Es geht bei Zeit ja meist ums Nehmen, nicht ums Haben

Immer, wenn von aussen viel auf mich einstürzt, fühlt es sich in mir an, als käme ich gar nicht mehr zur Ruhe. Wenn der Berg der zu erledigenden Dinge groß ist, verliere ich oft erst mal den Überblick, gerate ins Trudeln und schaffe es – je stärker ich trudele – nicht gut, mir einen Plan zurechtzulegen. Der Kopf steht dann nicht still. Nie. Nachts kann ich noch schlechter schlafen als ohnehin schon, weil 1000 Darfstenichtvergessens und Mussteunbedingtdrandenkens in meinem Kopf eine Party feiern.

Was mir dann – das hat die Erfahrung der letzten Jahre mich gelehrt – verlässlich gut hilft ist, wenn ich mit einer gewissen Regelmäßigkeit meinen Kopf im Blog auskippe. Wenn ich hier Gedanken aufschreibe, wird es dort (also im Kopf) ruhiger, werde ich ruhiger. Der Haken an der Sache ist, dass ich genau das, was gut hilft, dann oft nicht gut hinbekomme. Viel los, viel zu tun und immer ist es das Bloggen, das auf der Strecke bleibt, weil das ja _eigentlich_ nur Freizeitvergnügen ist und wenn da (mindestens gefühlt) wenig Freizeit ist, fehlt mir die Ruhe und ich finde keinen Anfang. Und nicht mal die Feiertage bringen mich dazu, mal abzuschalten und runterzufahren.

So beobachte ich mich gerade wieder seit Wochen. Dadurch, dass ich seit Anfang Dezember diese dusslige Erkältung nicht wieder richtig losbekomme und ohnehin alles auf Sparflamme läuft, ist da noch weniger Energie übrig, um mich hinzusetzen und zu bloggen. Und es dauert jedes Mal, wenn ich in einer solchen Zwickmühle stecke, ein bisschen, bis die Erkenntnis bei mir ankommt, dass das (einer) der Haken ist, dass dieses Zeit nehmen, für diese Sache, die mir gut tut und vor allem hilft, den Kopf ein bisschen leiser zu bekommen, mich gar nicht aufhält, sondern voranbringt.

In diesem Sinne also endlich wieder ein Versuch, den gordischen Knoten im Kopf aufzubekommen. Zeit gewinnen, durch Zeit nehmen. Denn letztendlich ist ja nie welche davon übrig und es hängt alles nur an meiner Wahrnehmung.

Katja

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4 Kommentare zu “Es geht bei Zeit ja meist ums Nehmen, nicht ums Haben

  1. (((Katja))).

    Es wird mit der Erkenntnis leichter. Schritt für Schritt wird es immer leichter, wenn Dir bewusst ist, dass da die alten Muster laufen, ihnen etwas entgegenzusetzen.

    Diese Erkältung werde ich seit vier, fünf Wochen auch nicht los. Das bremst einen aus, aber wann, wenn nicht jetzt, sollte man sich auch mal ausbremsen lassen. Weil so viel los ist, weil die Nerven vibrieren, weil alles rattert und rattert wie ein Hamsterrad.

    Ich kenne das gut, wie Du merkst.

  2. Erst einmal stelle ich hier einen großen Becher „Erkältungvomacker“-Wundertrunk hin. Über den Tag in kleinen Schlucken genossen und die fiese Erkältung sollte sich endlich von dannen schleichen.
    Dazu packe ich noch einige Energie-Riegel und eine Schüssel randvoll gefüllt mit Zeit – die ist zwar auch bei mir immer knapp bemessen, aber auf dem Speicher hat sich noch etwas Zeit angefunden, von der ich Dir gerne abgebe!

    So, nun mal husch husch auf´s Sofa gelegt und alle Darfstenichtvergessen und Mussteunbedingtdrandenken wegatmen…

    Ich sende Dir von Herzen liebe Grüße
    Rabea

  3. WdW: Mir hilft oft tatsächlich schon die Erkenntnis, dass ich gerade in dem Hamsterrad feststecke. Das schafft ein bisschen Abstand, lässt mich von aussen auf mich gucken.
    Und ja: vermutlich ist genau das die richtige Zeit zum Runterbremsen.
    Ich drück dich, verstehend, zurück! ❤

    Anette: Ich habe das schon mal versucht, es einfach mit auf die todo-Liste zu setzen, damit es irgendwann 'dran' ist. Was dann bei mir leider dazu führt, dass ich erst recht nicht die Ruhe dafür finde… Manchmal ist das echt alles murks. *re!

    Rabea: Oh wie lieb! Nicht nur was für die Erkältung sondern auch noch Zeit! Ich weiss das sehr zu schätzen, weiss ich doch, dass sie bei dir immer knapp ist. (Und so richtig echt knapp im Gegensatz zu meiner oft ja nur gefühlten Knappheit…)

    Ich hab zumindest in diesem Jahr alle Ausser-Haus-Termine hinter mir und muss nicht mal mehr einkaufen. Alleine das fühlt sich gerade sehr luxuriös an. 🙂
    Liebe Grüße zurück!

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