Gelesen im Oktober 2014

Oktober, Urlaubsmonat. Man merkt es an der Menge und der Art der gelesenen Bücher. Dieses Mal alles gut lesbare Lektüre und – das ist neu – ich habe fast sämtliche Oktoberbücher auf dem elektrischen Buch gelesen. Das fühlt sich mittlerweile weniger ungewohnt an als anfangs und obwohl ich mir nie vorstellen konnte, das Gefühl von Papier zwischen den Fingern beim Lesen aufzugeben, muss ich gestehen: ich finde es – gerade auf Reisen – urpraktisch! Wir hatten zu zweit in den letzten Jahren immer eine große Klappbox zu zwei Dritteln mit Büchern gefüllt mit nach Spanien geschleppt; nur für den Fall, dass wir dort eventuell furchtbar viel Lust und Muße zum Lesen hätten und damit uns dann die Bücher nicht ausgehen. Das war dieses Mal herrlich viel einfacher und auch das Packen der Strandtasche ist viel einfacher, wenn das aktuelle Buch fast ausgelesen ist und man nicht weiss, ob man noch ein neues braucht. Vom Lesen im dunklen Auto während der langen Fahrt oder im dunklen Raum mit geöffnetem Fenster ohne die örtliche Stechmückengang anzulocken ganz zu schweigen. Ja doch, man könnte sagen, ich finde das mit dem eReader sehr viel praktischer und besser als erwartet. Und dabei hätte ich jetzt fast noch die vergrößerbare Schrift und individuell einstellbare Helligkeit vergessen, die den müden Augen gut tun.

Aber hach. Als nächstes muss ich mal wieder echte Seiten umblättern und an einem Buch schnuppern. Denn es ist schon anders und mir fehlt ganz speziell das letzte Zuklappen nach Auslesen eines Buches. Das hinterher nochmal in der Hand wiegen, nochmal durch die Seiten blättern. Das ist schon deutlich anders und für mich irgendwie nachhaltiger als das Tippen auf ein Display, um zum Überverzeichnis zu kommen…

Eoin Colfer – Artemis Fowl 5, Die verlorene Kolonie

Ich musste gerade nachgucken, es ist schon fast 1,5 Jahre her, dass ich den letzten Band von Artemis Fowl gelesen hatte. Dann ist es doch nicht ganz so verwunderlich, dass der mir inhaltlich so wenig im Gedächtnis ist. Vage beschleicht mich aber das Gefühl, dass ich die ohnehin grandiose Serie um den hochbegabten und gar nicht mehr so bösen, mittlerweile 14-jährigen Profiverbrecher aD, Artemis Fowl von Band zu Band lieber mag.

In der verlorenen Kolonie lernt er seinen weiblichen Counterpart kennen, rettet die im Zeitmeer schwimmende Dämoneninsel Hybras und ihre Bewohner vor dem Zerfall, staubt ein bisschen Magie ab, steckt einen Dämonenzauberer in ein geblümtes Kleid und wirft ein Auge auf seine elfische Freundin Holly. Was man eben so macht, wenn man Artemis Fowl ist und einen die Pubertät langsam plagt.

Das alles ist unglaublich gute Unterhaltung und ein großes Lesevergnügen. Wer Artemis Fowl nicht kennt, ist selber schuld. 🙂

 

Kerstin Gier – Rubinrot

Die 16-jährige Gwendolyn wächst in einem großen Londoner Haus in einer äusserst merwürdigen Familie auf, denn über die Generationen hinweg gibt es immer mal wieder einen Abkömmling, der das Zeitreisegen erbt, was dazu führt, dass der- oder besser diejenige – denn in Gwendolyns Familie gibt es nur weibliche Zeitreisende – in die Vergangenheit reisen kann oder besser gesagt muss, denn die Zeitsprünge erfolgen idR unkontrolliert.

Aber besonders viel weiss Gwendolyn überhaupt nicht darüber, das alles ist ein großes Geheimnis, in das nur Gwens gleichaltrige Cousine Charlotte vollständig eingeweiht ist, denn sie ist die nächste Genträgerin, kurz vor ihrem ersten Zeitsprung. Ihr ganzes Leben lang wurde sie auf die bevorstehenden Aufgaben und Gefahren vorbereitet, doch dann ist es plötzlich doch Gwen, die unversehens direkt von der Straße aus in die Vergangenheit purzelt, wodurch ihr ganzes Leben aus der Bahn gerät, denn schließlich wurde sie weder eingeweiht, noch auf die Zeitsprünge und was sie dort erwartet vorbereitet.

Zu Gwens zweifelhaftem Glück gibt es eine geheime Gesellschaft, ‚die Wächter‘, die nicht nur das Geheimnis um die Zeitreisenden wahren, sondern ausserdem ein geheimnisvolles Gerät – den Chronographen – hüten, mit dessen Hilfe man die Zeitsprünge kontrollieren kann. Und dann ist da auch noch Gideon, Ururur(vielleicht auch noch ein paar mehr urs)-Enkel des geheimnisvollen Grafen von Saint-Germain aus der Familie der de Villiers, aus der sämtliche männliche Zeitreisende stammen, und der ist zwar zunächst höchst arrogant, aber ausserdem auch haargenau Gwendolyns Typ.

Die Edelstein-Trilogie hatte ich vor ein paar Jahren schon auf meine Wunschliste gesetzt – damals alleine, weil mir die Namen der Bände und die Cover so gut gefielen. Jetzt nach dem ersten Band bin ich vor allem froh, dass ich die anderen beiden auch habe und direkt weiterlesen kann, denn Rubinrot ist keine wirklich abgeschlossene Geschichte. Handlungsmäßig passiert noch nicht viel mehr als dass man einen ersten Eindruck von den Charakteren bekommt und vom Mechanismus der Zeitreisen. Man erfährt die ‚Aufgabe‘, die Gwen und Gideon in der Vergangenheit bewältigen müssen, begegnet mit ihnen gemeinsam einigen ihrer Vorfahren und erfährt vor allem, dass es da ein großes Geheimnis gibt, das zu lüften es gilt. Jetzt hoffe ich sehr, dass das auch im Laufe der anderen beiden Bände geschehen wird und dass die sich ebenso kurzweilig lesen wie Rubinrot.

Das ist sicher ein bisschen flach, dafür ist es nunmal eigentlich an Teenies gerichtet, aber die Charaktere sind sympathisch, die Sprache gut lesbar und ich bin jetzt natürlich sehr gespannt auf das Geheimnis und wer nun die Guten und die Bösen im Spiel sind. Man ahnt es schon, doch wie sagte Gwendolyns Mutter Grace so schön: Vertraue niemandem hier.

 

Kerstin Gier – Saphirblau

Kerstin Gier – Smaragdgrün

Was ich an der Edelsteintrilogie am wenigsten verstanden habe ist, warum es drei Bände sind und nicht nur ein einziges Buch. Die Geschichte hängt so eng zusammen und knüpft so aneinander an, dass es mMn ohnehin am besten ist, die 3 Bände direkt hintereinander wegzulesen . Mich hätte das eher genervt als neugierig gemacht, wenn ich auf das Erscheinen der Fortsetzung hätte warten müssen, weil es hier keine abgeschlossenen Einzelgeschichten gibt. Aber OK, ich gucke auch Serien am liebsten erst dann, wenn sie komplett abgedreht sind und keine neuen Staffeln mehr dazu kommen und ich mir selber aussuchen kann, wann ich weitergucke und nicht von Dreh- oder Ausstrahlungsterminen abhängig bin.

Ansonsten hat sich aber an meinem guten Eindruck, den ich beim Lesen von Rubinrot hatte, nichts geändert. Kerstin Gier hat eine gute Grundidee in eine unterhaltsame, leicht lesbare Geschichte gepackt. Die Charaktere sind sympathisch und an manchen Stellen herrlich frisch. Immer wenn die Geschichte droht zu sehr ins Kitschige abzugleiten, dann ist das den Figuren mit leichter Ironie bewusst – alleine das mag ich sehr daran.

Kann man durchaus lesen. Auch, wenn man der eigentlichen Zielgruppe altersmäßig schon ein bisschen entwachsen ist.

 

Daniel Glattauer – Gut gegen Nordwind

„Ach“, dachte ich bei der Auswahl der Bücher für den Urlaub, „den Nordwind, den könnteste ja mal wieder inhalieren.“ Es gibt ja so Bücher, die sind nicht nur ganz bezaubernd, sondern auch noch so kurz, dass man sie in einem Rutsch durchlesen kann und – im Falle des Nordwindes zB – auch muss, weil man das Buch gar nicht aus der Hand legen kann. Das ist wie festgewachsen bis es ausgelesen ist, also zumindest bei mir ist es das.

„Oh wie dumm von mir!“, dachte ich dann hinterher im Urlaub nach dem Lesen. Wie blöd, dass ich nicht daran gedacht hatte, auch die 7 Wellen, den Fortsetzungsband einzupacken. Wie blöd, dass ich vergessen hatte, wie dringend das Bedürfnis beim ersten Mal lesen war, direkt weiterzulesen, am liebsten gar nicht zwischendurch aus der Geschichte aufzutauchen.

Inhaltlich hatte ich schon hier und hier über den Nordwind geschrieben und sobald ich das aktuell angefangene Buch fertig habe (oder vielleicht auch schon zwischendrin?) muss ich dringend die Fortsetzung auch noch einmal lesen.

 

Eoin Colfer – Artemis Fowl 6, Das Zeitparadox

Ich vermutete es Anfang des Monats weiter oben hier im Blogeintrag, als ich den 5. Band gerade ausgelesen hatte, dass mir die Reihe von Band zu Band noch besser gefällt und tatsächlich war es auch mit Band 6 so, dass ich ihn noch lieber mochte als den Band vorher.

Artemis Mutter ist krank und liegt im Sterben und Artemis bittet seine unterirdischen Freunde Holly und Foaly um Hilfe. Die sehen schnell, was der Mutter fehlt – sie ist an der Funkenpest erkrankt, einer unterirdischen Krankheit, die durch Magie übertragen wird. Glücklicherweise gab es schon ein Heilmittel dagegen, das aus der Gehirnflüssigkeit des Seidensifakas – einer Lemurenart – hergestellt wird. Unglücklicherweise war es gerade Artemis, der die Verantwortung dafür trägt, dass 8 Jahre zuvor, das letzte Exemplar des Seidensifakas getötet wurde.

Wie gut, dass Artemis im letzten Band die Dämonen aus dem Zeitenmeer gerettet hat und wie gut, dass einer seiner neuen Freunde – Nummer 1 – ein Dämonenmagier ist, der die Kunst des Zeitreisens beherrscht und kurzerhand Artemis und Holly 8 Jahre in die Vergangenheit schicken kann, damit sie den Lemuren vor Artemis jüngerem Ich retten können!

Die Geschichte macht großen Spaß! Zum einen, weil man die Entwicklung Artemis – vom skrupellosen „Verbrecher“ zum liebenswerten und gewissensgeplagten Teenager, dem an seiner Familie und seinen Freunden gelegen ist – sehr deutlich vor Augen hat, zum anderen weil die Verwicklungen in der Zeit eine große Sause sind. Und natürlich hat am Ende Artemis (aber welcher nur? :D) wieder die Nase vorn, weil er doch dieses kleine Quentchen schlauer war als alle seine Gegenspieler es so sind.

Ich schrieb es oben schon und kann es nur nochmal wiederholen: wer Artemis Fowl nicht kennt, ist selber schuld! 🙂

Katja

6 Kommentare zu “Gelesen im Oktober 2014

  1. Faszinierend!

    Normalerweise kenne ich ja nicht so wirklich viele deiner gelesenen Bücher. Und ein Großteil interessiert mich meistens auch nicht so ganz. Aber dieses Mal ist das ein Buchmonat ganz nach meinem Geschmack. *g*

    Ich habe Nordwind vorhin kurz in der Hand gehabt, aber es dann aus Gründen doch wieder weggelegt. Lieber warte ich, bis der eine bestimmte Mensch hier auftaucht und erst mal mit mir „Alle sieben Wellen“ als Theaterstück weiter schaut.

    Artemis Fowl hab ich auch hier stehen. Aber bisher noch nicht gelesen. Was einfach daran liegt, dass es mich zwar schon interessiert, aber viele andere Dinge mich noch ein klein wenig mehr interessieren…

    Und die Edelsteine… Hach 😀 Ich hab sie ja auch innerhalb kürzester Zeit inhaliert und teilweise hab ich mich auch gefragt warum man das so langziehen muss. Und ich bin auch sehr, sehr froh gewesen, dass ich sie einfach alle drei hier hatte. Die bisher erschienenen Filme fand ich auch sehr gut.. wenn auch nicht so ganz buchgetreu. Aber die Gwen-Darstellerin ist einfach super… und der Wasserspeier erst 😀 Nur die letzte Rezension bekomme ich einfach nicht geschrieben, weil ich es jetzt alles schon wieder vergessen habe >.<

    • Mich haben bei den Edelsteinbüchern vor allem die Wiederholungen gestört, die ja nicht nötig gewesen wären, wenn es nicht mehrere Bände gewesen wären. Da nicht mit dem ersten einzusteigen wäre mMn sowieso Unfug und dann hätte man das ruhig weglassen können. Aber nü isses so und es liest sich ja wirklich ganz nett und schnell runter.

      Die Filme mag ich, falls überhaupt, frühestens sehen, wenn alle draussen sind.

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