Sturm

An manchen Tagen fühle ich mich so einsam und von der Welt abgeschnitten. Niemand da, der versteht. Der mich versteht. Nur die, die glauben mich zu kennen. Die glauben, mir sagen zu müssen, wer und wie ich bin. Und das frisst an mir, in mir, zerfrisst mich von innen und ich weiss nicht, wo es herkommt, was es ist, was diesen Reiz so viel schlimmer macht als alle anderen. Diese Stelle von mir, in mir, die liegt im Dunklen, da bekomme ich kein Licht hin. Komme einfach nicht dahinter, welcher Nerv das ist, den es trifft. Komme nicht gegen die Gefühle an, die es auslöst, die mich lawinenartig von den Füßen reissen und unter sich begraben. Mich atemlos zurücklassen. Dann geht der Sturm drinnen weiter, in mir drin. Da ist soviel Wut und ich weiss nicht, wo sie herkommt, was sie ausmacht. So erschreckend viel Wut, wo ich doch normalerweise jeden kleinsten Impuls in diese Richtung unter Kontrolle halte. Es tobt. Stürmisch. Aufgepeitscht.

Wenn die Kraft aufgebraucht ist, legt der Sturm sich. Zurück bleibt Verzweiflung. Darüber nicht verstehen zu können, mich selber nicht zu verstehen in dieser Sache. Und Einsamkeit. Dieses Gefühl von der Welt abgeschnitten zu sein. Und dann Tränen, nichts als Tränen.

Katja

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