Gelesen im März 2015

Ohne lange Vorrede, weil ja tatsächlich schon der 5. des Monats ist, hier die März-Bücher. 5, naja eigentlich nur 4, denn an Frau Freitags Buch habe ich schon seit Oktober immer mal wieder (vor-)gelesen. Irgendwie habe ich es im letzten Monat nicht hinbekommen, weiterhin so konsequent früh ins Bett zu gehen, um genügend Zeit zum Lesen zu finden. Mal sehen, ob das im April wieder besser klappt.

Ute Hagehülsmann – Transaktionsanalyse – wie geht denn das?

Nachdem ich im letzten Monat Harris ‚Ich bin o.k. Du bist o.k.‘ gelesen und einen Einblick in die Transaktionsanalyse gewonnen hatte, habe ich mir direkt das zweite Buch über das Thema besorgt. Bei Harris nervte mich vor allem, wie veraltet die Ideologien im Buch waren und das viele Geschwafel, das wenig greifbar war und das Buch für mich unnötig aufblähte. Ganz anders dieses Buch von Ute Hagehülsmann. Es trägt noch den Untertitel ‚Transaktionsanalyse in Aktion‘ und das trifft es sehr gut. Sie erklärt nicht nur die Grundprinzipien der Transaktionsanalyse, sondern zeigt anhand von Beispielen ihrer Patienten, wie sie in der Therapie praktisch damit arbeitet. Angenehmerweise beschränkt sie sich dabei auf zwei Fallbeispiele, die sich durch das ganze Buch ziehen und es werden nicht dauernd neue Patienten mit ihrer Geschichte eingeführt, sondern man kann die Arbeit und die Fortschritte als Leser nachvollziehen. Ich fand das Buch äusserst hilfreich. Es verzahnt mit den Dingen, die ich in letzter Zeit gelesen habe und fügt für mich eine weitere oder zumindest erweiterte Verstehensebene hinzu, wo meine Denkmuster, mit denen ich mir so oft selber schade, herkommen.

Anders als viele andere Literatur zu solchen Themen, gibt es mir aber auch eine konkrete Idee und Vorstellung davon, wie ich an meinen Themen arbeiten kann.

Auch für Menschen ohne psychische Probleme ist die Lektüre sicher empfehlenswert, denn die Transaktionsanalyse hilft primär, einen Einblick zu gewinnen in Kommunikations-/Interaktionsmuster zwischen Menschen (nicht nur die Dialoge im eigenen Kopf) und weswegen man auf bestimmte Reize anspringt und reagiert. Das ist alles ein sehr simples, leicht verständliches Modell und überaus interessant.

 

Horst Bosetzky (-ky) – Unterm Kirschbaum

Für mich ein Fehlgriff. Vielleicht, weil ich die Novelle Theodor Fontanes – Unterm Birnbaum – (noch) nicht kenne, die Bosetzky als Vorlage für seinen Krimi hernahm und für den der Protagonist eine gewisse Besessenheit in Bezug auf den Fall entwickelt. Eigentlich wollte ich den Birnbaum hinterherlesen, aber im Laufe der Lektüre des Kirschbaums ist meine dahingehende Motivation verpufft.

Diese Art von Buch, das – für mich, andere mögen das ganz anders empfinden – ohne irgendwie nachvollziehbare menschliche und vor allem natürliche Figuren daherkommt, sondern bei dem die Akteure nur verschiedene Maskeraden des Autors bieten, der überall durchscheint, die Figuren selber blieben für mich unecht und waren mir auch durchweg nicht besonders sympathisch. Die Geschichte nicht spannend, was ich auch gar nicht erwartet hatte, ich wusste, dass man den Täter von Beginn an kennt, aber für mich auch nicht interessant erzählt.

Möglicherweise hätte das ganz anders ausgesehen, wenn ich Fontanes Birnbaum gekannt oder zumindest vorher gelesen hätte – das kann ich nicht einschätzen. Mir hat’s nicht gefallen.

 

Eoin Colfer – Artemis Fowl (8), Das magische Tor

Nachdem ich erst vor kurzem den vorletzten Band der Serie gelesen habe, war ich jetzt doch zu ungeduldig, mir diesen Band noch länger ‚aufzuheben‘, ich wollte lieber wissen, wie es weiter geht und wie die Serie endet.

Und so endet Artemis Fowl auch mit einem ordentlichen Kracher: Opal Koboi, die wohl gefährlichste Verbrecherin der Unterirdischen kommt durch eine List aus dem Gefängnis frei, aktiviert ein uraltes magisches Tor der Berserkerkrieger und will die ganze Menschheit vernichten und in der Folge die Unterirdischen beherrschen. Doch natürlich hat Artemis einen Plan, wie er die Wichtelin aufhalten und die Welt retten kann – auch wenn es dabei dieses Mal für ihn um Leben und Tod geht…

Schöner und würdiger Abschluss der Serie und vor allem spannend von der ersten bis zur letzten Seite. Artemis Fowl ist definitiv eine meiner Lieblingsserien! Ich mag die Geschichten, die nie langweilig geworden sind, aber vor allem liebe ich die Charaktere und die Entwicklungen, die sie im Laufe der Bände durchlaufen.

Die ganze Serie ist eine große Empfehlung – auch für Menschen, die eigentlich Fantasymuffel sind, wie ich einer bin.

 

Thommie Bayer – Das Herz ist eine miese Gegend

In Tommie Bayers Stil hatte ich mich im Dezember letzten Jahres durch „Vier Arten, die Liebe zu vergessen“ sehr verliebt. „Das Herz ist eine miese Gegend“ knüpft an meinen ersten guten Eindruck an, auch wenn es ein bisschen braucht bis es in Fahrt kommt und auch in der Mitte ein paar Längen hat. Andererseits sind es genau diese Längen, die wohl ausmachen, dass man den Charakteren so nah kommt. Die sind auch hier feingezeichnet, mit warmherzigem Blick – auch und gerade auf die Schwächen. Hinzu kommt die lange Dauer, die die Handlung umfasst, denn diese setzt in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts ein und reicht bis in die 80er. Kurze ‚Einspieler‘ vor jedem Kapitel verraten, wo in etwa man sich gerade zeitlich befindet, geben kurze Blicke auf die Zusammenhänge, auf das Weltgeschehen der jeweiligen Zeit. Erzählt wird die Geschichte von Freundschaft und Liebe, die sich in der ersten Begegnung ergeben, ihre Höhen und Tiefen erleben, sich unterwegs verlieren, aber sich doch immer wieder finden. Es ist die Geschichte von Giovanni, der eigentlich Paul heisst, Bo, der eigentlich Bernward heisst, Ilse, der eigentlich Roger heisst und Laura, die ganz ohne weiteren Namen auskommt. Es geht um die erste große Liebe und darum ob sie endet oder nicht und es geht um die ‚Körperfamilie‘, in die man geboren wird und um die ‚Herzensfamilie‘, die man sich selber wählt.

Schönes Buch. Mehr von Thommie Bayer bitte!

 

Frau Freitag – Chill mal, Frau Freitag

Als wir im Oktober auf dem Weg nach Spanien waren und der Mitdings am Steuer Ermüdungserscheinungen gezeigt hat, ich aber auf dem Beifahrersitz auch zu müde war, um ihn quatschenderweise wach zu halten, fing ich an, ihm ‚Chill mal, Frau Freitag‘ vorzulesen und weil ich das dann nicht alleine zu Ende lesen wollte, habe ich immer mal, wenn wir seitdem längere Strecken gefahren sind und ich daran gedacht habe, aus dem Buch vorgelesen. Das geht zum Glück recht gut, weil es keine wirklich fortlaufende Geschichte ist. Frau Freitag, bekannt durch ihr Blog ist Lehrerin und schreibt episodisch über den Alltag in der Schule.

Das ist manchmal schreiend komisch, manchmal ganz tragisch, aber fast immer sehr unterhaltsam und eignet sich als Vorleselektüre hervorragend, um müde Autofahrer auch auf langen Strecken, wachzuhalten. Kann man aber sicherlich auch sehr gut einfach für sich alleine lesen.

Katja

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