Anflug von Meeressehnsucht

Jule überlegte bei meiner Sdfmsid-Aktion mitzumachen, wusste aber nicht so recht über was sie schreiben sollte und so wünschte ich mir einen Text über’s Meer von ihr. Hier könnt ihr das Ergebnis lesen. Vielleicht spürt ja der eine oder die andere beim Lesen auch den virtuellen Sand zwischen den Zehen. Vielen Dank für den Beitrag, Jule!

Jules Blog findet ihr hier.

Katja

(Was es mit den Gastartikeln auf sich hat, könnt ihr hier nachlesen. Die Rechte an untenstehendem Text liegen natürlich alleine bei Jule.)

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katja möchte ihre zeit am meer genießen und bestimmt wird sie auch wieder wuuuuuunderwunderschöne traumhafte bilder von wellen mitbringen.

damit sie ihren urlaub ohne schreiberei genießen (und auch ein paar schöne photos machen) kann, hat sie darum gebeten, ihr mit einem gastartikeln zu helfen.

und weil ich mir katja gut am meer vorstellen kann, dürft ihr heute von mir etwas meeriges lesen.

kennt ihr das buch „alle sieben wellen“ von daniel glattauer?

darin beschreibt herr glattauer in einem bezaubernden briefroman die wachsende liebe zweier email-schreiber.

und während der männliche hauptakteur zuhause sitzt, bekommt er von der hauptakteurin eine mail aus dem – na, ahnt ihr es? – urlaub am meer.

“Warum ich Dir schreibe? Weil mir danach ist. Und weil ich nicht wortlos auf die siebente Welle warten will. Ja, hier erzählt man die Geschichte von der unbeugsamen siebenten Welle. Die ersten sechs sind berechenbar und ausgewogen. Sie bedingen einander, bauen aufeinander auf, bringen keine Überraschungen. Sie halten die Kontinuität. Sechs Anläufe, so unterschiedlich sie aus der Ferne betrachtet auch wirken, sechs Anläufe – und immer das gleiche Ziel.

Aber Achtung vor der siebenten Welle! Sie ist unberechenbar. Lange Zeit ist sie unauffällig, spielt im monotonen Ablauf mit, passt sich an ihre Vorgängerinnen an. Aber manchmal bricht sie aus. Immer nur sie, immer nur die siebente Welle. Denn Sie ist unbekümmert, arglos, rebellisch, wischt über alles hinweg, formt alles neu. Für sie gibt es kein Vorher, nur ein Jetzt. Und danach ist alles anders. Ob besser oder schlechter? Das können nur jene beurteilen, die von ihr erfasst worden sind, die den Mut gehabt haben, sich ihr zu stellen, sich in ihren Bann ziehen zu lassen.

Nun sitze ich seit gut einer Stunde hier, zähle die Wellen ab und beobachte, was jeweils die siebenten treiben. Noch ist keine von ihnen ausgebrochen. Aber ich bin im Urlaub, ich bin geduldig, ich kann warten. Ich gebe die Hoffnung nicht auf! Hier über der Westküste bläst starker Südwind.”

– Daniel Glattauer.

die geschichte von leo und emmi ist eine ganz bezaubernde, die ich jedem nur ans herz legen kann, aber noch mehr reizt mich die geschichte der siebten welle.
während ich mich in gedanken ans brodelnde, schäumende meer setze und die nakten zehen im sand vergrabe, frage ich mich, ob die siebte welle wirklich so anders ist.
natürlich gibt es darüber auch ganz nüchterne betrachtungen, aber im herzen bin ich gern bereit, mich auf die suche der strände dieser welt zu machen und den wellen bei ihrem treiben zuzusehen.

ist es nicht für fast alle von uns etwas ganz erdendes, wenn wir uns einen platz am strand suchen können und einfach nur aufs grenzenlose meer schauen? werdet ihr nicht auch ganz ruhig, wenn der wind euch eure gedanken aus dem kopf pustet und das rauschen der heran nahenden wellen jedes innere selbstgespräch übertönt?
immer wieder versucht die eine oder andere welle, näher an den strand zu reichen als die vorherige.
sollte das dann eine der berüchtigten siebten wellen sein? eine derer, die es schafft, mutigen mit-schuhen-am-meer-entlang-gehern-aber-bloß-die-schuhe-nicht-nass-bekommend doch etwas wasser um die zehen zu spülen oder sie in höhere gefilde zu vertreiben? vielleicht versuchen die siebten wellen ja auch nur, den vorwitzigen oder unaufmerksamen ein wenig demut mitzugeben.
irgendwie achtet man ja doch eher auf seinen feuchten strandweg, wenn man die füße um haaresbreite doch nass bekommen hätte, obwohl man das eher nicht so wollte.. vielleicht sollten wir nicht so monoton im alltag herum laufen, sondern auch mal rebellieren? auch mal etwas neu machen..?

die siebte welle soll die macht haben, dinge umzuwerfen. sie soll verändern können.

mich begeistert sie. ebenso wie ihre sechs schwestern.
es erfreut mich, wie sie spielen und sand an den strand spült, den sie ja doch eigentlich viel lieber wieder mit zurück nehmen. sie bringen muscheln und kleine steine und lassen uns kurz einen blick auf ihren glitzernden schatz werfen. für den fehlt mir im alltagsstress und gedankenchaos oft der blick. und auch die zeit nehme ich mir eigentlich viel zu selten.
dabei strahlen doch alle wellen so vor lebensfreude, nicht nur die siebte. die eine kommt etwas beherrschter daher, besonnen und würdevoll nur um dann ihrer heran nahenden schwester zu zeigen, dass sie sehr wohl vor ihr am strand sein kann. sie lassen sie von hunden und kindern jagen, genießen die sonne oder begeistern uns schäumend.

sie können uns beruhigen, uns ablenken und ja, ich glaube, wellen haben durchaus die macht, uns zu verändern.
ich würde es nur so gern öfter im hinterkopf haben, wie bezaubernd sie sind. wie erdend wie auf mich wirken können und wie belanglos manche meiner gedankengänge sein können..

genießt den moment, freut euch auf die sieben wellen die euch begeistern wollen, lacht mit ihnen und lasst euch vom alltag ein wenig ablenken.

ich hoffe, dass katja am meer sitzt mit den füßen im sand und der nase im wind. und vielleicht gibt es ja ein photo von einer ganz wunderbaren ersten, zweiten oder vierten welle, dass uns hier fernweh macht.

..und uns ein wenig verändert..
= )

schöne meeressehnsucht wünsche ich euch
jule
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