Kontextualisierung

Manchmal weiss ich nicht, ob ich es irgendwie beruhigend oder doch eher erschreckend finde, wie tief Mensch in der eigenen Geschichte steckt. Zumindest wie tief ich in meiner eigenen Geschichte und Vergangenheit drin hänge und wie sehr diese, Kommunikation, Verstehen und Sprache beeinflussen. Sobald es um emotionale Dinge geht, rattert im Hintergrund die Erfahrung mit, sucht nach bekannten Mustern, rastet darauf ein und ich brauche meist ein bisschen Zeit und gedanklichen Abstand, um überhaupt zu merken, dass ich wieder mal bäuchlings auf meinen altbekannten Themen gelandet bin. Manchmal finde ich das gut, weil es rückwärts beim Verstehen hilft. Aber häufiger finde ich es einfach nur anstrengend und verstörend, wenn ich merke, wie wirklich alles davon abhängig ist und wie unbewusst das abläuft, dass es manchmal wirklich erst den Abstand braucht, um eigene emotionale Spontanreaktionen zu verstehen.

Manchmal denke ich, es ist ein Wunder, dass Menschen überhaupt miteinander kommunizieren können, und dass das Verstandene so oft doch irgendwo grob in der Nähe des tatsächlich Gemeinten liegt.

Katja