Momentaufnahme: namenlose Angst

Es sind jene Gedanken, die ich nicht formulieren kann, nicht in Worte fassen und in Sätze bündeln, die mir am meisten Angst machen. Ich setze an und nach einem halben Satz wieder ab, weil ich direkt merke, dass da vor meinen Augen auf dem Monitor gar nicht entsteht, was tatsächlich im Kopf seine Runden dreht. Die Finger führen ein Eigenleben auf der Tastatur und geraten doch dauernd ins Stocken.

Angst. Sie taucht bei mir am häufigsten der Ungewissheit gegenüber auf, der nebligen, dunstigen Nichtgreifbarkeit. Was einen Namen hat, hat ein Wort, kann in Gedanken geformt und zwischen anderen Worten in einem Satz zurechtgerückt werden. Was nicht greifbar ist, dem fehlt meist der Name, das Wort und damit das (Ein-)Ordnungssystem.

Ich bin ein Wortemensch. Das merke ich daran, dass es mir, wenn ich einen Geruch in der Nase habe, keine Ruhe lässt, bis ich identifiziert habe, was ich da rieche. Ich merke es auch daran, dass ich, wenn ich einen Film sehe, erst zur Ruhe komme, wenn ich weiss, wie jener Schauspieler, dessen Namen ich mir doch nie merken kann, heisst und auch wie der Name jenes Films ist, aus dem er mir bekannt ist.
Wenn diese Worte da sind, kann ich die Dinge sortieren, (alphabetisch) ablegen, sie aus dem Kopf entlassen und dort Platz für anderes schaffen.

Dieses vage Gefühl gerade, die namenlose Angst, erzeugt momentan ein dauerhaftes innerliches Unter-Strom-Stehen, was dadurch nicht besser, sondern nur noch arger wird, dass ich mir selber ein genervtes „schon wieder“ vorhalte. Immer wieder, immer noch gefangen in den gleichen (falschen) Denk- und Fühlmustern. Immer wieder, immer noch genervt von mir selber über diese Unfähigkeit, das alles trotz besseren Wissens nicht abstellen zu können.

Soifzend.

Katja

Advertisements

6 Kommentare zu “Momentaufnahme: namenlose Angst

  1. (((((((Katja))))))) Und ich leihe Dir mein Kätzchen, das kringelt sich jetzt auf deinem Schoß zusammen und schnurrt laut.
    Leju

    • @Eluj: Danke! ❤ Manchmal hätte ich ja wirklich auch sehr gerne so einen Stubentiger mit beruhigendem Geschnurre auf dem Schoß. (Auch wenn ich eigentlich eher Hundemensch bin.)

Und jetzt du! Deine Gedanken, Worte, Punkte, Smilies, Bilder, Gesänge... Danke dafür!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s