Wie geht das denn? #7 – heute: im Backofen einkochen

Ich hatte schon ein paarmal erwähnt, dass ich gelegentlich im Backofen einkoche (zB frisches Rotkraut, Bolognesesoße und dergleichen) und auch schon in Kommentaren erklärt, wich ich das genau mache. Weil ich gerade vor ein paar Tagen einen Teil der Curry(wurst)soße eingekocht habe, fiel mir wieder ein, dass ich das längst mal in die Erklärbärkategorie werfen wollte, damit man es auch wieder auffinden kann.

Meine Oma hat früher in so ’nem riesigen Einkochtopf eingekocht. Im Deckel war ein Loch, da steckte ein großes Thermometer drin und in den Topf kamen die Gläser mitsamt Wasser aussenrum. Dann musste das auf eine gewisse Temperatur erhitzt werden und vor sich hinköcheln. Den riesigen Monstertopf habe ich sogar noch im Keller stehen (wahrscheinlich funktioniert er gar nicht auf dem Induktionsherd), aber im Backofen einkochen ist sehr viel einfacher.

Wichtig ist, dass die Gläser bzw. Flaschen (gerade Soßen koche ich gerne in die leeren Flaschen von passierten Tomaten ein) möglichst gleich groß sind. Ansonsten muss man nicht viel beachten.

Die Gläser / Flaschen, die man verwenden möchte sterilisiert man am besten zuerst. Entweder in kochendem Wasser oder man sterilisert auch schon im Backofen. Wie das geht, hatte ich hier schonmal beschrieben. In die Gläser füllt man das Einkochgut, also Obst oder Gemüse oder Soße oder Wasauchimmer. Anders als bei Marmelade, wo man die Gläser am besten ziemlich voll macht, ist es hier gut, oben 2-3 cm Platz zu lassen, weil es sonst schnell durch den Schraubverschluss überkocht. Die Gläser werden verschlossen und kommen entweder in die Fettpfanne des Backofens (auf unterer Schiene) oder bei mir immer eine große emaillierte Auflaufform. Die Gläser müssen so hingestellt werden, dass sie weder einander, noch die Backofenwände berühren.

Dann 2-3 cm hoch heisses Wasser in die Fettpfanne bzw. Auflaufform füllen und den Ofen auf 160°C Umluft bzw. 175°C Ober-/Unterhitze einschalten. Je nach Fassungsvermögen der Gläser und nach Inhalt dauert es dann ca. 30 bis 60 min bis Bläschen in den Gläsern aufsteigen. (Bei 700 g Passata-Flaschen, gefüllt mit recht dickflüssiger Bolognesesoße dauert es etwa 50 min.) Bis dahin also immer mal ein Auge drauf haben. Wenn in allen Gläsern sichtbar Bläschen aufsteigen, den Ofen abschalten und die Gläser noch für 30 min drin stehen lassen. Dann die Backofentür öffnen und alles nochmal eine halbe Stunde abkühlen lassen bevor man die Gläser aus dem Ofen nimmt und auf einem Geschirrtuch vollständig erkalten lässt.

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Fertig.

Über die Haltbarkeit kann bzw. möchte ich keine Angaben machen. Mir ist, wenn ich sauber gearbeitet habe, aber auch bei längerer Lagerung (bei Rotkohl habe ich schon 2 Jahre getestet) noch nichts verdorben. Im Zweifel probiert das aber erst mal mit Dingen aus, die ihr recht bald verbrauchen wollt, um ein Gefühl dafür zu entwickeln.

Ich finde die Methode ziemlich praktisch bei Dingen, die lange kochen, aber kaum mehr Aufwand machen, wenn man gleich die doppelte Menge zubereitet – wie also zB Bolognese. Die kocht hier immer so 3, 4 Stunden vor sich hin und das spare ich mir durch’s Einkochen dann ein paar Mal und hab ein schnelles Essen, das trotzdem selber gekocht ist (und es verbraucht keinen Tiefkühlplatz). Auch praktisch, wenn man auch im Urlaub in einem Ferienhaus selber kocht und mal keinen Bock hat, Fisch auf den Grill zu werfen.

Katja

(Ich koche übrigens nichts ein, was ich nicht vorher komplett fertig gekocht und durchgegart habe. Speziell, falls ihr Fleisch einkochen wollt, informiert euch bitte vorher über die Risiken, ihr macht das auf eigene Gefahr.)

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2 Kommentare zu “Wie geht das denn? #7 – heute: im Backofen einkochen

  1. Super, danke, liebe Katja!
    Ich habe noch Unmengen von Zuccini und Tomaten im Garten…und wollte davon Pesto oder Relish kochen. Da kommt mir deine Anregung und tolle Beschreibung genau recht!
    Danke!
    Liebe Grüße, Gabi

Und jetzt du! Deine Gedanken, Worte, Punkte, Smilies, Bilder, Gesänge... Danke dafür!

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