Gelesen im August 2014

Eigentlich habe ich im August sehr viel gelesen – überwiegend Ferienhausbeschreibungen, Hotelbeschreibungen, Wikipedia-Artikel zu einer bestimmten Region in Spanien und diverse andere Reisevorbereitungslektüre, was mich oft bis so spät abends beschäftigt hat, dass die Zeit zum (Bücher-)Lesen wieder mal sehr knapp war. Dafür nimmt die bevorstehende Reise Gestalt an und vielleicht bleibt dann in der Ferne auch wieder mehr Zeit für Bücher. 🙂

Ken Follett – Die Nadel

Groß-Britannien im 2. Weltkrieg. Die Alliierten bereiten die Invasion des europäischen Festlandes vor. Die deutsche Spionage und Aufklärung versucht herauszufinden, wo genau die Landung der Truppen geplant ist. Ob die Abwehr gelingt oder nicht, könnte den Krieg entscheiden.

Doch die Verbündeten im Kampf gegen Deutschland bereiten nicht nur die Landung in der Normandie vor, wie sie tatsächlich stattgefunden hat, sondern veranstalten ausserdem ein Täuschungsmanöver riesigen Ausmaßes. Im Südosten Englands werden von tausenden Beteiligten Pappmachépanzer und Flugzeugattrappen vor Kasernenkulissen platziert, um die Deutschen glauben zu machen, die Invasion wäre für das Pas de Calais geplant. Dieses Täuschungsmanöver gab es tatsächlich: Operation Fortitude.

Vor diesem realen Hintergrund spinnt Follett seine was-wäre-wenn-Geschichte.

Was wäre, wenn es einem deutschen Spion – dem besten deutschen Spion, mit dem Decknamen ‚die Nadel‘, der daher rührt, dass er stets ein Stilett bei sich trägt und nicht davor scheut, es zu nutzen – was wäre, wenn es diesem Spion gelänge, die Wahrheit herauszufinden und die Informationen der deutschen Heerführung rechtzeitig vor der geplanten Invasion zukommen zu lassen? Und was wäre weiter, wenn es dem britischen Geheimdienst MI5 gelänge, herauszufinden, dass ‚die Nadel‘ über diese Informationen verfügt und nun versucht, Beweise dafür ausser Landes zu bringen?

Die Jagd auf die Nadel, deren Gesicht bis dato niemand kennt, beginnt und könnte spannender kaum sein!

Ich finde es auch und vor allem wegen des realen Hintergrundes so interessant, über den ich bis dato nicht viel wusste. Natürlich tauchen im Buch auch die üblichen Spionage-Geheimdienst-Klischees auf und an einigen Stellen stolperte ich beim Lesen, weil ich nicht so sicher war, ob Follet da historisch korrekt ist und ob bestimmtes Wissen und technische Errungenschaften tatsächlich schon so früh für die breite Bevölkerungsmasse verfügbar waren. Letztendlich wäre es mir aber auch nicht so wichtig, wenn er da der Geschichte wegen etwas unsauber gewesen wäre, denn die Geschichte ist wirklich spannend erzählt.

 

S. G. Browne – Schicksal

Darüber hatte ich hier schon ein bisschen was geschrieben und an dem ersten guten Eindruck hat sich auch im Laufe des Buches wenig geändert. Ganz im Gegenteil ist mir Sergio im Laufe der 400 Seiten so ans Herz gewachsen, weil er in seiner Unsterblichkeit so herrlich menschlich und echt ist, dass ich bei der dramatischen Wende kurz vorm Ende sogar ein Tränchen verdrücken musste.

Schöne, wenn auch überwiegend leichte, unterhaltsame Lektüre – eigentlich wäre das ein perfektes Strandbuch gewesen.

Katja