~misty~

Manchmal fühlt es sich in diesen grauen Tagen an, als wäre der Nebel auch in mir drin. So viel im Kopf, aber ich bekomme keinen Gedanken richtig zu fassen, alles ist hinter einem diffusen Dunst verborgen. Wobei ich mir gar nicht so sicher bin, ob ich überhaupt so genau wissen will, was es ist, was da in mir rumort. Lieber ignorieren, wenigstens bis der November vorbei ist, damit er mich mit seinem Blues nicht zusätzlich einholen kann. Und doch fühlt sich auch das nicht richtig an, weil alles dumpf bleibt, ich ein bisschen das Gefühl habe, dadurch auch irgendwie von meinen Gefühlen abgeschnitten zu sein. Beim nochmaligen Lesen macht der vorherige Satz so gar keinen Sinn – das Gefühl haben, vom Gefühl abgeschnitten zu sein und doch beschreibt es ziemlich gut, wie sich dieses Nichtrichtigfühlen gerade anfühlt.

Nach dem Einkauf bin ich heute kurz im Nebel rumgestapft, das hat zwar den inneren Nebel nicht vertrieben – vielleicht waren dafür auch die Schritte im Laub zu dumpf gedämpft – aber immerhin hat es für ein paar Schlechtwetterfotos gelangt.

(Klick macht groß)

Katja

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9 Kommentare zu “~misty~

  1. Ach, liebe Katja, Du weißt ja, wie sehr ich nebelige Novembertage mag. Für mich hüllt der Nebel alles ein, wie in eine flauschige Decke. Und irgendwie fühle ich mich dann ganz bei mir – der Nebel ist dann irgendwie, wie ein Schutz, der nichts durchlässt und ich kann mich ganz auf mich allein besinnen… die Seele baumeln lassen… und mich bei Kerzenschein auf den Winter freuen. Also, wenn ich es mal im November in Deine Richtung schaffe, dann bestehe ich auf einen ausgedehnten Spaziergang – bei so richtig dickem Nebel 🙂 Abgemacht?

    Liebe Grüße
    Rabea

  2. @Jule: ❤ !

    @Rabea: Ich hatte ja schonmal irgendwann gestaunt, wie unterschiedlich wir Novembernebel wahrnehmen.
    Wir könnten's natürlich auch so machen, dass du durch den Nebel spazierst und ich brutzele derweil was für dein Schüsselchen! 😀

    @Svü: Expecto Patronomnom! *drück*

    @Timo: Wie meinen? 👀

  3. Liebe Katja,

    auch Hermann Hesse und auch ich kannte/kenne dieses Gefühl nur zu gut. Hier ein Gedicht von Hesse, dass du eventuell auch schon kennst… Passt zu deinem Post oben. Es empfiehlt sich, nachdem man das Gedicht gelesen und für sich gefühlt hat, die Überschrift von hinten nach vorne zu lesen – ein Aha-Effekt, zumindest war er das für mich…

    Im Nebel
    Seltsam, im Nebel zu wandern!
    Einsam ist jeder Busch und Stein,
    Kein Baum sieht den andern,
    Jeder ist allein.

    Voll von Freunden war mir die Welt,
    Als noch mein Leben licht war;
    Nun, da der Nebel fällt,
    Ist keiner mehr sichtbar.

    Wahrlich, keiner ist weise,
    Der nicht das Dunkel kennt,
    Das unentrinnbar und leise
    Von allen ihn trennt.

    Seltsam, Im Nebel zu wandern!
    Leben ist Einsamsein.
    Kein Mensch kennt den andern,
    Jeder ist allein.

  4. Liebe Katja,

    noch eines: Hast du schon mal darüber nachgedacht, hochsensibel zu sein? Hochsensible bzw. wahrnehmungsstarke Menschen nehmen die Welt, die Menschen und die Natur viel bewusster und intensiver wahr als normalsensible Menschen.
    Das Gefühl des Nebels kennen hochsensible Menschen nur zu gut – nämlich genau dann, wenn ihnen außenherum alles zu viel wird und man mit der Verarbeitung der Gedanken und Gefühle in einem selbst nicht mehr hinterherkommt. Es kann auch sein, dass man damit in eine negative Gedankenspirale gerät oder einfach nur dieses diffuse Nebelgefühl in sich trägt.
    Dies nennen hochsensible Menschen auch Überstimulation. Der Körper braucht jetzt Zeit, um sich von den Außenreizen zu erholen – man kann keine klaren Gedanken mehr fassen.

    Falls du mehr darüber lesen möchtest, schau einfach mal auf meiner Seite vorbei.

    Ganz liebe Grüße in den Nebel,
    Julia

  5. Liebe Julia,
    vielen lieben Dank für das Hesse-Gedicht! Das kannte ich nicht und seine Worte gehen mir tatsächlich sehr nahe!

    Hochsensibilität: Ich habe irgendwann online einiges darüber gelesen und einen Test gemacht, der meinte, ich sei das. Seitdem habe ich ein Buch zum Thema auf dem Wunschzettel, aber es mir immer noch nicht gekauft. Irgendwie habe ich das Gefühl, so so viele offene Baustellen zu haben…
    Was ich über mich weiss: ich bin sehr schnell reizüberflutet, speziell von Menschen. Mit großen Menschenmengen (darunter fällt bei mir je nach Verfassung manchmal auch schon die paar Dutzend in den Läden hier in der Kleinen Stadt) kann ich oft nur umgehen, wenn ich mich innerlich hm ‚ausklinke‘, mich in mich zurückziehe.
    Ich bin total empfindlich, was Geräusche angeht. Kaum etwas stresst mich so sehr wie wenn ich dauerhaft Geräuschen ausgesetzt bin. Ich koche für mein Leben gerne, aber die Dunstabzugshaube und das Brummen des Induktionsherdes und das Pfeifen meiner einen Glühlampe in der Küche machen mich völlig irre im Kopf. Ich kann so gut wie gar nicht mehr Musik hören. Früher lief das als Dauerberieselung im Hintergrund, jetzt höre ich an den meisten Tagen gar keine oder mir reicht es nach wenigen Songs. Erstaunlicherweise kann ich es oft besser aushalten, 3 mal den gleichen Song hintereinander zu hören als 3 verschiedene. Da fühlt sich der Kopf sofort wieder breiig an.

    Ich schreibe das immer meiner Unfähigkeit / geringen Belastbarkeit zu…

    Herzliche Grüße,
    Katja

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