Grilling me softly with his song

Wir grillen in diesem Sommer recht häufig und weil ich auch bei Grillsoßen nicht so auf Fertigprodukte stehe, aber gerade auch mal was anderes als meinen Allzeitfavoriten Kürbischutney probieren wollte, habe ich gestern zum ersten Mal Mangochutney gekocht. Ein erster Test, direkt gestern Abend, hat ergeben: prima. Also halte ich hier lieber mal das Rezept fest, das war nämlich komplett experimentell. Ich hoffe, ich erinnere mich noch an alles, was ich reingeworfen habe.

Man braucht (hoffentlich vollständig) dafür:

1 Mango
1 gelbe Spitzpaprika (die hatte ich eigentlich hauptsächlich rein, weil ich sie noch hatte, im Nachhinein war das gut, weil sie nicht so zerkocht wie die Mango und dem ganzen etwas Biss verleiht)
frischen Ingwer – bei mir waren es fertig geschnippelt 2-3 EL
3 rote Zwiebeln
4-5 Zehen Knobi
einen großzügigen Schuss Sherry (ich nahm einen Oloroso)
150 ml Weinessig (ich nahm einen Weisweinessig)
250 ml trockenen Rotwein
6-7 EL braunen Zucker
ca. 1/2 Tube Tomatenmark
1-2 TL Harissa
schwarzen Pfeffer und Salz, frisch gemahlen
1-2 Lorbeerblätter, je 5-6 Wacholderbeeren, Pimentkörner, schwarze Pfefferkörner, 1/2 Zimtstange (die Gewürze ein bisschen quetschen und zusammen in einen Teebeutel knoten)
frischen Thymian (2-3 große Zweige)
frischen Rosmarin (1 Zweig)
1 TL Kreuzkümmel, ganz
1 TL Garam Masala
getrocknete, gemahlene Chili nach Schärfebedürfnis und Geschmack
etwas Olivenöl

Und so geht’s:

Die Kräuter waschen und zum Trocknen auf Küchenpapier legen. Die Mango schälen, vom Kern schneiden und das Fruchtfleisch klein würfeln. Die Paprika waschen, putzen und in feine Streifchen schneiden. Ingwer, Knobi und Zwiebeln schälen und fein würfeln. In einer beschichteten Pfanne (oder auch einem mittelgroßen Topf) das Olivenöl erhitzen und Zwiebel, Ingwer und Knobi darin anschwitzen. Tomatenmark und Harissa (von letzterem lieber erst mal weniger, nachwürzen ist leichter als Schärfe wieder rauszubekommen) dazugeben und einen Moment mitrösten, dann mit Sherry ablöschen. Den Zucker dazugeben, Weinessig und Rotwein ebenfalls. Die Kräuter dazugeben. (Ich zupfe bei Rosmarin immer die Nadeln ab und hacke sie möglichst klein, Thymian zupfe ich nur ab und manchmal gebe ich die Äste auch komplett rein und fische am Ende die Stile raus, wenn die Blättchen sich gelöst haben.) Sämtliche Gewürze dazugeben und die Masse auf niedriger Hitze, so dass sie gerade so blubbert, für ca. 1 Stunde kochen lassen. Dabei immer mal umrühren. Gegen Ende nochmal probieren und abschmecken. Je nachdem wie scharf man das Chutney gerne mag, nochmal Harissa oder Chili dazugeben.

Wenn die Flüssigkeit überwiegend verkocht ist und das Chutney eine schöne dickflüssige Konsistenz hat, die Pfanne vom Herd nehmen und das Chutney in sehr saubere, heiss ausgespülte Twist-Off-Gläser füllen und verschließen. Die Gläser für ein paar Minuten kopfüber hinstellen, dann umdrehen, damit sich ein Vakuum bildet. Die Menge oben hat bei mir zwei mittelgroße Marmeladengläser ergeben.

IMG_4699-001Das Mangochutney schmeckt süß-scharf und ein bisschen säuerlich und passt unter anderem zu indischem Essen, gegrilltem oder gebratenem Fleisch oder Gemüse, Käse(brot), Nudeln, Reis oder auch einfach nur zu Baguette, Fladenbrot oder Naanbrot.

Und jetzt im Chor:

Strumming my pain with his fingers
Singing my life with his words…

Katja

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15 Kommentare zu “Grilling me softly with his song

  1. oooh, wow, so viele Zutaten passen auf einen einzigen Löffel 😉 summ:
    h_h_h_h_m_h_h_mmmmm h_h_h_h_m_h_mmmmmm h_h_h_h_m_h_h_mmmmmmmmm h_h_h_h_m_h_hhhhhhhhh – oder so ähnlich 🙂

  2. @Doris: Danke! Wenn heute nicht noch das angekündigte Gewitter losbricht, wollen wir heute Abend direkt wieder grillen. 🙂

    @Rabea: Klar! Dafür werden sie ja im Topf konzentriert, damit das passt. 😀

    @Brad: Thanks for your visit and comment! 🙂

    @noemi: Bin gespannt, ob ihr’s mögt! 🙂
    Ich bin schon am überlegen, was ich als nächstes in ein Chutney verarbeiten könnte. 😀 Hab in diesem Jahr noch keine Marmeladen gekocht ausser von Erdbeeren aus dem eigenen Garten, aber jetzt richtig Lust bekommen, noch mehr Chutneys auszuprobieren.

  3. Auja, Tomatenchutney!! Mit Zwiebel, Knobi, Chili, Nelken, Zucker und Essig! Mjam, schmeckt zu allem. Meine Freundin, deren Mann dieses Chutney kocht, und der ich quasi wöchentlich ein Glas aus der Anstellkammer moppse, witzelt immer das würde ich mir sogar in den Kaffee rühren! Dabei trinke ich gar keinen Kaffee…;0)

    • @jule: Oooh! Würdest du den Freundinmann bitte mal nach dem genauen Rezept für mich fragen? 🙂
      Im Gegenzug würde ich auch ganz freundlich darüber weglesen, dass du keinen Kaffee trinkst. 😀

      • Liebe Katja,
        Ich versuche es aus ihm rauszuprüge…äh quengeln. Er ist son Spinner der von dem einzigen Rezept das er kochen kann ein großes „Familiengeheimnis“ macht!
        Liebe Grüße,
        Jule

      • Oha! Dann hoffe ich mal das Beste!
        Wenn’s was wird und schmeckt und falls du mir deine Adresse verraten möchtest, ist dir dann natürlich ein Probeglas gewiss! Versprochen! 🙂

  4. Ich bin dran und Adresse geb ich dir dann auch, ich lasse mir doch kein Glas Chutney entgehen! ;0)
    Lieben Gruß,
    Jule

  5. Pst, jetz haick dett Rezept..wo soll ick dett hinmeelen? Un bitte ABSOLUTE JEHEIMHALTUNG wenn ick bittn daaf!!
    Jrüße,
    Jule

    • \o/
      Hervorragende Leistung, Frau Geheimagentin!
      Da formuliere ich noch an ausgefallenen Mailadressenaufschreibevarianten rum, die nicht so leicht von Bots ausgelesen werden und währenddessen flattert die Mail schon rein. Auch hier exzellent recherchiert! 😀 🙂

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