Frisch verliebt

„Das ist doch Scheisse!“, fluche und heule ich, als ich irgendwann im April oder Mai merke, dass meine Kompaktkamera nach nur 2 Jahren die gleiche Macke hat, wie die vorherige und in jedem Bild und besonders bei hohem Zoom einen dunklen ringförmigen Fleck an der immer gleichen Stelle hinterlässt.
Wer mich ‚in echt‘ kennt, weiss, dass ich quasi nie das Haus verlasse, ohne meine kleine Kamera mitzuschleppen. Die ist bei jedem Einkauf, in jeder Spanischstunde, bei jedem Spaziergang dabei – wie auch schon ihre Vorgängerin, die ich wegen der gleichen Macke ersetzt hatte. Weil sie mir so wichtig ist, passe ich auch wirklich überaus gut darauf auf. Ich nehme sie nie ohne ihre schützende Kameratasche mit, passe auf, dass sie keinen Regen abbekommt uswusf. Und trotzdem wieder der gleiche Mist. Staub drin oder ein Wassertropfen. Wie auch immer das reingekommen sein mag.

„Du kannst nix dafür.“, sagt der Mitdings und dass so kleine Kompakte einfach nicht drauf ausgelegt sind, so sehr im Dauereinsatz beansprucht zu werden. Mehrere Zehntausend Bilder musste die Kleine knipsen, da kann immer mal irgendwo irgendwas reinkommen. „Ich schenk‘ dir ’ne neue zum Geburtstag, wenn wir die nicht wieder hinbekommen“, sagt er auch noch und dann googelt er und guckt youtube-Videos und Anleitungen, wie man mit dem Staubsauger Staub aus den Objektiven solcher kleinen Kompaktkameras entfernen kann. Aber es hilft alles nichts, der Fleck bleibt.

Und weil ich die ganze Zeit weder Kopf noch Nerv darauf habe, mich näher mit der Kamerasuche zu beschäftigen, nimmt er mir das auch noch ab. Quasi auf Zuruf meiner das-muss-sie-unbedingt-können- und das-hat-mich-an-der-alten-genervt-Punkte.  Vor ein paar Tagen bekomme ich dann den guck-dir-die-mal-an-Link. Weil ich mittlerweile ein Handy habe, das ganz brauchbare Fotos macht, ist es nicht mehr so wichtig, dass die neue so klein ist, dass ich sie wirklich bei jedem Brotkauf beim Bäcker zwingend mitschleppen kann, nur für den Fall, dass mir ausgerechnet _das_ Motiv begegnet. Weil ich aber nicht weiss, wie sich so ein größeres Teil dann tatsächlich anfühlen wird und weil ich bei dem stolzen Preis ohnehin furchtbar zögerlich bin, bestellen wir also erst mal. Angucken. Im Zweifel direkt zurückgeben, falls das gar nicht geht.

Ich glaube, etwa eine Stunde nachdem der Akku gestern endlich aufgeladen war, kamen bei mir die ersten gollumartigen Gefühle auf. Mein Schatzzzzzzzzzzzzz. Die geb ich nicht mehr her.

Hier ein paar erste Versuche von gestern und heute, teils auch um die ganzen Filter, die sie so hat, mal zu testen. Und – und deswegen fing ich den Blogartikel überhaupt erst an – endlich mal wieder ein neuer Header. Immernoch sommerlich, dafür jetzt mal ohne Wasser. Auch gestern schon mit dem neuen Schätzchen geknipst, mit Diorama Effekt, aber den merkt man, glaube ich, kaum.

(Klick macht groß)

Katja

Edit: Es ist übrigens eine Olympus Stylus 1. Danke an Silencer, durch dessen Kommentar mir überhaupt erst aufgefallen ist, dass ich das gar nicht dazu geschrieben hatte. 😳