Kraftgrenze

Manchmal reicht eine wirkliche Kleinigkeit aus, um mir wieder mal deutlich vor Augen zu führen, wie wacklig das alles ist.

Ich war heute aus Gründen nicht in der Kleinen Stadt sondern in einem Nachbarort einkaufen. Im Grunde in den gleichen Läden, in die ich auch hier gehe und doch hab ich zwischendrin irgendwann gedacht, ich müsste dringend aus dem Laden flüchten und nach Hause fahren und mir schnellstmöglich die Decke über den Kopf ziehen.

Das, was mir hier mittlerweile seit vielen Jahren (zumindest meistens) wieder total ’normal‘ erscheint und worüber ich meist nicht viel nachdenken muss, hat mich heute alleine dadurch total geschafft, dass es nicht in der vertrauten Umgebung stattfand. Die Läden, auch wenn sie zu den gleichen Ketten gehören, sind anders eingeräumt, nichts da, wo es hingehört, kein vertrautes Gesicht beim Personal… Wieviel Sicherheit mir diese kleinen Dinge üblicherweise geben und wie sehr die mich vor der Angst schützen und bewahren, ist mir gar nicht mehr bewusst. Man bemerkt Ich bemerke sowas tatsächlich oft erst dann, wenn es fehlt, wenn es anders ist. Wenn ich Sachen suchen muss, statt sicher den Arm an der richtigen Stelle auszustrecken und nach den Dingen zu greifen. Suchen, den Blick schweifen lassen, diese unsicheren äusseren Gesten machen mich auch innen unsicher.

Ich bin nicht rausgelaufen und nicht nach Hause geflüchtet, um mir die Decke über den Kopf zu ziehen. Ich bin sogar hinterher noch hier zum Lieblingsbäcker (juhu, ein vertrautes Gesicht!). Aber kaum, dass ich zu Hause war, fühlte ich mich wie ein Luftballon, dem gerade sämtliche Luft entwichen ist. Umfassend erledigt.

Und stattdass ich mich drüber freuen könnte, dass ich nicht mittendrin aufgegeben habe, ärgere ich mich darüber, dass mich das so fertig gemacht hat. Dass ich da längst nicht so stark und sicher bin, wie ich dachte, zumindest nicht, wenn irgendwelche vertrauten, Halt gebenden Parameter wegfallen. Und ich weiss, dass der Ärger total doof ist und ich lieber von der anderen Seite aus drauf gucken sollte und doch geht das gerade gar nicht und ich sehe nur das, was nicht geht, statt das, was geht.

Ätzend das!

Katja

Schönes 50/15

*im Sonnenschein mit guter Musik in den Ohren am Rhein spazieren gegangen

*als liebenswert bekloppt bezeichnet worden 🙂

*ein bisschen gerührt über Sorge

*großartige Menschen aus dem Internet schicken mir Rotwein und Vanillekipferl ❤

*und nochmal neue Blümchen zum Freuen geschenkt bekommen ❤

*viel Zeit mit der Nase in Büchern verbracht

*mitgefreut und wieder mal und immer wieder froh über Austausch ❤

*den kompletten Sonntag auf dem Sofa vor der aktuellen Serie verdrömmelt, was ich, glaube ich, noch nie gemacht habe, was aber tatsächlich mal sehr entschleunigende Wirkung hatte

Katja

(mehr Schönes)