu viel dazwischen.
    PJP

  2. @PJP: Ach ich mag ja dein Dazwischenquatschen doch meistens. 🙂
    Kannst du rausschreien? Ich kann das gar nicht, also Schreien, ausser instinktiv bei einer mannsgroßen Spinne zB.
    Einer meiner immerwiederkehrenden Albträume endet immer auf die gleiche Weise: ich bin in großer Gefahr (im Traum verfolgt mich jemand und will mich umbringen) und will schreien und bekomme keinen Ton über die Lippen, nur heisse Luft.
    In echt ist das nicht viel anders. Wenn ich versuche so ’nen Urschrei rauszubrüllen, kommt gar nichts…

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