Rantastrezept Kartoffelpuffer 1.0

Dass ich unheimlich gerne koche und auch sehr gerne neue Rezepte ausprobiere, dürfte niemanden, der schon eine Weile hier liest, überraschen. Es gibt allerdings auch solche Gerichte, die jagen mir einen Heidenrespekt ein und ich traue mich lange Zeit nicht, sie einfach mal auszuprobieren.

Das sind zum einen Rezeptbeschreibungen, die mit komplizierten Arbeitsschritten daherkommen, von denen ich (noch) nicht weiss, wie sie funktionieren, aber noch mehr sind das Kindheitserinnerungsgerichte, für die ich eine ganz konkrete Vorstellung habe, wie sie schmecken müssen, aber kein Rezept.

So kommt es, dass ich noch nie im Leben Kartoffelpuffer gemacht habe, obwohl ich sie seit meiner Kindheit sehr liebe. Die besten Kartoffelpuffer gab es in der Küche meiner Oma, die nicht müde wurde ‚Pannkichelche‘ nach ‚Pannkichelche‘ in die Pfanne zu klecksen und frisch aus der Pfanne, herrlich knusprig für alle am Tisch zu backen. Sie selber aß immer erst hinterher, denn Pfannkuchen, das lernte ich früh, kann man nicht vorbacken und liegen lassen bis genügend für alle da sind. Am besten schmecken sie direkt aus der Pfanne auf den Teller. Dazu ein großer Klecks selbst gekochtes Apfelmus oder Äbbelbrei, wie das in meiner Kindheit hieß und die Welt ist ein freundlicher Ort.

Als meine Oma starb übernahm mein Opa fortan die Zubereitung von Kartoffelpuffern und er konnte das genauso gut wie vorher meine Oma, man schmeckte keinen Unterschied. Ich könnte mir heute noch selber in den Allerwertesten beissen, dass ich nie richtig aufgepasst habe, wenn er den Teig zubereitet hat.

Aber jetzt habe ich so lange Jahre ohne Kartoffelpuffer gelebt – denn ganz klar esse ich die nirgends sonst, es muss genau dieser Geschmack sein – jetzt will ich’s wissen und taste mich ans Rezept ran. Vor etwa 2 Wochen gab es hier zum ersten Mal welche. Die waren schon nicht übel für einen ersten Versuch, aber noch nicht so wirklich wie bei Oma. Aber damit ich bis zum nächsten Anlauf nicht vergesse, wie ich die gemacht habe und was ich beim nächsten Mal anders machen möchte, gibt es jetzt also hier einen Rezeptentwurf, der sich hoffentlich im Laufe der Versuche dem einzig wahren Kartoffelpufferrezept annähern wird.

Kartoffelpuffer 1.0

Für 10 – 12 Reibekuchen braucht man:

1 kg Kartoffeln (ich hatte vorwiegend festkochende)
2 EL Mehl (ich nahm Kichererbsenmehl weil das idR ja knusprige Ergebnisse hervorbringt)
2 Eier
1 Zwiebel (beim nächsten Versuch deutlich mehr: 2-3 verwenden)
Muskat
etwas frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
1/2 TL Salz (beim nächsten Versuch das Doppelte)
Butter und Rapsöl zum Braten

Und so geht’s:

Kartoffeln und Zwiebeln schälen und beides fein reiben. Dann in einem Mulltuch in ein Sieb geben und kräftig ausdrücken. (So hatte ich das irgendwo in einem Rezept gelesen, aber ich glaube, der Teig war bei meiner Oma viel flüssiger und zerlief in der Pfanne. Ich musste meinen mit Löffeln platt drücken. Daher würde ich beim nächsten Mal einfach mal probieren, was passiert, wenn ich gar nicht ausdrücke, sondern nur absiebe.)

Alle Zutaten in einer Schüssel gut vermengen und portionsweise in heissem Öl mit ein bisschen Butter knusprig braten.

Direkt aus der Pfanne auf die Teller damit und bloß nicht höflich sein und warten bis alle fertig sind und man gleichzeitig essen kann! (Natürlich habe ich auch völlig vergessen, ein Foto zu machen. Mal sehen, ob ich beim nächsten Mal daran denke.) 🙂

 

Dazu gibt es – natürlich – frisch gekochtes Apfelmus.

Dafür braucht man:

ca. 2 kg Äpfel
2-3 EL Zucker
250 ml Apfelsaft
Zucker, Zimt, Zitronensaft oder Rum zum Abschmecken

Und so geht’s:

Die Äpfel waschen, schälen, vom Kerngehäuse befreien und achteln. Den Zucker in einem ausreichend großen Topf schmelzen lassen und leicht karamellisieren bis er hellbraun ist und duftet. Die Äpfel dazugeben und kräftig miteinander verrühren. Die Hitze reduzieren, den Apfelsaft dazugeben und so lange kräftig rühren bis sich das Karamell vom Topfboden gelöst hat. Dann mit aufgelegtem Deckel bei schwacher Hitze so lange köcheln lassen bis die Äpfel weich sind und von selber zerfallen. Falls sie dann noch zu grob sind, mit dem Kartoffelstampfer noch ein bisschen nachhelfen und sie zerdrücken. Mit Zimt und einem Spritzer Rum (oder Zitronensaft) und falls nötig weiterem Zucker abschmecken. Abgekühlt auf die Kartoffelpuffer geben. Freuen.

Katja

 

 

 

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