Kontextualisierung

Manchmal weiss ich nicht, ob ich es irgendwie beruhigend oder doch eher erschreckend finde, wie tief Mensch in der eigenen Geschichte steckt. Zumindest wie tief ich in meiner eigenen Geschichte und Vergangenheit drin hänge und wie sehr diese, Kommunikation, Verstehen und Sprache beeinflussen. Sobald es um emotionale Dinge geht, rattert im Hintergrund die Erfahrung mit, sucht nach bekannten Mustern, rastet darauf ein und ich brauche meist ein bisschen Zeit und gedanklichen Abstand, um überhaupt zu merken, dass ich wieder mal bäuchlings auf meinen altbekannten Themen gelandet bin. Manchmal finde ich das gut, weil es rückwärts beim Verstehen hilft. Aber häufiger finde ich es einfach nur anstrengend und verstörend, wenn ich merke, wie wirklich alles davon abhängig ist und wie unbewusst das abläuft, dass es manchmal wirklich erst den Abstand braucht, um eigene emotionale Spontanreaktionen zu verstehen.

Manchmal denke ich, es ist ein Wunder, dass Menschen überhaupt miteinander kommunizieren können, und dass das Verstandene so oft doch irgendwo grob in der Nähe des tatsächlich Gemeinten liegt.

Katja

 

4 Kommentare zu “Kontextualisierung

  1. Sehr wahr. Aber trotzdem und genau deshalb glaube ich an die Kraft der Worte. Weil man nachfragen kann, wenn man etwas nicht versteht, weil man einander Einblicke gewähren kann und Dinge erläutern.

    Ja, das unbewusste daran nervt mich auch. Das ist bei manchen Dingen schneller als der Reflex, wenn der Doktor mit dem Hämmerchen aufs Knie… aber wenn man das reflektiert, macht man es jedesmal ein bißchen besser. Und man versteht sich selbst ein bißchen besser.

    „Fehler für Fehler komm ich mir näher“ (Tom Liwa in einem seiner Lieder) ❤

    • Im Prinzip sehe ich das genauso. Nur, dass das Reden ja erst dann einsetzen kann, wenn man (sich) selber versteht, wenn man erst mal weiss, wieso bestimmte Worte / Formulierungen einen bestimmten Reiz auslösen. Das liegt ja (zumindest bei mir) oft tief verschüttet. Also der Reiz ist da, aber die Ursache ist im Gedächtnis vergraben und ich brauche oft eine Weile bis ich selber verstehe, was da überhaupt passiert.

      Und noch einen Schritt weiter (oder zurück?) muss mir ja erst mal auffallen, _dass_ ein bestimmtes Gefühl gar nicht der aktuellen Situation entspringt, sondern dass da alter Kram getriggert wird.

      Das ist es, was ich so anstrengend und ermüdend finde, weil da immer wieder neue Dinge auftauchen, die mich reizen und mit ein bisschen Abstand, haben sie immer alle die selben Ursprünge. *soifz*

      Also eigentlich ganz genau, was du sagst und „Fehler für Fehler komm ich mir näher“ – ich wünschte nur, das ließe sich irgendwie abkürzen und es müsste nicht immer wieder das gleiche Programm ablaufen…

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