I want to break free

Um meinen alten Mist, mitsamt der falschen (im Sinne von: für mich selbst schädlichen) Denk- und Fühlmuster irgendwie loszulassen, wäre es hilfreich, mich selber zu mögen – und dass ich an dieser Stelle beim Schreiben so holpere und nicht ‚mich selber zu lieben‘ schreiben kann, zeigt mir wieder, wie weit der Weg dahin eigentlich ist, denn dieses Konsequente, nicht nur eben so gerade, sondern innig und tief, das kann ich mir gar nicht vorstellen. Dass ich daran so scheitere, liegt, so glaube ich zumindest, unter anderem daran, dass ich mir so oft wünsche, anders zu sein als ich tatsächlich bin. Vor allem nicht immer so ängstlich und verzagt, sondern sehr viel mutiger und das vor allem, wenn es darum geht, in Interaktion und Kontakt mit anderen Menschen – ausserhalb des geschützten Raumes Internet – zu treten. Vermutlich wäre ich mutiger und nicht so ängstlich, wenn ich mehr Selbstvertrauen hätte, ganz im wörtlichen Sinne des auf mich selber vertrauens, auch und vielleicht vor allem darauf, dass ich ein irgendwie liebenswerter Mensch bin. Und da beginnt der Kreis von neuem, denn das könnte ich vermutlich viel besser, wenn ich meine alten falschen Muster loslassen könnte.

Das alles fühlt sich für mich oft an, wie ein Wollknäuel, bei dem ich einfach nicht weiss, wo die Enden stecken und von wo aus ich anfangen soll, das aufzuknibbeln.

Katja

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14 Kommentare zu “I want to break free

  1. Wo Du anfängst, ist im Grunde egal, wenn Du das Knäuel nicht sorgsam aufwickeln möchtest 😉

    Ich denke, dass Du einfach irgendwo anfangen kannst, das ordnet sich dann im Tun.

    Leicht gesagt, ich weiss (((Katja)))

  2. „aufknibbeln“ ist ein großartiges Wort, danke dafür ! Also ich bin eine große Strickerin und wenn die Knäuel manchmal so richtig verwurschtelt sind – keine Ahnung, wie das auf deutsch-deutsch heißt 🙂 – nehme ich sie oft an einem Ende und lasse sie so entspannt aushängen. Dann drehen sie sich in alle Richtungen und manchmal hilft das :mrgreen:

  3. Wenn Wollknäuel sich aufrollen ist doch der ganze Spaß dahin!

    Aber ernsthaft, sich selbst zu mögen ist eigentlich gar nicht so schwer, man muss nur mal Aufhören immer auf andere zu hören. Seien es Medien, Barbipuppen oder sonstwas die dir einreden du wärs nicht perfekt so wie du bist.

    Nimm dir ein Beispiel an der nächstbesten Katze: Der ist es völlig egal wie sie aussehen oder ob ihr verhalten nicht ganz normal ist. Die sind wie sie sind und lieben sich selbst dafür 😉

  4. oh, erstaunlich, ich habe damals auch immer mit dem vertüddelten Wollknäul gefrustet dagesessen. Da haben wir ja was gemeinsam. Ich fragte mich auch immer, wo denn der Anfang sei. Und dann sagte ich mir irgendwann: ach, egal, nimm die Schere! Und so hatte ich meinen Anfang. Und wenn wieder ein Knoten kam, hab ich wieder zur Schere gegriffen und die so neu entstandenen Enden einfach wieder zusammengeknotet. Das klingt wohl ein wenig lappidar – war es aber deff. nicht. Das beste ist, all die Knoten halten mich bis heute wunderbar zusammen!

    malneminikleinescherehierhinleg…

    Ganz liebe GRüße
    Rabea

  5. @alle: Vielen Dank für eure Kommentare, Gedanken und Ideen! 🙂

    @(((WdW))): Ich glaube, mir fehlt ja gerade der Ansatzpunkt für das Tun, damit auch überhaupt das Mittel/die Methode zum Tun. Hmm.
    Vielleicht hatte ich das auch unverständlich aufgeschrieben, gerade das ist eines meiner großen Probleme, dass ich in eine Schockstarre verfalle, wenn mich Dinge überfordern, statt sie einfach irgendwie anzufangen. Ich weiss dann einfach nicht wie und verzettele mich gedanklich in Überlegungen und komme nicht raus oder voran.
    Hier weiss ich nicht, an welcher Stelle sich die Katze in den Schwanz beisst, das ist alles viel zu konfus, als dass ich überhaupt über Tun nachdenken könnte. 😦

    Schöner Schnipsel. ❤ Ich wusste nicht mal, dass es davon eine deutsche Version gibt. Wobei für mich das Original einfach so kraftvoll ist. Da hab ich immer das Gefühl: so jetzt geht's wirklich los mit dem break free! 😀

    @Myriade: Wir sagen auch verwurschtelt, zumindest in meiner Gegend. 🙂
    Entspannt aushängen, ja. Gelassenheit ist tatsächlich ein guter Ansatzpunkt, wenn ich nicht voran komme. Je verrückter ich mich mache, desto mehr wurschteln die Gedanken, desto weniger komme ich wieder raus…

    @kuschelflummi: Schöner Name! Willkommen auf meinem Blog.
    Ich glaube, es ist bei mir eine grundlegend andere Art von sich selber nicht mögen, als eine, die über Medien oder das was die anderen sagen gesteuert wäre. Bei mir sind das ganz alte Baustellen, die aus meiner Kindheit und dem Umgang meiner Eltern mit mir rühren. Deswegen ist das auch nicht so einfach für mich, da rauszukommen. Ich denke seit mehreren Jahrzehnten in diesen falschen und für mich schädlichen Bahnen, halte mich selber für wertlos, nicht liebenswert und werte mich ab. Wenn die Muster so gründlich und so lange angelegt sind, kann man, oder naja zumindest ich, da leider nicht so einfach ausbrechen. Ich kämpfe den Kampf seit vielen Jahren und komme nur langsam überhaupt voran.

    @Rabea: Es war auch als Wollknäuelbild sehr verständlich und ein schönes Bild, weil es zu meinem Gefühl beim Bloggen sehr gut passt.
    Ich sage mal vorsichtig: vielen Dank für die kleine Schere!
    Ich glaube, die Methode ist eine gute, sie passt ja auch zu dem, was WdW schon schrieb: einfach irgendwo anfangen. Ich muss nur für mich rausfinden, wie ich das anpacken kann.
    Den Gedanken, an die Knoten, die dich jetzt zusammenhalten, finde ich auf jeden Fall sehr schön. Ich habe Knoten immer im Sinn als etwas störendes, mir gefällt die Vorstellung, dass es auch welche gibt, die Halt geben!

    @Rüdiger: Danke, immer wieder! Und auch für die Geduld, mit der du mir dahingehend begegnest, ganz ohne: pffff, dann eben nicht. ❤

    @Rebekka: ❤ Ich musste heulen und lachen gleichzeitig als ich das gelesen habe. Danke! Ich such mal!

  6. Ach, ich kenne das Gefühl. Man sucht und sucht vergeblich nach einem Anfang, nur um dann festzustellen, dass das alles doch nichts bringt.
    Versuch doch einfach mal deinen Alltag nicht immer wie gewohnt zu leben, sondern mach auch mal etwas, was du bisher nicht so oft machst. Gönn dir eine Auszeit und Schöpfe neue Kraft, das hilft, glaub mir :). Ich weiß das klingt blöd und ich weiß auch, dass es nicht so einfach ist, wie man immer sagt, aber ich glaub an dich.
    Und denk immer dran: Du wirst geliebt so wie du bist und es gibt Menschen, die nicht wollen, dass du dich veränderst.
    Viel Glück 🙂 ❤

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