Neulich in Bürokratien

Kann sich noch jemand an meine Schwierigkeiten mit dem Post Ident-Verfahren erinnern? Oder besser gesagt mit der Bediensteten der Postfiliale der Kleinen Stadt bei meinem Versuch, mich dort zu identifizieren? (Die Geschichte gibt es hier zum Nachlesen.)

Neues Kapitel.

Vor einigen Tagen versuchte ich, mich online auf der Seite meiner Bank einzuloggen. Blöderweise ist das kein selbstgewältes Passwort sondern ich bekam bei Kontoeröffnung eine 6-stellige PIN zugesandt. Die kann ich im Grunde auswendig, aber leider nur im Grunde. Es geht nämlich nur, wenn ich sie gedankenlos und zügig nach Eingabe meiner dortigen 8-stelligen Zugangsnummer auf dem numerischen Block meiner Tastatur eintippe. Bei meinem Versuch vor ein paar Tagen ging das leider nicht zügig und in einem Rutsch und ich musste nach Eingabe der Zugangsnummer absetzen.

Tja und dann saß ich erst mal da und überlegte wie die PIN lautet. Das ist total schräg, ich kann diese Nummer seit Jahren*. Aber nur in diesem genau definierten Bewegungsablauf. Sobald ich versuche, mich an die Ziffernfolge zu erinnern – Null. Nada. Nichts. Ich konzentriere mich also krampfhaft. Ha! Das müsste sie doch sein. Tippeditipp. Falsche PIN. Ah klar. Da die Ziffer, die war ja auch verkehrt. Tippeditipp. Falsche PIN. Ufff. So jetzt aber. Klar, die fing ja auch ganz anders an. Der Finger muss doch dort auf die Zifferntaste. Dann ist klar, dass das falsch war. Tippeditipp. Falsche PIN. Ach Mist!

OK, also doch in den Unterlagen suchen. Irgendwo hab ich doch noch… Blöderweise hätte ich diesen Schritt einen Versuch früher unternehmen sollen, denn – obwohl ich keine expilizite Meldung dahingegend bekam – ist mein Kontozugang jetzt erst mal gesperrt. Das erkenne ich nur daran, dass auch der Login mit der nun gefundenen (und sofort wieder erinnerten *Stirn patschgeräusch*) nicht funktioniert. *knirsch*

Nun denn… auf den Link für die vergessene PIN klicken. Das ist ja eigentlich ganz einfach. Man muss nur ein pdf für die Kontenentsperrung runterladen, ausfüllen, unterschreiben und kann das dann sogar via Fax an die Bank senden. Das geht schnell und problemlos und so kommt es, dass ich sonntagmorgens noch vorm Frühstück rumprobiere und rausfinde, wie man mit der Fritzbox faxen kann. (Sehr simpel: im Browser auf die Seite der Fritzbox, dann Telefonie auswählen, dort Unterpunkt Fax, unten Dateianhang. Einscannen sollte man den Anhang im jpg-Format, pdf lässt sich zwar ohne Fehlermeldung anhängen, wird aber nicht mitgesendet. Dank ISDN-Leitung konnte ich das als Test mit der eigenen Nummer erst mal ausprobieren.)

Soweit so einfach. Jetzt kommt der Bogen zum Postident-Verfahren:

Mit der Post bekam ich jüngst zwei Schreiben meiner Bank. Eines besagt, dass mein Kontozugang wegen dreimaliger falscher PIN-Eingabe gesperrt wurde – was ich ja direkt gemerkt hatte.

Das zweite besagt, dass die Entsperrung leider nicht möglich ist, weil meine Unterschrift nicht mit der hinterlegten Unterschrift übereinstimmt. Geneigte Leser, die sich an das Drama mit dem Post-Ident-Verfahren erinnern (oder eben fix oben dem Link gefolgt sind und dort nachgelesen haben), werden jetzt laut auflachen und wissen, wieso es eigentlich umgekehrt ist, dass die hinterlegte nicht mit meiner echten Unterschrift übereinstimmt.

Ich selber bin noch nicht sicher, ob mir eher nach Lachen oder Weinen zumute ist – allemal möchte ich aber meinen Kopf auf die Tastatur fallen lassen und einfach nur still hier sitzen bleiben.

Immerhin hat die Bank mir direkt ein Formular mitgeschickt, mit dem ich eine neue Unterschriftenprobe abgeben kann und das ganz ohne Post-Ident. Ich muss allerdings eine Personalausweiskopie mitschicken und bin folglich noch nicht davon überzeugt, ob mir dann nicht das gleiche wie auf der Postfiliale droht… Selbstredend muss ich hinterher diesen Spökes mit dem Faxformular zur Entsperrung nochmal von vorne durchführen. Zu meinem nächsten Geburtstag sollte ich mir vielleicht einen Stempel mit der eigenen Unterschrift wünschen. -.-

Als Trost bleibt: die nehmen das tatsächlich recht genau mit der Unterschrift und kontrollieren tatsächlich die Übereinstimmung.

Katja

(*Ja, ich weiss, die Sache mit dem Post-Ident ist noch keine Jahre her. Da ging es um ein anderes Konto, aber das Problem mit der nicht übereinstimmenden Unterschrift ist trotzdem mit dem Text nachvollziehbar.)

 

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4 Kommentare zu “Neulich in Bürokratien

  1. @Casta: Immerhin komme ich (bisher! man soll den Tag ja nicht vor dem Abend loben) ohne Passierschein 38A aus! :mrgreen:

    @Zeilentiger: Vielleicht müssen so Dinge manchmal passieren, damit ich in meiner Freude über die Möglichkeiten unserer Zeit, auch gelegentlich daran erinnert werde, dass damals™ als man das Bankkonto noch von Angesicht zu Angesicht eröffnet hat, doch nicht alles so viel komplizierter war. 🙂

    @Anette: Ich bin gerade ein wenig beruhigt, dass nicht nur mein Hirn manchmal so merkwürdig arbeitet. 🙂

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