Immer wenn es regnet, muss ich an dich denken

Ich ❤ meine neue Friseurin.

Das fängt damit an, dass sie mir vor 4 Monaten, als ich beim ersten Besuch dort sagte „Ach mach mal, was du denkst, was zu mir passt“ genau DIE Frisur empfohlen und verpasst hat, die die richtige für mich zu sein scheint, was mich seitdem häufiger mal erstaunt innehalten lässt, denn mir war für lange Zeit abhanden gekommen, wie sehr auch das Wohlfühlen mit der eigenen Frisur zum insgesamten Wohlbefinden beiträgt. Heute hat das dann nochmal neue Ausmaße erreicht und das ging so: Ich war vor 5 Wochen zuletzt dort und war aber schon seit 2 Wochen – auch wärmebedingt – total von meinen Haaren genervt und habe sie wieder andauernd zusammengebunden. Genau das war einer der Gründe, weswegen ich mich vor den 4 Monaten von der langen Mähne getrennt habe, weil ich eh immer nur noch mit Zopf rumgelaufen bin, weil ich die langen Haare exakt 7,3% der Zeit sehr toll fand und die restlichen 92,7% hochgeradig davon genervt war. Gestern schrieb ich ihr also eine Whatsapp und fragte sie, ob sie Freitag Zeit hätte, mir die Haare zu schneiden und alleine das ist so genial, dass ich für einen Termin nicht telefonieren muss, was ich ja eher nicht so gut kann, sondern per Whatsapp mit ihr kommunizieren kann. Freitag hat sie keine Zeit, aber morgen, also von gestern aus gesehen, von heute aus natürlich heute, hätte sie. Dann kam ich vorhin zum Termin hin und sie sagt, dass sie nicht so recht weiss, was sie machen soll, weil eigentlich wären die Haare noch gar nicht so sehr nachgewachsen und wenn sie jetzt schneiden würde, dann würden die, wenn wir das zu häufig machen, jedes Mal wieder kürzer und davon würde sie mir eigentlich abraten. Und auf mein verzweifeltes „aber sie nerven mich gerade so, weil guck mal hier und das da“, nickte sie wissend, warf mir den Umhang über, machte hier mal Schnipp und da mal Schnapp, schnitt zwei Strähnen („ich glaube, dass dich die nerven, weil sie aufliegen.“) und ein paar Fransen und nach 30 min, von denen wir sicher 20 verquatscht hatten, stand ich wieder auf der Straße und bezahlen durfte ich sie auch nicht, weil sie hätte ja gar nichts gemacht. Aber das nichts machen, hat sie so gründlich hinbekommen, dass meine Frisurgenervtheit vollständig verschwunden ist, weil sie exakt die richtigen Strähnen erwischt und die richtigen Fransen geschnitten hat. Die Frau hat’s wirklich drauf. ❤

Und morgen gehe ich wieder hin, um Eier abzuholen, weil noch dazu ihr Vater glückliche Hühner beheimatet, die im Garten scharren dürfen und primär von Essensresten leben und deren Eier, die ich schon probieren durfte, weil wir irgendwann beim Schneiden über die Qualität von Lebensmitteln philosophiert hatten, genau so schmecken wie Eier in meiner Kindheitserinnerung schmeckten, die nämlich von glücklichen Hühnern stammten, die in (unserem) Garten scharren durften und primär von Essensresten lebten und die ich täglich mit meinem Opa eingesammelt habe.

Hachz! Sagte ich schon ‚Hachz‘?

Nur, wenn sie versucht, mit mir über Mode und speziell über irgendwelche Marken zu reden, kann ich immer nur hilflos die Schultern zucken und sie planlos angrinsen. Aber manchmal räche ich mich dann einfach und fange an, über Bücher zu reden. 😀

Katja