Zum ersten Mal #6

… nachdem es im Restaurant zur Rechnung einen Schnaps gab, nach dem Bezahlen an die Theke marschiert und dort grinsend im Stehen noch einen weiteren bestellt und getrunken. Heisser Slivovitz mit Birnenlikör, was, wie ich mittlerweile herausgefunden habe, einfach das Rezept für Julischka ist. Nur dass er selber gemixt extrem viel leckerer schmeckt als alle fertig zu kaufenden, die ich je probiert habe. Der stand übrigens in einer großen Thermoskanne und in sehr heiss, also vermutlich frisch zubereitet, direkt auf der Theke und es war auch das erste Mal, dass ich Schnaps aus einer Thermoskanne getrunken habe. Das sollte man ja vielleicht häufiger mal machen.

Sicher war es aber nur ein Zufall, dass wir dort zwar schon ein paar Mal waren, aber noch nie so dermaßen freundlich verabschiedet wurden. :mrgreen:

#hicks

Katja

Gegen die Panik anschreiben

Vor einer Woche haben wir DIE Wohnung entdeckt.

Nachdem wir jetzt seit Anfang des Jahres die Augen offen halten, waren wir uns bisher noch bei keinem Inserat so schnell einig. Dabei gab es nicht mal viele Fotos, von innen gar keines, nur je eines, das das Haus von vorne und eines, das das Haus von hinten zeigt. Dafür aber erfreulicherweise ein Grundriss und der hat es, man möge mir das schlechte Wortspiel verzeihen, tatsächlich gerissen! Hammer. Etwas größer als unsere aktuelle Wohnung und die zusätzlichen Quadratmeter sind genau so verteilt, dass es uns attraktiv erscheint. Die Küche ist 30% größer als meine aktuelle, es gibt eine Abstellkammer (die wir hier so schmerzlich vermissen, dass wir quasi seit wir hier vor 8 Jahren eingezogen sind, das Gästeklo umfunktioniert haben), wieder Erdgeschoss (yeah!), das Bad etwas größer als hier, die Terrasse genauso riesig wie hier (aber ohne Plexiglas-Überdachung, die zwar super ist, damit man an lauen Sommerabenden auch bei Regenwetter grillen kann, unter der sich die Hitze aber so dermaßen staut, dass dort an heissen Tagen das Thermometer bis zum Ende seiner Skala bei 50°C klettert, was sie tagsüber unbenutzbar macht), Garten, große (!) Garage… Irgendwie passt alles, vermutlich ist dann die Lage Mist.

Weil der Mitdings, der beste Mitdings ist, fing er an anhand der Fotos in der Satellitenbildansicht der Karte des Ortes zu suchen und es dauerte nicht lange, bis er das Haus gefunden hatte. Das musste es einfach sein und die Lage einfach perfekt. Ufff. Und wäre das nicht alles schon ’schlimm‘ genug, ist sie noch dazu spürbar unter unserem Limit und sogar günstiger als die aktuelle Wohnung.

Bis dahin hatten wir längst schon beim Inserenten Interesse bekundet und um einen Besichtigungstermin gebeten. Das ging nur via Kontaktmöglichkeit auf dem Immobilienportal, es war weder ein Name noch eine sonstige Kontaktmöglichkeit angegeben. Dann großes Warten. Und warten, warten und immer noch warten. Ich bin ja an sich gar nicht so ungeduldig oder neugierig, aber wenn es um etwas für mich so essentiell Wichtiges wie ein mögliches neues Zuhause geht, dann drehe ich gerne innerhalb kürzester Zeit hohl. Das ging bei dieser Wohnung so weit, dass ich längst Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe ausgelotet habe, den kürzesten Weg an den Rhein, die Sehenswürdigkeiten der Gemeinde, wo ich mein Auto ummelden kann, das mit den Hopfenstangen undund…und immer noch keine Antwort.

Nach vier Tagen des Wartens haben wir dann nochmal freundlich nachgefragt, weil es einfach zu ärgerlich gewesen wäre, wenn ausgerechnet diese Nachricht im Kommunikationssystem des Portals verloren gegangen wäre. Dann, noch einen Tag später endlich eine Antwort und die Einladung zur Besichtigung mit vorgegebenem Termin. Heute. 18 Uhr.

Aus-ge-rech-net! Der Mitdings hat einen Geschäftstermin in Köln, an dem nicht zu rütteln ist. Mit open end, ungewiss wie lange das dauern wird. Also direkt nochmal zurückgeschrieben, entschuldigt, erklärt, um einen Ersatztermin gebeten, direkt signalisiert, dass es ansonsten jederzeit möglich wäre. Antwort bekommen, dass sie (die Vermieterin der Wohnung) Donnerstag zwei Besichtigungstermine hätte und sich dann nochmal melden würde, falls sich daraus keine Vermietung ergäbe.

Orrrrr!

Nochmal hingeschrieben, wirklich großes Interesse, ich komme auch alleine. Das war Dienstag Abend, seitdem ist mir schlecht und ich merke, wie die Panik in mir immer größer wird. Ich kenne diese Angst, (er-)kenne die körperlichen Symptome, merke wie der Nacken immer steifer wird, das Schlucken weh tut, das Sichtfeld sich immer mehr zum Tunnel verengt.

Mich machen solche Termine, ach eigentlich ALLE Termine immer nervös. Ich bin ja selbst nach 5 Jahren noch fast jeden Dienstag nervös, wenn ich zum Spanischkurs aufbreche. Ich ertappe mich seit Dienstag andauernd dabei, wie ich mit den Zähnen knirsche oder an der Nagelhaut rumknibbele.

Ich versuche die ganze Zeit, mir selber gut zuzu- und einzureden, dass es überhaupt nichts zu verlieren, sondern höchstens zu gewinnen gibt. Aber ich fände es schon schwierig genug, dort zu zweit hinzufahren, zu gucken, zu fragen, loslassen zu können, dass ich mich schon seit Tagen in die Wohnung reingesteigert und gedanklich die Hälfte der Möbel im Grundriss rumgerückt habe und wirklich zu gucken. Auch und gerade auf die Haken zu achten. Ich weiss noch, dass diese Wohnung hier, in jenem Moment bei mir gewonnen hatte, als ich auf die Terrasse kam (und das war fast ganz am Anfang der Besichtigung). Riesige Terrasse mit gemauertem Grill und der Garten – wo wir zu der Zeit in einer Wohnung mit kleinem Balkon wohnten, mit Grillfreaks als Nachbarn in der Erdgeschosswohnung, die von März bis September quasi täglich grillten und uns mit dem Geruch folterten, ein Garten für Erdbeeren, die auch nach echten Erdbeeren schmecken – ich war im ersten Moment schon so verliebt, dass man mich vermutlich auch durch eine Tropfsteinhöhle hätte führen können und ich hätte einziehen wollen.
Weil der Mitdings und ich uns von recht unterschiedlichen Dingen so beeindrucken lassen, ergänzen wir uns da wunderbar und am Ende kommt meist ein Mix heraus, der für uns beide gut funktioniert.

Jetzt soll ich da (möglicherweise, es besteht immer noch die Hoffnung, dass er pünktlich zurück sein könnte) alleine hingehen, alleine herausfinden, ob DIE Wohnung dazu taugen könnte, unsere Wohnung zu werden und ich weiss nicht, wie gut ich mit meinem panischen Tunnelblick überhaupt in der Lage bin, besonders viel wahrzunehmen. Und nicht nur das. Ich muss auch alleine eine mögliche neue Vermieterin davon überzeugen, dass genau wir die idealen neuen Mieter sind und das ist der Punkt, vor dem mir noch viel mehr graut. Irgendwie ist der Gedanke, die Wohnung könnte doch nicht so toll wie erhofft sein – schließlich haben wir kein einziges Bild von innen gesehen – nicht so schlimm, wie der Gedanke, dass es genau DIE Wohnung ist, die wir wollen und sie dann nicht zu bekommen. Ich möchte noch gar nicht so farbenfroh über die Folgen nachdenken, die das für mein ohnehin fast nicht vorhandenes Selbstbewusstsein hat. Nicht mal ’ne Vermieterin kann sie für sich gewinnen… Und da schraubt sich die Panik zur nächsten Umdrehung hoch.

Jetzt hier der Versuch, mich – wie so oft – durch Aufschreiben zu sortieren. Heute zusätzlich auch noch einer, mich ein bisschen abzulenken. In 4 Stunden wird’s ernst. Uff. Uff. Ufffff.

Mein Wunsch- und Lieblingsausgang des Termins ist, dass sowohl die Wohnung super ist (und ich mich traue / mir zutraue, das alleine festzustellen und zu beurteilen), als auch, dass die Vermieterin eine sympathische Frau ist, die mich nicht so sehr einschüchert und die ich dann, noch dazu davon überzeugen kann, dass wir ebenso super sind wie die Wohnung und also genau dort rein passen.

Und am allerliebsten würde ich das zusammen mit dem Mitdings rausfinden und bewerkstelligen. Das Universum möge also bitte für ein zügiges Ende des Termins sorgen! Wenn er in den nächsten gut 2 Stunden in Köln in einen ICE steigt, klappt das noch! GoGoGo!

I can haz gedrückte Daumen, plz?

K thx bye!

Katja

(Wir sind übrigens heute auf den Tag genau vor 8 Jahren hier eingezogen. Das muss doch ein Zeichen sein!)

Dieses Gefühl…

…, wenn man einen Punkt von der todo-Liste streichen kann, der seit 7 (!) Jahren dort draufstand!

Ich muss das erst mal sacken lassen, ich kann’s noch gar nicht glauben. Obwohl ich sehr wohl weiss, wieviel Beharrlichkeit, Zeit und Arbeit ich in den letzten beiden Monaten reingesteckt habe, um den Monsterpunkt endlich (!) ausstreichen zu können.

Ich glaube, ich möchte gleich 1 oder 2 alkoholische Getränke darauf trinken. :mrgreen:

Ufffzpopuffz!

Katja

(P.S.: Bevor jemand auf die Idee kommt zu fragen: ich möcht’s nicht verraten. 🙂 )

Schönes 17/15

*Etwas, was ich nicht machen wollte, nicht gemacht und das schlechte Gewissen dabei hielt sich in Grenzen.

*Etwas so unfassbar Simples gemacht, wie die Füße über einen Tennisball abzurollen und mich irre gefreut, dass ich sofort gemerkt habe, wie der ganze Körper lockerer wurde. Holy Shit!

*Nach 4 oder 5 Wochen mit dem Tyrannosaurus Flex hat die motivierende Wirkung immer noch nicht nachgelassen und ich gehe so häufig spazieren wie selten zuvor (von den Jahren mit Hund abgesehen) und das ist ziemlich super, weil ich dadurch viel draussen bin.

*Neue (Ersatz-)Brille ausgesucht.

*A. besucht! ❤

*Endlich wieder mal ein bisschen beim Ausmisten weitergekommen.

*Jemandem mit einem Geschenk eine Freude gemacht (und ich glaube, etwas wirklich Gutes getan).

*Der erste Spargel des Jahres! \o/

*Die rosa Straße blüht. Hachz. 🙂

*2 Kästen vom Lieblings-Radler gekauft. Jetzt ist wirklich Grillsaison. (Gösser Naturradler übrigens, das ich in Innsbruck kennengelernt habe und das es glücklicherweise im Getränkeriesenmarkt in der Nähe von Darmstadt gibt.) Und natürlich auch direkt welches davon getrunken.

*Tolles Buch gelesen.

Katja

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Ganz ohne rosarote Brille

Üblicherweise, wenn ich in der Kleinen Stadt zum Einkaufen fahre, nehme ich die umgehende Bundesstraße anstatt mich durch die kürzere, enge Wohnstraße mit verkehrsberuhigender Bepflanzung, Bremsschwellen und etlichen rechts-vor-links-Kreuzungen. Nur im Frühling für ca. 2 Wochen fahre ich so oft wie möglich durch diese Straße, denn dann leuchtet die ganze Straße in flauschig-wattigem Rosa. Und irgendwann innerhalb dieser Zeit, muss ich auch dringend anhalten, aussteigen und jede Menge Fotos von der Blütenpracht knipsen – und das obwohl ich das jetzt schon seit einigen Jahren mache und schon einige Aufnahmen von den Bäumen in jener Straße auf meiner Festplatte liegen. So so schön! Ich kann einfach nicht anders.

Kanzan-Kirschen müssten das sein, wenn ich mich gerade bei der Bestimmung nicht geirrt habe und das ist wohl die in Deutschland verbreitetste Sorte der Japanischen Kirschen. Ehrlich, kein Wunder, dass in Japan die Kirschblüte extra gefeiert wird. Ich würde das glatt auch machen. So so schön!

Die diesjährigen Fotos habe ich vor ein paar Tagen bei strahlend blauem Himmel geknipst und ein paar davon gibt es jetzt hier. Zugegebenermaßen fällt es mir genauso schwer, bescheiden bei der Auswahl zu sein wie den Bäumen die Bescheidenheit beim Blühen zu fallen scheint.

(Klick macht groß.)

Katja

Artikel mit Passwortschutz

Weil ich aktuell wieder häufig(er) mit Passwortschutz blogge und die Zahl meiner Leser*innen oder zumindest Abonnent*innen ziemlich gestiegen ist, hier nochmal der Hinweis, was es damit auf sich hat. 🙂

Gedankensprünge

Weil hier in den letzten Monaten recht viele neue Blogleser – oder zumindest WordPress-Abonnenten, bei denen bekomme ich es ja unmittelbar mit – dazu gekommen sind, hier vielleicht nochmal der Hinweis, was es mit den Artikeln mit Passwortschutz auf sich hat. (Hier hatte ich das kurz vorher noch ein bisschen ausführlicher aufgeschrieben, weswegen ich diese Dinge nicht einfach so ins Netz raushauen kann und möchte.)

Und wo ich gerade dabei bin: Herzlich Willkommen auf meinem Blog! Sagt doch mal in den Kommentaren ‚Hallo‘ – ich freue mich! 🙂

Katja

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Geschützt: Fortsetzung der harten Prüfung. (Eilige Meinungen sehr erwünscht!)

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