Hamburg liegt ja von hier aus kurz vorm Meer #3

Montag Morgen dann aufstehen, Abschied nehmen, nochmal mit der Freundekaffeemaschine schmusen, duschen, Franzbrötchen für die Fahrt organisieren, das ganze Gelumpe wieder im Kofferraum verstauen und los in Richtung Meer. Wenn man denn eh schon bis kurz davor ist, muss das Stück auch noch sein.

Weil aber bei der vorherigen Hotelsuche die polnischen Hotels direkt an der See um Längen hinsichtlich des Preis-Leistungs-Verhältnisses vorne lagen, führt uns die Reise nicht auf kürzestem Weg ans Meer, sondern wir fahren von Hamburg aus nochmal 350 km an Rostock vorbei und von Usedom aus dann mit der Fähre über die Swine auf die größte polnische Insel – Wolin. (Klick macht alle Bilder groß.)

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Mein „Awwwwwwww!“-Erlebnis des Tages habe ich dann als ich zu Fuß auf die Fähre spaziere. Direkt neben dem Autos-auf-die-Fähre-dirigier-Menschen liegt dieser Schöne im Schatten.

 

IMG_3334Im Gegensatz zur (teuren) Rheinfähre in der Kleinen Stadt ist die Fähre über die Swine übrigens kostenlos und es lohnt sich auf jeden Fall aus dem Wagen auszusteigen und die Treppe auf den erhöhten Teil hochzusteigen, weil man dort während der Überfahrt eine herrliche Aussicht genießen kann.

IMG_3341IMG_3361IMG_3352IMG_3343IMG_3374Gegen 15 Uhr kommen wir in Misdroy im Hotel an und das ist nicht nur von aussen sehr hübsch,

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das Zimmer ist tatsächlich das geräumigste, das wir bisher in den mittlerweile doch recht zahlreichen Hotels hatten

IMG_3386 IMG_20140527_212849Und überhaupt sind die da sehr detailverliebt. Sowas mag ich ja sehr. 🙂

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Einzig der angekündigte Meerblick ist ein bisschen dürftig und man sieht das kleine blaue Dreieck hinter den Bäumen auch nur vom Balkon aus richtig.

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Ein Grund mehr, direkt loszuziehen und dem Meer so von Welle zu Fuß guten Tag zu sagen. Das geht dann auch wirklich so schnell wie erhofft. 2 Minuten und die Füße stehen im Sand.

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Und dann endlich…IMG_3410Mehr Meer!

Auf der immens langen (395 m) Seebrücke von Misdroy (oder auf polnisch: Międzyzdroje) treffen wir einen Radler, der – dem Brauch mit den Schlössern an Brückengeländern folgend – sein Rad inmitten etlicher Vorhängeschlösser anschließt und uns bittet, ihn auf „seiner Liebe“ zu fotografieren. Er ist seit etlichen Tagen an der polnischen Küste unterwegs und will noch einige Tage weiter an der deutschen Küste entlangfahren. Ansonsten ist aber ganz Misdroy auf eher jugendliche Reisende abgestimmt und die sind dort auch in riesigen Horden unterwegs. Abends erfahren wir im Restaurant des Hotels, dass es in Polen eine sog. „Grüne Woche“ gibt. Die hat aber nichts mit der gleichnamigen Messe zu tun, sondern ist vergleichbar mit hiesigen Klassenfahrten und Wanderwochen – nur dass in Polen wohl systematisch getauscht wird und dass die Kinder von der Küste ins Landesinnere und jene aus dem Landesinneren für eine Woche an die Küste gekarrt werden. Klimawechsel und so. Die strotzen alle vor Gesundheit, versichert man uns.

Ich weiss nicht, ob den Kindern das mit dem Klima so bewusst ist, aber ansonsten gibt es dort jede Menge Amüsement für die Altersgruppe und beim Spaziergang an der Promenade entlang und in der Umgebung davon, wechseln sich grüne Parkflächen mit schreiend bunten Spielgeräten allerorten ab.

IMG_3436 IMG_3569 IMG_3573 IMG_3556 IMG_3548Und auch das Eis ist schreiend bunt (und ich hab keins davon probiert 😦 ),

IMG_3564genauso wie die Postkarten.

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Es ist mir aber gelungen die unkitschigste, unbunteste der ganzen Insel aufzutreiben.

Auch internetaffine Besucher kommen nicht zu kurz…

IMG_3547… und auch für Katjas ist bestens gesorgt. Beim Anblick der Meute versagt dann auch mein Artikulationsvermögen. Mehr als „Da! DAAA! Teddy! TEDDY!“ bekomme ich nicht raus. 😀

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Insgesamt lässt es sich hier ganz gut aushalten, auch wenn längst nicht alles so liebevoll restauriert und renoviert ist, wie unser Hotel. Die direkten Nachbargebäude zB könnten dringend auch ein bisschen Geld und Liebe vertragen.

IMG_3578 IMG_3579Abends dann Essen im hoteleigenen Restaurant. Darauf bin ich unter anderem deswegen seit der Ankunft sehr gespannt, weil rund um das Gebäude überall Kräuter wachsen, teils zusammen angepflanzt mit Blühpflanzen und von der Küche aus führt eine Tür direkt in den Kräutergarten davor. Sowas mag ich ja sehr und bin auch nicht enttäuscht worden. Die ernten die frisch und kochen damit. Und das können sie in der Tat sehr gut und zu so günstigen Preisen, dass es einem fast die Tränen in die Augen treibt. (Oben mein Dorsch mit Rosmarin, unten des Mitessers Entenbrust.)

IMG_3585 IMG_3589 IMG_3591Während des Essens färbt sich der Himmel vorm Fenster und so machen wir uns vom Restaurant aus erst nochmal für einen kurzen Abstecher auf den Weg zum Strand.

(Leider sehr verrauscht.)

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Katja

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10 Kommentare zu “Hamburg liegt ja von hier aus kurz vorm Meer #3

  1. Ah, da weht ja eine salzige Brise aus dem Bildschirm …. Schön das Foto mit dem Seil und seinem Schatten.
    In Polen gibt es auch Strandkörbe ? 🙂 Und was sind Franzbrote.
    Schönen Meeresurlaub !!

    • Ich weiss nicht, ob es dort überall Strandkörbe gibt, aber in Misdroy gab es einige. Wenn auch nicht der ganze Strand vollsteht, wie das an deutschen Ostseestränden ja oft der Fall ist.

      Franzbrötchen sind ein typisches Gebäck aus Hamburg. So eine Art Plunderteig, der aufgerollt und platt gedrückt wird. Klassisch ist (und das kann ich als nicht Hanseatin nur vermuten, man möge mich korrigieren, falls ich irre) die ganz simple Ausgabe mit Zucker und Zimt. Es gibt sie aber auch mit Marzipan oder Nougat und dergleichen gefüllt. Mir sind die ganz einfachen (ok, vielleicht mit einem Hauch Marzipan) aber die allerliebsten.
      Ich hab gerade mal gesucht. Ich hatte auf Twitter ein Foto hochgeladen, hier: *Klick*.

      Und ach ja: das wäre schön, wenn die Bilder aktuell wären und ich gerade am Meer! Ich war aber schon vor 6 Wochen dort und komme nur jetzt endlich dazu, von der kurzen Reise zu berichten. 🙂

      • Aha, ein weiterer kleiner Anreiz endlich einmal nach Hamburg zu fahren. In Wien gibt es ja unendlich viele Sorten von Gebäck, aber dieses nicht

      • @Myriade: Meiner Meinung nach ist Hamburg ja wirklich immer und unter allen Umständen einen Besuch wert! 🙂
        Schöne Grüße nach Wien! Dort bin ich noch nie gewesen.

  2. Oh wie schön, da war ich auch mal. Ich hatte mir die Halbinsel Wolin zum Wandern ausgesucht und nächtigte auf einem Campingplatz ganz in der Nähe von Międzyzdroje. 🙂
    Leider hatte ich eine ganze Woche Regen gebucht und resite früher ab. So wie auf Deinen Bildern hatte ich es mir vorgestellt!
    LG

  3. @zitronentarte: Oh, dann wirst du durch die Fotos in dem neuen Beitrag vermutlich eher an deinen eigenen Aufenthalt dort erinnert. Wir hatten nämlich leider auch nur an diesem Ankunftstag so herrliches Wetter. Wobei sich Dauerregen mit einem trockenen gemütlichen Hotelzimmel und einem Auto für Ausflüge ja besser aushalten lässt als beim Camping.
    Ich erinnere mich an einen Campingurlaub in Frankreich, wo wir eigentlich ein bisschen die Normandie erkunden wollten, aber nach 2,5 Tagen genervt aufgegeben haben und weiter in den Süden gefahren sind, weil nichts von unseren Sachen mehr trocken war und wir pro Tag ein gutes Dutzend Mal alle Sachen raus- und wieder reingeräumt haben.

    @WdW: Macht auch ohne Auto nur Spaß, wenn das Wetter wirklich toll ist. 🙂
    Mit Streuseln? Yummi. Das kann ich mir allerdings auch gut vorstellen.

    @Rüdiger: Aber sowas von!

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